Humboldthain Club
Nachtclub im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen
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Der Humboldthain Club ist ein Club im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen. Er wurde 2013 eröffnet und zählt zur lokalen Berliner Club- und Ausgehkultur. Betreiber ist die Humboldthain Club GmbH unter der Geschäftsführung von Ludwig Eben.

Der Name des Clubs leitet sich vom angrenzenden Volkspark Humboldthain ab. Er liegt unmittelbar am S-Bahnhof Humboldthain an der Hochstraße 46 bzw. in Teilen der entsprechenden Bahnanlagen. In lokalen Kulturberichten wird der Club als Teil der sich entwickelnden Clubszene im Bezirk Mitte beschrieben.[1] Zuvor befanden sich hier der Fate Club und ab 2011 der Ace Club.[2]
Betrieb
Der Betrieb umfasst eine Gaststätte verbunden mit einem Club. Weitere Gegenstände sind die Durchführung und Veranstaltung kultureller Veranstaltungen, die Beratung, das Management und die Vermittlung von Künstlern und die Beratung Dritter im Bereich Konzerte und Events.[3] Der Humboldthain Club wird von einem ca. 20-köpfigem Kollektiv unter der Leitung von Ludwig Eben geführt, dem nach Angaben aus der Kulturberichterstattung mehrere Akteure aus dem Umfeld des ehemaligen Kunsthaus Tacheles angehören. In diesem Zusammenhang wird der Club als Fortführung alternativer Club- und Kunstkonzepte beschrieben, die zuvor im Tacheles verortet waren wie z. B. der Künstler und Kulturbetreiber Ludwig Eben als Geschäftsführer.[1][4] Auch Fragen der Wohnraumpolitik sind den Clubmachern wichtig, etwa wenn diskutiert wird, ob auf dem früheren Bahnareal nun 120 Mikro-Apartments entstehen sollen.[5] Die Räumlichkeiten umfassen einen Innenbereich mit Tanzfläche sowie einen Außenbereich, der insbesondere in den Sommermonaten für Open-Air-Veranstaltungen genutzt wird. Der Standort in einem ehemaligen Bahnhofsareal wird in Berichten als ein prägendes Merkmal für den Charakter des Clubs hervorgehoben.[1] „Die S-Bahn hält quasi im neuen Humboldthain Club: Im Zug kann man schon die Beats fühlen – die Anreise gestaltet sich also denkbar einfach“", schreibt etwa der etablierte Kiez-Blog Weddingweiser. „Am Eingang wird man von schachspielenden Türstehern begrüßt. Keine lange Schlange, keine Gesichtskontrolle – hier ist das Feiervergnügen noch entspannt.“[6]
Musik und Programm
Das musikalische Programm des Humboldthain Clubs konzentriert sich überwiegend auf elektronische Musikrichtungen wie Techno und House. Neben regulären Clubnächten treten dort regelmäßig DJs aus der lokalen und internationalen Szene auf.[7][8] Seit mehreren Jahren findet dienstags die Veranstaltungsreihe Open Decks & Tischtennis statt, bei der DJs eigene Vinyl-Sets spielen und Gäste Tischtennis-Rundlauf spielen können.[9] Regelmäßig wiederkehrende Partys wie Durchnachten, Gastgeber-Reihen wie Halbtrocken Invites, Secco United oder Sick Crew zeigen die Bandbreite elektronischer Musik-Events.[10] Zu den weiteren prägenden Veranstaltungsreihen gehören u. a. Party for the Broke mit wechselnden Kollektiven aus der lokalen Szene und XOXO & Dopamine. Ebenfalls regelmäßig im Programm ist die vom BSM-Kollektiv (Berliner Stampf-Musikanten) kuratierte Reihe Farbwechsel. In einer kleinen Lounge im Obergeschoss – der Goldlounge – wird zudem Karaoke gesungen. Hinzu kommen diverse Hip-Hop-Formate und Specials. Darüber hinaus veranstaltet der Club auch Live-Musik-Abende mit internationalen und lokalen Künstlern verschiedener Genres.[11]
Bedeutung und Rezeption
In lokalen Medien und Stadtteilpublikationen wird der Humboldthain Club als fester Bestandteil der Ausgeh- und Clubkultur in Mitte wahrgenommen. Die Berichterstattung hebt insbesondere die entspannte Atmosphäre und die Bedeutung des Clubs für die kulturelle Belebung des Stadtteils hervor.[7] „Den Namen Humboldthain trägt nicht nur einer der schönsten Parks ..., sondern auch einer der interessantesten Clubs des Stadtteils“, schreibt etwa das Berliner Stadtmagazin tip.[12]
Nachdem bekannt wurde, dass in unmittelbarer Nachbarschaft zum Humboldthain Club 120 sogenannte Mikroapartments in einem ausgewiesenen Gewerbegebiet entstehen sollen, startete Eben Ende 2025 eine Petition auf change.org, da er darin sowohl eine akute Bedrohung für den Clubbetrieb als auch eine bewusste Umgehung von geltendem Baurecht sieht.[13][14][15][16]