Hundschuldig
Film von Lætitia Dosch (2024)
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Hundschuldig (Originaltitel Le procès du chien, dt. „Der Prozess des Hundes“, internationaler Titel: Dog on Trial) ist ein Spielfilm von Lætitia Dosch aus dem Jahr 2024. Die Komödie, in der die Schauspielerin und Regiedebütantin auch die Hauptrolle übernahm, handelt von einer erfolglosen Anwältin, die einen rückfälligen Hund vor der bevorstehenden Einschläferung bewahren möchte. Die Uraufführung der schweizerisch-französischen Koproduktion fand im Mai beim 77. Filmfestival von Cannes statt.
| Film | |
| Titel | Hundschuldig |
|---|---|
| Originaltitel | Le procès du chien |
| Produktionsland | Schweiz, Frankreich |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2024 |
| Länge | 81 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Lætitia Dosch |
| Drehbuch | Lætitia Dosch, Anne-Sophie Bailly |
| Produktion | Lionel Baier, Thomas Verhaeghe, Mathieu Verhaeghe, Agnieszka Ramu |
| Musik | David Sztanke |
| Kamera | Alexis Kavyrchine |
| Schnitt | Isabelle Devinck, Suzana Pedr |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Die idealistische Anwältin Avril ist auf aussichtslose Fälle spezialisiert, wodurch sie allerdings kaum einen Fall gewinnt, was laut Aussage ihres Chefs auch für den Ruf der Kanzlei schlecht ist. Nach ihrer letzten Niederlage vor Gericht schwört sie sich deshalb, ihren nächsten Fall endlich gewinnen zu wollen. Ihr neuester Mandant, der sehbehinderte Dariuch, bittet Avril allerdings darum, nicht ihn selbst, sondern seinen Hund Cosmos zu verteidigen. Das Tier habe bereits drei Menschen ins Gesicht gebissen, sodass er im Fall einer Niederlage vor Gericht eingeschläfert werden könnte.
Avril setzt sich dafür ein, dass Cosmos vor dem Gesetz nicht als Sache behandelt werden sollte, sondern als ein eigenständiges Individuum mit eigenen Rechten, Gefühlen und Willen. So dürfte er sich notfalls mit Bissen verteidigen, wenn ihn jemand beim Essen stört oder sich ihm sonst ungewollt zuwendet. Der Prozess sorgt für großes mediales Aufsehen, auch weil sich auf der einen Seite Hundebesitzer und auf der anderen Seite – Cosmos hat ausschließlich Frauen gebissen – Feministen angesprochen fühlen. Die Anklage wird von der Anwältin und Bürgermeisterschaftskandidatin Roseline Bruckenheimer übernommen. Sie möchte den „bösartigen“ Hund schuldig sehen, der in ihren Augen auch die Frauenfeindlichkeit in der Gesellschaft symbolisiert. Avril hadert teilweise auch mit Cosmos, den sie zwischenzeitlich aufnimmt und der ihr das Wohnzimmer verwüstet. Durch den Umgang mit dem Hund und auch durch die Unterstützung des Tiertherapeutens Marc lernt sie jedoch mehr über Cosmos’ Wesen und versteht, warum er bestimmte Sachen macht.
Avril versucht alles aufzubieten, was ihr möglich ist. Schließlich verliert sie den Fall dennoch und Cosmos wird daraufhin eingeschläfert. Avril verändert infolgedessen ihr Leben. Sie eröffnet selbst eine Kanzlei und spezialisiert sich auf Umweltrecht, den Status von Wäldern und die Rechte von Tieren. Sie resümiert, dass sich aus den Prozessen – gewonnene wie verlorenen – nach und nach eine neue Geschichte entsteht.
Veröffentlichung


Die Weltpremiere von Hundschuldig erfolgte am 19. Mai 2024 beim 77. Filmfestival von Cannes. Dort wurde das Werk in die Sektion Un certain regard aufgenommen.[2]
Ein regulärer Kinostart in Frankreich im Verleih von The Jokers / Les Bookmakers erfolgte am 11. September 2024.[3] In der frankophonen Schweiz wurde Doschs Regiearbeit am selben Tag durch Pathé in die Kinos gebracht, in der Deutschschweiz erst am 3. April 2025.[4] Der Kinostart in Deutschland war am 13. Februar 2025.[5][6]
Auszeichnungen
Hundschuldig war in Cannes für den Hauptpreis der Sektion Un certain regard sowie für die Caméra d’Or nominiert. Der im Film eingesetzte Hund Kodi, ein Mischling aus belgischem Malinois, Epagneul Breton, Pudel und Husky, wurde mit dem Palm Dog Award geehrt.[7]
Gemeinsam mit Reinas gelangte das Werk in die finale Auswahl, die Schweiz bei der Oscarverleihung 2025 in der Kategorie Bester internationaler Film zu vertreten.[8]
Rezeption
Oliver Armknecht vergab auf film-rezensionen.de sieben von zehn Punkten. Der Plot klinge kurios, habe aber einen wahren Kern und der Film nehme sich zudem zahlreicher anderer gesellschaftlicher Themen an. Auch wenn es dabei keine eindeutigen Antworten gebe, biete die Komödie interessante Denkanstöße und sei dabei auch unterhaltsam.[5]
Weblinks
- Profil bei swissfilms.ch
- Le procès du chien im Programm des Filmfestivals von Cannes (englisch, französisch)
- Profil bei Allociné (französisch)
- Hundschuldig bei IMDb
- Hundschuldig im Lexikon des internationalen Films