Händlerbund
360°-Netzwerk für Online-Händler. Macht Online-Handel sicherer und unterstützt Händler. Er ist kompetenter Partner von Politik, Verbrauchern und Wirtschaft, der den Belangen des Online-Handels Gehör verschafft.
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Der Händlerbund ist ein deutscher E-Commerce-Branchenverband aus Leipzig, der sich vorwiegend auf rechtliche Dienstleistungen für Onlinehändler spezialisiert hat. Nach eigenen Angaben betreut er 30.000 Mitglieder und rund 92.000 digitale Präsenzen (Stand März 2026). Neben der Tätigkeit als Rechtsdienstleister beteiligt sich der Verband regelmäßig an Debatten zu regulatorischen Fragen im Onlinehandel.
| Händlerbund | |
|---|---|
| Rechtsform | Eingetragener Verein |
| Gründung | 3. Oktober 2008 in Leipzig |
| Sitz | Leipzig |
| Zweck | Wahrnehmung und Förderung der Interessen von Unternehmen |
| Vorsitz | Andreas Arlt |
| Geschäftsführung | Tim Arlt |
| Website | www.haendlerbund.de |
Geschichte
Gegründet wurde der Händlerbund am 3. Oktober 2008 von Rechtsanwalt Andreas Arlt. Der Verband ging aus einer Leipziger Rechtsanwaltskanzlei hervor[1] und bietet seinen Mitgliedern unter anderem Rechtstexte für Online- und Marktplatz-Shops sowie rechtliche Beratung und Vertretung an.
2013 führte der Händlerbund mit dem Käufersiegel ein eigenes Gütesiegel für Online-Shops ein, das Händler nach einer rechtlichen Überprüfung ihrer Shops nutzen können. Im Folgejahr trat das Unternehmen dem europäischen Dachverband Ecommerce Europe bei.[2] Mit der NEXUS (früher: NET & WORK, 2020 umbenannt) initiierte der Händlerbund 2018 eine neue Fachmesse für den E-Commerce-Sektor.[3][4][5][6]
Organisationsstruktur
Die Organisation besteht aus zwei rechtlichen Einheiten: Während der Händlerbund e.V. die Interessen seiner Mitglieder vertritt, stellt das Unternehmen über die Händlerbund Management AG wirtschaftliche Dienstleistungen zur Verfügung. Den Vorstand bilden Andreas Arlt als Gründer sowie Tim Arlt. Vereinssitz und Hauptstandort befinden sich in Leipzig. Für die Interessenvertretung gegenüber Politik und anderen Verbänden unterhielt der Händlerbund neben dem Hauptsitz in Leipzig auch ein Büro in Berlin.
Interessenvertretung
Der Händlerbund vertritt eigenen Angaben zufolge die Interessen des Onlinehandels und insbesondere kleiner und mittelständischer Unternehmen gegenüber Öffentlichkeit und Politik. In diesem Rahmen veröffentlichte das Unternehmen in der Vergangenheit Stellungnahmen zu Gesetzgebungsvorhaben, unter anderem zu Themen wie unlauterem Wettbewerb (UWG) und der WLAN-Störerhaftung. Auch zu weiteren branchenrelevanten E-Commerce-Entwicklungen wie der Debatte um Retouren im Onlinehandel nahm der Händlerbund Stellung und wurde als Branchenvertreter unter anderem von Heise online zitiert.[7]
Wiederholt äußerte sich der Verband zu regulatorischen Fragen zur Position des Versandhändlers Amazon im deutschen Onlinehandel sowie dessen Stellung als Marktplatzbetreiber: So kritisierte der Verband unter anderem die Umsetzung der sogenannten Button-Lösung durch den Konzern oder preisliche Vorgaben für die Marktplatzhändler. In einer 2026 erschienen dpa-Meldung kommentierte Händlerbund-Juristin Sandra May die Entscheidung des Bundeskartellamts, die Preisvorgaben von Amazon auf seinem Marktplatz als rechtswidrig einzustufen.[8]
Vertreter des Händlerbundes werden in Medienberichten regelmäßig als Ansprechpartner zu rechtlichen Fragen des Onlinehandels zitiert, etwa im ZDF zum Thema Verbraucherschutz und Zahlungsdiensten[9], in Die Welt[10] zu rechtlichen Fehlern auf Handelsplattformen oder 2015 bei Golem und Handelsblatt zum Schutz vor Abmahnungen.[11][12]
Teil der Interessenvertretung ist außerdem die Initiative FairCommerce, die sich gegen den Missbrauch von Abmahnungen richtet und einen fairen Wettbewerb im Onlinehandel stützen soll. In regelmäßigen Abständen befragt der Händlerbund seine Mitglieder zu Abmahnungen und aktuellen rechtlichen Problemen im KMU-Sektor und veröffentlicht die Ergebnisse als Branchenstudien.[13][14]