Hütt-Brauerei
mittelständische Brauerei im Raum Kassel
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| Hütt-Brauerei Bettenhäuser GmbH & Co. KG | |
|---|---|
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| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 21. März 1752 |
| Auflösung | Oktober 2025 |
| Auflösungsgrund | Liquidierung mangels Nachfolger |
| Sitz | Baunatal-Rengershausen |
| Leitung | Frank Bettenhäuser[1] |
| Mitarbeiterzahl | 41[2] |
| Umsatz | 6,4 Millionen Euro |
| Branche | Herstellung von Bier |
| Website | www.huett.de |
| Stand: November 2025 | |


Die Hütt-Brauerei in Rengershausen bei Kassel war eine niederhessische Privatbrauerei und ist heute eine Biermarke der Schlossbrauerei Rheder im westfälischen Brakel. Die Brauerei wurde 1752 gegründet und im November 2025 mangels Nachfolger stillgelegt und die Marke inklusive Rezeptur und Lieferverträgen verkauft. Dazu gehörte auch die schon vorher von der Hütt-Brauerei übernommene Marke Hessisches Löwenbier.
Geschichte
Am 21. März 1752 wurde Johann Friedrich Pierson (* 1689) die Konzession für das „Kessel-Bier-Brauen“ erteilt. Pierson war der Sohn einer 1685 aus Metz eingewanderten Hugenotten-Familie. Vorerst beschränkte die Konzession das Bierbrauen auf den eigenen Bedarf im Ausschank des Gasthofes. Seit der Konzessionserteilung befand sich die später benannte „Knallhütte“ in ununterbrochener Folge im Besitz der Nachkommen von Pierson.
Der Name „Knallhütte“ entstand vermutlich erst im 19. Jahrhundert. Die frühere Frankfurter Straße führte über eine Steigung zur Brauerei und zum Gasthof. Die pferdebespannten Frachtwagen mussten zur Überwindung Hilfe in Form von Brauereipferden anfordern. Durch lautes Peitschenknallen machten sie auf sich aufmerksam, daher der Name „Knallhütte“. 1755 wurde Dorothea Viehmann, geb. Pierson, in der Knallhütte geboren. Nach Pierson übernahm sein Sohn Johann Friedrich Isaak Pierson den Betrieb. Es folgte 1798 der Brauer Otto Keim, der seit 1786 mit Johann Friedrich Isaaks Tochter Anna Sabine verheiratet war. Der nächste Besitzer war der 1796 auf der Knallhütte geborene Johann Martin Keim. Er erlebte, wie am 22. April 1809 der Dörnberg-Aufstand bei der Knallhütte niedergeschlagen wurde.
1814 war die Knallhütte die erste Station auf der Strecke des Eilpostverkehrs von Kassel nach Frankfurt. Ab 1846 bewirtschaftete Karl Keim die Knallhütte. Am 7. Juli 1887 wurden sämtliche Wirtschaftsgebäude durch Brandstiftung zerstört. Beim Wiederaufbau wurden Teile der alten Anlage wiederhergestellt, die Neubauten wurden im Stil der damaligen Zeit errichtet. Diese zwei verschiedenen Baustile der Jahrhunderte prägen noch heute das Erscheinungsbild der Knallhütte.
Am 12. Dezember 1850 wurde Heinrich Keim auf der Knallhütte geboren. Er übernahm 1900 den Betrieb. Heinrich Keim vererbte die Brauerei 1931 an seine Tochter Helene, die mit Franz Bettenhäuser verheiratet war. Unter Franz Bettenhäuser wurde die Brauerei erweitert, die Gaststätte erhielt ein neues, der moderneren Zeit entsprechendes Aussehen. Als er 1945 starb, lagen Brauerei und Gasthof nahezu vollständig darnieder. Sein Sohn Karl Bettenhäuser musste nahezu neu beginnen.
1977 hatte die Firma 225-jähriges Bestehen. 1982 kam der Sohn von Annemarie und Karl Bettenhäuser, Frank Bettenhäuser, nach seinem Studium wieder in den Betrieb. 1984 übernahm er die Geschäftsleitung des Unternehmens, am 1. Januar 1990 folgte die Umfirmung in Hütt-Brauerei Bettenhäuser KG und am 1. Januar 2003 in Hütt-Brauerei Bettenhäuser GmbH & Co KG.
Der Umsatz lag 2008 bei ca. acht Millionen Euro. Dieser wurde von 42 fest angestellten Mitarbeitern erwirtschaftet. Es wurden 67.500 Hektoliter Bier gebraut, davon wurden ca. 30 Prozent als Fassbier abgesetzt. Zudem wurden 8.500 hl alkoholfreie Getränke produziert.
Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte der Name der Hütt-Brauerei durch die Blockade des Castor-Transports vom 8. November 2010 mittels eines von Greenpeace umgebauten alten LKW mit noch vorhandener Aufschrift der Brauerei.[3][4]
Der jährliche Bierabsatz lag 2019 bei 53.000 Hektoliter.[5] Mangels eines Nachfolgers wurde der Brauereibetrieb ab August 2025 eingestellt und der Bestand bis November 2025 ausgeliefert.[1] Zuletzt befand sich die Brauerei seit neun Generationen im Familienbesitz. Das Restaurant und Brauhaus „Knallhütte“ ist nicht betroffen und soll weiter bestehen.[6] Die Rezepte und Lieferverträge der Marken Hütt und Hessisches Löwenbier wurden anschließend an die Schlossbrauerei Rheder im westfälischen Brakel verkauft.[7] Hoffnungen auf einen Erhalt oder eine Übernahme der Brauerei mitsamt Mitarbeiter in Rengershausen erfüllten sich nicht.
Hessisches Löwenbier
Die ehemalige Hessische Löwenbier Brauerei im niederhessischen Malsfeld gehörte zur Hütt-Brauerei Bettenhäuser GmbH & Co. KG. Die Produkte werden seit 2015 unter dem Markennamen Hessisches Löwenbier vertrieben und wurde wie auch die Marke Hütt von der Schlossbrauerei Rheder übernommen. Im BrauereiMuseum Malsfeld wurde Ende 2012 mit der BrauWerkstatt Malsfeld eine Spezialitätenbrauerei eröffnet.[8]
Brauereifest
Jedes Jahr zu Fronleichnam veranstaltete die Hütt-Brauerei ein Brauereifest in Verbindung mit dem Dorothea-Viehmann-Wandertag.[9]
Weblinks
- Hütt-Brauerei
- Literatur über Hütt-Brauerei nach Register In: Hessische Bibliographie
