Hüttenwerk Engelsberg
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Das Hüttenwerk Engelsberg (schwedisch Engelsbergs bruk) in Ängelsberg, Gemeinde Fagersta, ist ein schwedisches Industriemuseum. Es wurde 1993 aufgrund seines außergewöhnlichen Erhaltungszustandes und seiner Bedeutung für die europäische Eisenindustrie in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Anlage gilt als das vollständigste und am besten erhaltene Beispiel einer schwedischen Eisenhütte aus der frühen Neuzeit.[1]
| Eisenhütte Engelsberg | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Hüttenwerk Engelsberg, Hochofen | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iv) |
| Fläche: | 9,6 ha |
| Referenz-Nr.: | 556 |
| UNESCO-Region: | Europa und Nordamerika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1993 (Sitzung 17) |

Geschichte
Ängelsberg liegt in der Region Bergslagen, dem traditionellen Bergbaugebiet Schwedens. 1681 wurde dort ein Hüttenwerk gegründet, das das Eisenerz der umliegenden Gruben verarbeitete.[1]
Einige Jahrzehnte später hatte sich das Werk zu einem der wichtigsten Eisenproduzenten Schwedens entwickelt. Durch technische Verbesserungen und den Erwerb benachbarter Schmieden stieg die Produktion im 18. Jahrhundert kontinuierlich an, zwischen 1695 und 1767 erhöhte sie sich von 135 auf 264 Tonnen pro Jahr. In den Jahren 1778/79 entstand ein neuer Hochofen, der den damaligen technischen Innovationen entsprach.[2] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts zählte das Hüttenwerk zu den modernsten Eisenhütten der Welt.[3]
In seiner Glanzzeit umfasste das Werk etwa 50 Gebäude: Verwaltungsgebäude, Industriegebäude wie Hochofen, Schmiede und Waage, Arbeiterwohnungen, eine Branntweinschenke mit Übernachtungsmöglichkeiten für Tagelöhner,[4][5] sowie herrschaftliche Einrichtungen (Herrenhof, Parkanlage, Gärtnerhäuschen) und landwirtschaftliche Gebäude (Ställe, Getreidemagazin).[6][5]
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts geriet das Hüttenwerk aufgrund der Konkurrenz von ausländischen Eisenerzeugnissen mit moderner Technologie in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Zwar wurden 1917 eine Lancashire-Schmiede und ein modernes Walzwerk gebaut, aber schon 1919 wurde das Werk stillgelegt.[1]
Architektur und Technik
Der 1778/79 errichtete Hochofen ist eine sogenannte Mulltimmerhytta – eine für Schweden typische Erd-Fachwerk-Konstruktion, bei der das Mauerwerk in einen hölzernen Fachwerkrahmen eingefasst ist.[6][7] Er blieb bis zur Stilllegung 1919 in Betrieb und zählt zu den wenigen noch erhaltenen Hochöfen dieser Bauart in Schweden.[8]
Die Schmiede ist mit mehreren großen Schmiedehämmern ausgestattet, die durch ein Wasserrad angetrieben wurden.[9] Das Wasserrad sowie die dazugehörigen Transmissionen und Gebläse sind noch voll funktionstüchtig.[10]
Restaurierung und heutiger Zustand
In den 1970er Jahren wurde das Hüttenwerk restauriert.[11] Es bewahrt den Zustand von ungefähr 1870, als es das letzte Mal umgebaut wurde.
Das Areal befindet sich seit 1987 im Besitz der Nordstjernan AB, die für den Erhalt und die Entwicklung der Anlage verantwortlich ist.[11] Die Anlage ist heute Teil des Ekomuseums Bergslagen und bietet regelmäßige öffentliche Führungen sowie Vorführungen der historischen Technik an.[12]
In der Nähe befindet sich die Raffinerie Engelsberg, die älteste noch erhaltene Erdölraffinerie der Welt.
Literatur
- Thomas Brännström, Marita Jonsson (Fotos): Världsarv Engelsbergs bruk. Byggförlaget, Stockholm 2003, ISBN 978-91-7988-255-6.
- Marie Nisser: Engelsbergs bruk – en vägledning. Nordstjernan förvaltning, Stockholm 1992, ISBN 978-91-630-1400-0.
Weblinks
- Offizielle Website (schwedisch)
