IG Kultur Österreich
kulturpolitische Interessensvertretung und Dachorganisation von österreichischen Kulturinitiativen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die IG Kultur, auch IG Kultur Österreich (IGKÖ) ist die kulturpolitische Interessenvertretung und Dachorganisation von österreichischen Kulturinitiativen. Mit über 1.200 Mitgliedern (Stand 2026)[1] und Landesorganisationen in den Bundesländern ist sie die größte Interessenvertretung für den Kulturbereich in Österreich. Der gemeinnützige Verein wurde 1990 in Salzburg gegründet,[2] ihr Sitz ist in Wien.
| IG Kultur Österreich | |
|---|---|
| Rechtsform | Verein |
| Gründung | 17. Juni 1990 (in Salzburg) |
| Sitz | Wien, |
| Zweck | Interessenvertretung |
| Geschäftsführerin | Yvonne Gimpl |
| Mitglieder | 1.224 (2023) |
| Website | igkultur.at |
Tätigkeit
Die IG Kultur bemüht sich um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der freien Kulturarbeit.[3] Das beinhaltet Lobbying im politischen Bereich, aber auch Beratung (Vereinsgründung, Steuer, Recht, Förderungen, Arbeitsrecht, AKM)[4] sowie nationale wie internationale Vernetzungstätigkeiten für ihre Mitglieder.
Eine zentrale Kampagne der IG Kultur ist Fair Pay für Kulturarbeit,[5] die 2013 ins Leben gerufen wurde. Grundlage sind Gehaltsschemas[6] und Honorarrichtlinien, die eine Mindestgrundlage für faire Entlohnungsstandards sorgen sollen. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Anhebung des Kulturbudgets. Im Zuge der Regierungsbildung 2019 konnte Fair Pay erstmals in erfolgreich in ein Regierungsprogramm lobbyiert werden.[7]
Ländervertretung
Folgende kulturelle Dachverbände in den Bundesländern nehmen als unabhängige Rechtskörper die Funktion der Ländervertretung der IG Kultur Österreich wahr:[8]
- Dachverband Salzburger Kulturstätten
- IG Kultur Burgenland
- IG Kultur Steiermark
- IG Kultur Vorarlberg
- IG Kultur Wien
- IG KIKK
- Kulturplattform OÖ
- Kulturvernetzung Niederösterreich
- TKI - Tiroler Kulturinitiativen / IG Kultur Tirol
Medien
Herausgegeben werden Publikationen wie eine Zeitschrift, Radiosendungen, Bücher und Pressemeldungen zu meist kulturpolitischen Themen, die die Arbeit der Mitglieder unterstützen sollen.[9]
Kulturrisse
Die IG Kultur publizierte von 1996 bis 2013 die Zeitschrift Kulturrisse. Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik mit kulturtheoretischerem Fokus. Sie wurde einerseits über Abonnements und die Website, andererseits über ausgewählte Buchhandlungen in Wien, Linz und Berlin vertrieben.
Zentralorgan
Das Magazin der IG Kultur,[10] im Untertitel auch Zentralorgan für Kulturpolitik und Propaganda erscheint seit 2015 und verhandelt kulturpolitische Themen und Praxen. Es versucht, die Sichtweise auf die Bedeutung von Kulturarbeit und auf ihren gesellschaftlichen Einfluss zu verändern. Somit schließt die IG Kultur an die Tradition eines eigenen Printmediums an, nachdem die Kulturrisse 2013 eingestellt wurden, fokussiert hier allerdings im Vergleich zu den theoretisch ausgelegten Kulturrisse deutlicher auf die Praxis.
Radio/Podcasting
Der Bewegungsmelder Kultur ist die Radiosendereihe der IG Kultur, die mit 118 Ausgaben seit 2006 (Stand Juli 2015)[11] von den Freien Radios österreichweit ausgestrahlt wird. Die Episoden sind on demand als Podcast verfügbar.
Weitere Publikationen
Weitere Publikationen der IG Kultur beinhalten unter anderem den Alternativen Kulturbericht,[12] eine statistische Erhebung der Rahmenbedingungen der freien Kunst- und Kulturszene auf Grundlage einer Basisdatenerhebung der Mitglieder der IG Kultur, und die Publikation Klimawechsel[13] sowie Alternativen zum Verlust der Kulturpolitik,[14] die sich mit unterschiedlichen Aspekten österreichischer Kulturpolitik auseinandersetzen.
Partnerschaften
Die IG Kultur Österreich ist Mitglied des Österreichischen Kulturrats, des Spitzenverbands der österreichischen Kultur-Verbände,[15] der Interessenvertretung Gemeinnütziger Organisationen (IGO), und der Verbände European Network of Cultural Centres (ENCC) und Culture Action Europe.
Literatur
- Pedro Aguilera Cortés, Katalin Bársony, Aylin Basaran, Ljubomir Bratić, Hamze Bytyci, Markus End, Gilda-Nancy Horvath, Marty Huber, Almir Ibrić, Patricia Köstring, Anna Mirga, Radostina Patulova, André J. Raatzsch, Simone Schönett, Erika Thurner: Romanistan ist überall. Markierungen im unwegsamen Gelände. Hrsg.: IG Kultur Österreich. Eigenverlag, Wien 2013, ISBN 3-9500544-7-2.
- Daniela Losenicky: 10 Jahre IG Kultur Österreich. IG Kultur Österreich, Wien 2000, ISBN 3-9500544-5-6.
- Gerald Raunig: Sektor 3/Kultur. Widerstand, Kulturarbeit, Zivilgesellschaft : eine Konferenz der IG Kultur Österreich zu den zivilgesellschaftlichen Facetten des kulturellen Feldes, 31. März bis 2. April 2000. 2000, ISBN 3-9500544-6-4.
- Oliver Marchart, Gerald Raunig, IG Kultur Österreich: Klimawechsel für eine neue Politik kultureller Differenz Überlegungen zu einer Reform der Kulturpolitik in Österreich. IG Kultur Österreich, Wien 1998, ISBN 978-3-9500544-2-2.