IREN
australisches Unternehmen mit Hauptsitz in Sydney (New South Wales)
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IREN Ltd (ehemals Iris Energy Ltd) ist ein australisches Unternehmen mit Hauptsitz in Sydney (New South Wales). IREN betreibt Rechenzentren („Data Centers“), die vollständig mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Die Infrastruktur ist sowohl für Krypto-Mining als auch für KI-Cloud-Services optimiert. Zum Geschäft zählen der Betrieb eigener Mining-Anlagen (Proof-of-Work für Bitcoin), der Aufbau von GPU-Cloud- und Colocation-Angeboten sowie maßgeschneiderte Rechenzentrumsprojekte für Großkunden. IREN ist seit dem Börsengang im November 2021 an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet.[2]
| IREN Ltd. | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | AU0000185993 |
| Gründung | 2018 |
| Sitz | Sydney, Australien |
| Leitung | Daniel Roberts und Will Roberts (Co-CEOs) |
| Mitarbeiterzahl | 457 (2022) |
| Umsatz | 321,12 Mio. US-Dollar (2025)[1] |
| Website | www.iren.com |
Geschichte
IREN wurde 2018 in Sydney von den Brüdern Daniel und William Roberts als Iris Energy Limited gegründet. Ausgangspunkt war das Interesse an Bitcoin und die Vision, das energieintensive Mining nachhaltiger zu gestalten. Noch im Gründungsjahr übernahmen die Gründer einen Datenzentrumskomplex in Canal Flats (British Columbia, Kanada), der an ein ehemaliges Zellstoffwerk angeschlossen war.[3] Weitere Projekte in British Columbia und in Texas folgten.
Im November 2021 erfolgte der Börsengang (IPO) an der Nasdaq. Dabei wurden über 8,2 Millionen Aktien platziert, was Erlöse von etwa 232 Mio. USD einbrachte. Das Unternehmen listete unter dem Symbol „IREN“. Nach dem Börsengang investierte IREN intensiv in den Ausbau weiterer Standorte: So baute es die Rechenzentren in Mackenzie und Prince George sukzessive auf (50–85 MW Kapazität). Insgesamt sicherte sich das Unternehmen Standorte und Optionen für über 1 GW Gesamtleistung in Nordamerika.[2]
Im Jahr 2023 begann IREN, sich mit dem globalen KI-Boom stärker auf KI- und Hochleistungsrechnen (High-Performance Computing, HPC) zu fokussieren. Als Teil dieser Neuausrichtung verkündete das Unternehmen im November 2024 offiziell seine Umfirmierung von Iris Energy Ltd zu IREN Ltd.[4] Parallel dazu erzielte IREN große Aufträge im KI-Bereich: So unterzeichnete die Firma im November 2025 einen 9,7 Milliarden-Dollar-Vertrag mit Microsoft über Lieferung von GPU-Cloud-Infrastruktur.[5] Im März 2025 bestellte IREN mehr als 50.000 Nvidia-GPUs, wodurch die Gesamtkapazität auif 150.000 GPUs anstieg. Gleichzeitig verkaufte das Unternehmen Aktien im Wert von 6 Milliarden Dollar um seine Expansion zu finanzieren.[6]
Aktivitäten
Das Unternehmen baut und besitzt zahlreiche Rechenzentren in Nordamerika und vermietet dort Rechenleistung (z. B. für Mining und KI) sowie ganze Serverräume („Colocation“). Zu den Standorten zählen derzeit sechs Hauptanlagen: in Kanada die Anlagen Canal Flats (British Columbia, ~30 MW) sowie Mackenzie (BC, ~80 MW) und Prince George (BC, ~50 MW), und in den USA der Campus Childress (Texas, 750 MW) sowie das im Bau befindliche Projekt in Sweetwater (Texas, 2 000 MW) und eine Entwicklungsfläche in Oklahoma (1 600 MW). Insgesamt sicherte IREN Standorte und Verträge für über 4,5 GW Leistung zu. Anfang 2026 waren etwa 810 MW Betriebsleistung ans Netz gegangen, 2 100 MW waren im Bau und weitere 1 600 MW befanden sich in der Entwicklung. Alle Standorte sind an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, beziehen jedoch zu 100 % erneuerbare Energie (Eigenstrom aus Wasser-, Wind- oder Solar-Anlagen oder über Strombezugsrechte/RECs).[7][5]
Kontroversen
Im Oktober 2024 reichte ein Anleger vor einem US-Gericht in New York eine Klage gegen das Unternehmen ein. Diese behauptet, IREN habe seinen Investoren in der Hochleistungsrechner-Ebene falsche Versprechungen gemacht, insbesondere sei sein Datenzentrum in Childress (Texas) nicht für anspruchsvolle HPC-Anwendungen geeignet, obwohl es so beworben worden sei. Die Klage führt aus, dass wichtige Infrastruktur (z. B. Reserve-Stromleitungen, Kühlung) fehle, und spricht von „irreführenden“ Aussagen des Managements.[8]
Zuvor war bereits eine Sammelklage im Zusammenhang mit dem Börsengang 2021 eingereicht worden. Aktionäre warfen Iris Energy vor, beim IPO wesentliche Risiken (etwa zur Verschuldung) verschwiegen zu haben. Im September 2024 wies ein US-Gericht die Klage jedoch ab, da kein Nachweis für vorsätzliche Falschangaben erbracht werden konnte.[9]