Ian Watson (Autor)

britischer Science-Fiction-Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Ian Watson (* 20. April 1943 in Saint Albans, Vereinigtes Königreich; † 13. April 2026 in Gijón, Spanien[1]) war ein britischer Science-Fiction-Autor und Drehbuchautor.

Ian Watson (2017)

Leben

Ian Watson wuchs als Einzelkind in North Shields auf und besuchte von 1948 bis 1959 die King’s School in Tynemouth.[2] Neben klassischer Literatur las er viel Science-Fiction, ohne dieses Genre jedoch übermäßig ernst zu nehmen.[3]

1962 heiratete er die Malerin Judy Jackson, ein Jahr bevor er am Balliol College in Oxford im Fach Englische Literatur zum Bachelor of Arts graduierte. Mit einer Arbeit über den Einfluss französischer Autoren auf Walter Pater erhielt er 1965 den Master of Arts.[2] Danach wirkte er bis 1967 am University College von Daressalam als Dozent. Von 1967 bis 1970 hielt Watson an Tokioter Universitäten Vorlesungen über Englische Literatur. Die dortigen Verhältnisse, die von Technik und Umweltverschmutzung herrührten, veranlassten ihn, sich ernsthaft der Science-Fiction zuzuwenden.[3]

Von 1970 an lebte er in Oxford, dozierte an der Birmingham Polytechnic im Fach Future Studies (wozu auch Science-Fiction zählte),[4] experimentierte mit LSD und beschäftigte sich – angeregt von Kollegen – mit Sozialanthropologie und Linguistik.[3] 1973 wurde er Vater einer Tochter.[2]

Der Erfolg seiner ersten beiden Romane The Embedding, der den Prix Apollo im Jahr 1975 gewann,[5] und The Jonah Kit, für den er 1978 den British Science Fiction Award erhielt,[5] veranlasste ihn 1976, hauptberuflicher Schriftsteller zu werden.[4][3]

1979 zog er in ein kleines Dorf in Northamptonshire. In den 1980er Jahren engagierte er sich für die Labour Party, für die er bei Parlamentswahlen kandidierte,[6] sowie die Campaign for Nuclear Disarmament.[3] Am 14. April 2001 starb seine Frau Judy mit 61 Jahren an den Folgen einer Krankheit.[2][7]

Werk

Für seinen ersten Roman wurde er von kurzen Texten seiner Frau inspiriert, die er zu einer erotischen Satire mit dem Titel The Woman Factory erweiterte. Der Plan, ihn in der Olympia Press herauszubringen, zerschlug sich mit dem Bankrott des Verlags. Bis heute ist der Roman lediglich in französischer und, in einer überarbeiteten Version, in japanischer Übersetzung erschienen.[8]

The Embedding basiert auf Ideen der Generativen Grammatik. Anhand von Außerirdischen, die auf der Suche nach neuen sprachlichen Zugängen zur Wirklichkeit die Erde aufsuchen, wird hier unter anderem die Frage behandelt, inwieweit die Sprache Erfahrungen und Bewusstsein beeinflusst und was sie über die, die sie sprechen, aussagt.[5]

In The Jonah Kit geht es um Experimente, bei denen menschliches Bewusstsein auf Wale übertragen wird. In Miracle Visitors wird ein Zusammenhang zwischen UFO-Erfahrungen und mystischen Erlebnissen hergestellt. Unter Hypnose berichtet ein Psychologiestudent von einer Entführung durch Außerirdische und nennt dabei Namen, die sein Professor aus den prophetischen Büchern von William Blake kennt.

Watson schrieb außerdem die Romane God’s World und The Flies of Memory sowie mehrere Sammlungen mit Kurzgeschichten. Auch in diesen Werken kommt das Thema der Wahrnehmung, die Frage nach der wahren Natur der Dinge und die Suche nach Transzendenz immer wieder vor.[5] Watson verarbeitete darüber hinaus für Stanley Kubrick die Kurzgeschichte Super-Toys Last All Summer Long von Brian Aldiss zu einem Drehbuch, das schließlich zur Vorlage von Steven Spielbergs Film A.I. – Künstliche Intelligenz wurde.[9][10]

Im Jahr 1980 schrieb er zusammen mit Michael Bishop den Roman Under Heaven’s Bridge. Außerdem verfasste er eine Serie von Romanen, die im Warhammer-40,000-Universum spielen: Space Marine und die Inquisition-War-Trilogie aus Inquisitor, Harlequin und Chaos Child.

Das finnische Nationalepos Kalevala inspirierte ihn zu The Book of Mana, nach seiner eigenen Aussage der „ehrgeizigste (und umfangreichste) Roman (…), an den ich mich jemals gewagt habe“.[11]

Zusammen mit dem italienischen Autor Roberto Quaglia hat Watson seit 2003 erotisch-satirische Kurzgeschichten verfasst, die in verschiedenen Anthologien und Magazinen (u. a. in Weird Tales) publiziert wurden und in gesammelter Form im Frühjahr 2009 unter dem Titel The Beloved of My Beloved erschienen sind.[12][13]

Auszeichnungen

  • 1975: Prix Apollo für den Roman The Embedding
  • 1978: British SF Association Award für den Roman The Jonah Kit
  • 1987: Interzone Readers Poll für die Kurzgeschichte The People on the Precipice
  • 2010: British SF Association Award für die Kurzgeschichte The Beloved Time of Their Lives (zusammen mit Roberto Quaglia)

Bibliografie

Warhammer 40,000 (Tie-ins zum Rollenspiel)

Romane

Sammlungen

Anthologien (als Herausgeber)

Bücher für jugendliche Englischlernende

  • Japan: A Cat’s Eye View (1969)
  • Japan Tomorrow (1977)

Literatur

Lexika

Einzelnachweise

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