Ice Memory Foundation

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Die Ice Memory Foundation ist eine internationale wissenschaftliche Stiftung mit Sitz in Saint‑Martin‑d’Hères (Frankreich). Sie widmet sich der Sicherung, Archivierung und langfristigen Konservierung von Eisbohrkernen aus weltweit bedrohten Gebirgsgletschern. Die Stiftung wurde 2021 unter dem Dach der Fondation Université Grenoble Alpes gegründet und koordiniert Expeditionen, Forschungspartnerschaften sowie den Aufbau eines globalen Eisarchivs in der Antarktis.

RechtsformStiftung
Gründung18. Januar 2021
SitzSaint-Martin-d’Hères, Frankreich
ZweckLangfristige Konservierung von Eisbohrkernen aus bedrohten Gletschern
Schnelle Fakten Rechtsform, Gründung ...
Ice Memory Foundation
Rechtsform Stiftung
Gründung 18. Januar 2021
Sitz Saint-Martin-d’Hères, Frankreich
Zweck Langfristige Konservierung von Eisbohrkernen aus bedrohten Gletschern
Website https://www.ice-memory.org
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Ziele und Aufgaben

Die Ice Memory Foundation wurde 2021 offiziell von sieben großen französischen, italienischen und schweizerischen wissenschaftlichen Einrichtungen gegründet: dem CNRS, dem IRD, der Universität Grenoble Alpes und dem französischen Polarinstitut (IPEV) in Frankreich, dem italienischen Nationalen Forschungsrat (CNR) und der Universität Ca’ Foscari in Venedig in Italien sowie dem Paul Scherrer Institut (PSI) in der Schweiz. Sie wird von der Stiftung der Universität Grenoble Alpes getragen.[1] Die Stiftung verfolgt das Ziel, Eisbohrkerne aus Gletschern zu entnehmen, die durch den Klimawandel vom Abschmelzen bedroht sind. Diese Eisarchive enthalten als natürliche Zeitkapseln Informationen über historische Klimabedingungen, die atmosphärische Zusammensetzung sowie natürliche und anthropogene Umweltveränderungen.[2] Die langfristige Einlagerung soll sicherstellen, dass zukünftige Generationen Zugang zu diesen Daten erhalten, auch wenn die ursprünglichen Gletscher verschwunden sind.

Ice Memory Sanctuary

Ein zentrales Projekt der Stiftung ist das Ice Memory Sanctuary, ein unterirdisches Archiv in der Nähe der Station Dome Concordia in der östlichen Antarktis. Dort werden Eisbohrkerne bei Temperaturen um −52 °C gelagert. Die Bedingungen sollen eine Konservierung über mehrere Jahrhunderte ermöglichen. Im Jahr 2025 wurden erstmals Bohrkerne aus Gebirgsgletschern dorthin transportiert und eingelagert.[3][4]

Expeditionen

Seit 2016 organisiert die Stiftung internationale Bohrkampagnen. Zu den bisherigen und geplanten Expeditionen gehören unter anderem:

  • 2025: Pamir (Tadschikistan)[5]
  • 2025: Grand Combin (Schweiz)[3][6]
  • 2023: Colle del Lys (Italien)
  • 2023: Svalbard (Norwegen)
  • 2022: Kilimandscharo (Tansania)[7]
  • 2021: Monte Rosa (Italien)[8]
  • 2018: Elbrus und Belukha (Russland)[9]
  • 2017: Illimani (Bolivien)[10]
  • 2016: Col du Dôme (Frankreich)[11]

Die Bohrkerne dokumentieren teils bis zu 18.000 Jahre Klima‑ und Umweltgeschichte.

Organisation

Die Stiftung verfügt über ein Governing Board, einen wissenschaftlichen Beirat sowie ein Netzwerk internationaler Partnerinstitutionen. Sie arbeitet mit Universitäten, Forschungseinrichtungen und staatlichen Organisationen zusammen. Die Ice Memory Foundation wird durch öffentliche Forschungseinrichtungen, internationale Kooperationen sowie private Spenden finanziert.

Literatur

  • Ice Memory Foundation (Hrsg.): Ice Memory – Preserving the Memory of the World’s Glaciers. Informationsmaterial der Stiftung, Grenoble 2021 ff.

Einzelnachweise

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