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Ida Hohenemser

deutsche Montessoripädagogin und Philanthropin From Wikipedia, the free encyclopedia

Ida Emma Hohenemser (* 10. November 1866 in Frankfurt am Main; † 9. Juli 1920 ebenda) war eine deutsche Montessoripädagogin und Philanthropin. Sie gründete 1914 in Meiningen das erste Montessori-Kinderhaus in Deutschland.

Leben und Wirken

Ida Hohenemser entstammte der wohlhabenden und einflussreichen Frankfurter jüdischen Bankiersfamilie Hohenemser (Bankhaus J. Hohenemser). Ihre Tante war Emma Guerrieri Gonzaga (geb. Hohenemser), Ehefrau des italienischen Freiheitskämpfers Carlo Guerrieri Gonzaga. Die spätere Widerstandskämpferin Elisabeth Schumacher war ihre Nichte.

Hohenemser erhielt die für Mädchen des Großbürgertums damals übliche Ausbildung durch Privatunterricht und an Höheren Töchterschulen mit anschließendem Pensionat. Sie lebte mehrere Jahre bei ihrer Tante in Italien, wo sie mit deren Freundin Maria Montessori in Kontakt kam und sich intensiv mit deren neuer Pädagogik beschäftigte.

Um 1913/1914 kehrte Hohenemser kurzzeitig nach Frankfurt zurück und zog anschließend nach Meiningen. Dort unterstützte sie ihre verwitwete Schwägerin bei der Erziehung von deren fünf Kindern. In ihrer Wohnung und dem dazugehörigen Garten richtete sie zudem eine Einrichtung für Arbeiterkinder ein: > „[...] für arme Kinder, die hungernd und verwahrlost auf den Straßen herumliefen, während ihre Mütter in den Fabriken arbeiteten... Ihre Wohnung und ihr schöner Garten in Meiningen wurden nun das erste deutsche ‚Haus der Kinder‘. Sie erzog und unterrichtete die Kleinen nach der Methode Maria Montessoris.“[1][2]

Damit schuf sie die erste Montessori-Einrichtung auf deutschem Boden. Neben ihrer praktischen Arbeit übersetzte sie grundlegende Werke Montessoris aus dem Italienischen ins Deutsche.

Ida Hohenemser nahm sich am 9. Juli 1920 im Alter von 53 Jahren das Leben. Ihre Übersetzung von Montessoris Hauptwerk Montessori-Erziehung für Schulkinder erschien posthum im Jahr 1926.

Rezeption

Hohenemsers Pionierarbeit geriet nach ihrem Tod und während der NS-Zeit weitgehend in Vergessenheit, wird jedoch in der neueren erziehungswissenschaftlichen Forschung zur Geschichte der Reformpädagogik als entscheidender Impuls für die Verbreitung der Montessori-Pädagogik in Deutschland gewürdigt.

Literatur

  • Clara Grunwald: Über die Montessori-Bewegung in Deutschland. In: Axel Holtz (Hrsg.): Das Kind ist der Mittelpunkt. Ulm 1995, S. 77–87.
  • Franz-Michael Konrad: Kindergarten oder Kinderhaus? Montessori-Rezeption und pädagogischer Diskurs in Deutschland bis 1939. Lambertus, Freiburg im Breisgau 1997, ISBN 978-3-7841-0989-3.
  • Martha-Lisa Pfitzner: Ida Emma Hohenemser. Ein Leben und Wirken für die Montessori-Pädagogik Anfang des 20. Jahrhunderts. (Masterarbeit), Selbstverlag, München 2024.

Einzelnachweise

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