Idanna Pucci
italienische Autorin, Aktivistin und Filmemacherin
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Idanna Pucci (auch Idanna Pucci di Barsento Castello di Brazzà; * 25. Dezember 1945 in Florenz) ist eine italienische Autorin, Aktivistin und Filmemacherin.
Leben

Die Puccis, von denen Idanna Pucci väterlicherseits abstammt, zählen bereits seit der frühen Neuzeit zu den einflussreichsten Familien in Florenz. Nach Scheidung ihrer Eltern zog ihre Mutter nach Südafrika, während Idanna ihre Kindheit und Jugend bei ihrem Vater verbrachte. Ihren Vater war während ihrer Kindheit wenig anwesend und kümmerte sich um den Erhalt des Palazzo Pucci, den ein Vorfahre im 16. Jahrhundert in Aufrag gegeben hat. Ihr Onkel, der Modedesigner Emilio Pucci, besuchte ab den 1950er-Jahren regelmäßig die indonesische Insel Bali und weckte bei seiner Nichte schon in der Kindheit ein Interesse für Kultur und Kunst dieser Region. Nachdem sie an einem katholischer Internat in iher Heimatstadt eine Hochschulreife erworben hatte, begann sie im Alter von 17 Jahren für ihren Onkel in New York City zu arbeiten. In derselben Stadt schloss sie ein Studium der Literaturwissenschaft an der Columbia University ab. Ab den 1970er Jahren machte sie mehrere umfangreichen Reisen durch verschiedene Regionen Asiens, die sie in frühen journalistischen Publikationen verarbeitete. Von 1970 bis 1979 war sie mit dem Künstler Huges de Montalembert verheiratet. Ab 1973 lebte Pucci für etwa ein Jahr auf Bali und anschließend für mehrere Jahre in Singapur. 1984 erwarb sie ein Studio in der Nähe der balinesischen Stadt Sidemen, das bereits im frühen 20. Jahrhundert dem deutsch-russischen Künstler Walter Spies gehört hat und wohnte dort bis in die 1990er-Jahre.[1][2][3][4]
Sie lebt heute mit ihrem Ehepartner Terance Ward in Florenz und New York.[5]
Werk

Aus ihren längeren Aufenthalten auf den indonesischen Inseln Java und Bali gingen mehrere Bücher hervor. The Epic of Life: A Balinese Journey of the Soul (1985) handelt von den Deckenmalereien des Kertha Gosa Pavilions auf dem historischen Gebäudekomplex des Palastes von Klungkung. The World Odyssey of a Balinese Prince (2019) ist eine biographische Arbeit über den Prinzen von Karangasem, Anak Agung Made Djelantik, mit dem Pucci persönlich befreundet war.[6] Das Buch The Lady of Sing Sing: an American Countess, an Italian Immigrant, and their Epic Battle for Justice in New York’s Gilded Age (2020) schließt an ihre frühere Arbeit The Trials of Maria Barbella (2008) an. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine biographische Arbeit – dieses Mal jedoch aus ihrer eigenen Familiengeschichte. Darin bespricht sie das Leben ihrer Urgroßmutter Cora Slocomb di Brazza, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in den USA für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe engagierte.[2][3]
Zu ihrem umfassenden Werk als Regisseurin von Dokumentarfilmen gehören der preisgekrönte Film Eugenia of Patagonia (2004) sowie die in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann Terence Ward entstandenen Filme Black Africa White Marble (2012) und Talk Radio Tehran (2015).[7] Pucci ist Co-Produzentin des Films Archaeology of a Woman (2012), für den Sharon Greytak die Regie führte.[8]
Im Rahmen ihrer aktivistischen Tätigkeiten engagierte sie sich bereits für das Open Society Institute in Myanmar, die Vereinten Nationen in Osttimor sowie für die Organisation Religions for Peace.[5]