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Ie

Hemd mit traditionellem Stickmuster From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Ie ist eine traditionelle rumänische bzw. moldauische Bluse resp. ein Hemd mit Stickmuster. Die Ie gilt in Rumänien und Moldawien als nationales Kulturgut und wurde im Jahr 2022 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.[1][2][3]

România revoluționară / Maria Rosetti (1850) von Constantin Daniel Rosenthal, Nationales Kunstmuseum Rumäniens (Bukarest)

In Rumänien, Moldawien und der rumänischen Diaspora wird die Ie am 24. Juni gefeiert.[4] Obwohl die Bluse im 19. Jahrhundert zu einem Symbol der rumänischen Nation avancierte, fand und findet sich vergleichbare Kleidung auch in Belarus, Bulgarien, Russland und der Ukraine.

Etymologie

Das Wort ie leitet sich vom Lateinischen linea (Richtschnur, Linie, Strich, Umriss) ab. In gewissen Regionen Rumäniens ist die Bluse unter dem Terminus Ia bekannt.[5]

Geschichte

Der Ursprung der le und deren Grundformen geht bis in die Antike zurück. Auf dem Relief der Trajanssäule sind Darstellungen von dakischen Frauen mit kragenlosen Blusen und gerafften Halsausschnitten oder Männer mit langen Hemden und Gürteln zu erkennen.[6] Im Mittelalter galten Stickereien als Talisman. Sie wurden besonders an solchen Stellen angebracht, an denen böse Geister potenziell in den Körper der kleidungtragenden Person eindringen konnten, so entlang des Ausschnittes, am Ärmelabschluss oder an den Schultern.[7][8]

Zu größerer internationaler Berühmtheit kam die Bluse unter anderem auch durch die rumänische Diaspora in Paris. So soll der rumänische Bildhauer Constantin Brâncuși den französischen Maler Henri Matisse, dessen Œuvre allgemein stark durch das Nachdenken über die Beschaffenheit und Bedeutung von Textilien geprägt ist, mit der Ie in Kontakt gebracht haben. Er fertigte über mehrere Jahre hinweg Skizzen und zwischen 1936 und 1940 diverse Gemälde der Bluse an. Die Version des Gemäldes mit dem Ttitel La Blouse roumaine von 1937 ist heute im Cincinnati Art Museum und die Version von 1940 im Centre Pompidou in Paris ausgestellt.[9][10]

Dies wurde einige Jahrzehnte später, zuerst im Jahr 1981, vom französischen Modeschöpfer Yves Saint Laurent und dann im Jahr 1999 in Form einer ganzen Kollektion aufgegriffen.[11][12]

Material und Charakteristika

Die Ie besteht aus weißem Baumwoll-, Leinen- oder Borretschstoff. Es ist mit Stickereien in beliebten rumänischen Motiven verziert, insbesondere an den Ärmeln, der Brust und am Hals. Einige Blusen werden auch mit Perlen oder Pailletten kombiniert.

Die Grundelemente bei der Zusammensetzung des Ärmels sind die Schulter (die Naht, die den Ärmel mit der Vorder- und Rückseite des Ärmels verbindet), die Falte und der Saum (das breite, reich verzierte Band am Ärmel, das das bestimmende Element ist), das Muster, Flüsse (gerade oder diagonale Bänder auf der Brust und an den Ärmeln) und Lätzchen oder Schlüssel (Stiche, die Stoffstücke verbinden).

Die Muster der Stickereien und Ornamente unterscheiden sich von Region zu Region.

Regionale Unterschiede

Die Ia aus Suceava hat nüchterne, aber angenehme, natürliche Farben: Braun, Braun, Schwarz, Dunkelgrün. In Vrancea treten eine starke Geometrie und starke Farben auf: Rot, Schwarz, Blau, Grün, Ocker – Kontraste; sondern auch ein besonderer Schnitt des Ärmels: Der Spiraleffekt entsteht nicht durch Rippen, sondern durch den Schnitt des Ärmels, der gedreht ist.

In Vlașca und Ilfov werden warme Farben verwendet, verschiedene Rot-, Gold- und Ockertöne.

In Romanati wird eine Kombination aus kräftigem Blau mit Rot und Kirsche für zarte, kleine, aber sehr raffinierte Modelle verwendet. In Gorj, insbesondere im Norden, wird nur Schwarz verwendet (und Ocker zum Eisstockschießen) – deutlicher Einfluss aus der Gegend „Săliște“. Stattdessen sind die Komposition, die Motive sehr dynamisch: Mühlenhals, Sterne, Spiralen, Widderhörner, Haken usw. In Argeș und Vâlcea kommen auch monochrome Kompositionen vor, allerdings ist es dunkelrot und kirschrot, selten nur schwarz.

Die spezifischen Blusen aus der Dobrudscha, aus dem Banat, aus Oaș, aus der Maramureș und Siebenbürgen haben eine eigene Erscheinungsform, obwohl einige auch aus 4 Laken bestehen und am Hals faltig sind, weisen sie typische Elemente im Schnitt auf (Cipag, Fodor, Placca).

Bildergalerie

Literatur

  • Mircea Malița, România - Din tezaurul portului popular tradițional, Editura Sport-Turism, București, 1977
  • Mircea Malița, Romania - From the treasury of the national traditional costume 1977.

Siehe auch

Einzelnachweise

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