Igor Bavčar
slowenischer Politiker
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Igor Bavčar (* 28. November 1955 in Postojna) ist ein slowenischer Politiker, der unter anderem von 1990 bis 1993 Innenminister sowie zwischen 1997 und 2000 und nach einer Unterbrechung von 2000 bis 2002 abermals Minister ohne Geschäftsbereich für europäische Angelegenheiten war.

Leben
Igor Bavčar absolvierte ein Studium an der Fakultät für Soziologie, Politikwissenschaft und Journalismus der Universität Ljubljana, das er 1985 mit einem Diplom mit der Arbeit „Razmerje med kapitalom in delom v družbi prehodnega obdobja“ beendete, in der sich mit dem Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit in einer Übergangsgesellschaft befasste. Er war zur der Zeit der Sozialistischen Republik Slowenien Mitglied im Bund der Kommunisten Sloweniens und engagierte sich in der Republikanischen Konferenz des Verbandes der Sozialistischen Jugend Sloweniens ZSMS (Zveza socialistične mladine Slovenije) sowie im Assoziierten Republikanischen Komitee des Sozialistischen Bündnisses der Werktätigen SZDL (Socialistična zveza delovnega ljudstva Slovenije), ehe er 1988 Vorsitzender des Rates für den Schutz der Menschenrechte (Odbor za varstvo človekovih pravic) wurde. Er wurde Mitglied des am 11. Januar 1989 von Janez Janša,[1] France Bučar und Dimitrij Rupel[2] gegründeten Slowenischen Demokratischen Bündnisses SDZ (Slovenska demokratična zveza) und später der Demokratischen Opposition Sloweniens DEMOS (Demokratična opozicija Slovenije).
Am 16. Mai 1990 wurde Bavčar als Republiksekretär des Inneren (Republiški sekretar za notranje zadeve) in das Kabinett Peterle berufen und bekleidete im darauf folgenden Kabinett Drnovšek I vom 14. Mai 1992 bis zum 25. Januar 1993 das Amt des Innenministers (Minister za notranje zadeve).[3][4][5] Als Innenminister befasste er sich unter anderem mit der Manöverstruktur der nationalen Verteidigung.
Bei der Parlamentswahl 6. Dezember 1992 wurde er zum Mitglied der Nationalversammlung (Državni zbor) gewählt und gehörte dieser nach seiner Wiederwahl am 10. November 1996 bis zu seinem Mandatsverzicht am 29. Oktober 1997 an, wobei er seit dem 17. Mai 1994 Mitglied der Liberaldemokratie Sloweniens LDS (Liberalno demokratska stranka) war.[6][7] Im Kabinett Drnovšek III fungierte er zwischen dem 27. Februar 1997 und dem 7. Juni 2000 als Minister ohne Geschäftsbereich für europäische Angelegenheiten (Minister brez resorja (evropske zadeve)).[8] Das Amt als Minister ohne Geschäftsbereich für europäische Angelegenheiten bekleidete er vom 30. November 2000 bis zu seiner Ablösung durch Janez Potočnik[9] am 24. Januar 2002 auch im Kabinett Drnovšek IV.[10]
Im Anschluss zog sich Igor Bavčar aus der Politik zurück und übernahm am 1. Juni 2002 den Vorsitz des Vorstands des Unternehmens Istrabenz. Er trat am 30. März 2010 von diesem Amt zurück und übte die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden noch bis zum 15. Mai 2010 aus. Am 11. Oktober 2005 wurde er des Weiteren Mitglied des Kuratoriums der Universität Primorska. Am 5. September 2016 wurde er im Istrabenz-Fall der Geldwäsche für schuldig befunden. Das Bezirksgericht verurteilte ihn wegen des von ihm verursachten Schadens für Brauerei Pivovarna Laško zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 18 Millionen Euro. Im September 2017 trat er nach mehreren Beschwerden und Anträgen auf Rechtsschutz seine Haftstrafe an.
Veröffentlichungen
- Razmerje med kapitalom in delom v družbi prehodnega obdobja, („Das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit in einer Übergangsgesellschaft“), Diplomarbeit, Universität Ljubljana 1985
- Kapital + delo v SFRJ, („Kapital und Arbeit in der SFRY“), Mitautoren Srečo Kirn, Bojan Korsika, Republiška konferenca ZSMS, Univerzitetna konferenca ZSMS, Ljubljana 1983
- Dnevnik in spomini (1972–1987), („Tagebuch und Erinnerungen (1972–1987)“), Mitautoren Stane Kavčič, Janez Janša, Časopis za kritiko znanosti, Ljubljana 1988
Literatur
- Ilinka Todorovski: Vsa življenja Igorja Bavčarja, („Alle Leben des Igor Bavčar“), Časnik Finance, Ljubljana 2009
Weblinks
- Bavcar, Igor. In: rulers.org. (englisch).
- Igor Bavcar. Prabook, abgerufen am 9. Februar 2026 (englisch).
- Bavčar, Igor. COBISS, abgerufen am 9. Februar 2026 (slowenisch).