Igus
deutsches Industrieunternehmen
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Die Igus SE & Co. KG (Eigenschreibweise igus = Akronym für Industriespritzguss) ist ein Hersteller von Bauteilen aus Hochleistungspolymeren für Bewegung, sogenannten „motion plastics“. Dazu gehören Kunststoffgleitlager und Energieführungsketten, flexible Spezialleitungen, Halbzeuge, Mehrachsgelenke für Roboter sowie Gleit-, Gelenk-, Linear- und Kugellager. Mittlerweile umfasst das Produktportfolio aber auch Robotikkomponenten, Fahrrad-Komponenten und Fahrräder[2]. Die meisten Produkte werden im Spritzgussverfahren hergestellt.
| igus SE & Co. KG | |
|---|---|
| Rechtsform | SE & Co. KG |
| Gründung | 1964 |
| Sitz | Köln, Nordrhein-Westfalen, Deutschland |
| Leitung | Geschäftsführung: Michael Blaß, Artur Peplinski, Thilo Schultes, Tobias Vogel |
| Mitarbeiterzahl | 5.215[1] |
| Umsatz | 1,105 Mrd. EUR[1] |
| Branche | Kunststoff-Lagertechnik und Energieketten sowie Spezialleitungen |
| Website | https://www.igus.de |
| Stand: 19. Februar 2026 | |
Unternehmen
Das Unternehmen wurde am 15. Oktober 1964 von Günter und Margret Blase in Köln-Mülheim gegründet. In den ersten 20 Jahren arbeitete Igus als Zulieferbetrieb für technische Kunststoffteile. 1983 begann die eigene Fertigung von Energiekettensystemen und Gleitlagern sowie der Aufbau des eigenen Vertriebs. Von 1985 bis 2025 wuchs Igus von 40 auf 5.215 Mitarbeiter, die weltweit auf 37 Standorte verteilt sind.[3]
Das Unternehmen bietet Studenten, Lehrern oder Professoren in technischen Studiengängen Projektunterstützung mit dem Young Engineers Support (Y.E.S.).[4]
Igus ist der weltweit größte Hersteller von Energiekettensystemen mit Spezialleitungen, Steckern und Zubehör. Jüngere Unternehmensentwicklungen sind die Einführung einer Online-Plattform, die Anwender und Entwickler von Robotik zusammenbringt,[5] sowie eine Initiative für das Recycling von Kunststoffen sowie die Entwicklung eines Fahrrades, das inklusive Kugellager und Antrieb komplett aus – auf Wunsch recyceltem – Kunststoff besteht.[6]
Im Jahr 2012 wurde Igus erstmals als Hidden Champion bezeichnet.[7]
Standorte und Niederlassungen


Als Gründungsstandort des Unternehmens gilt 1964 eine „Doppelgarage in Köln-Mülheim“.[2] 1977 zog man in ein Gebäude im Bergisch-Gladbacher Industriegebiet Locher Mühle.[8] Der 1992 bis 2001 in Köln-Porz-Lind geplante und erbaute Unternehmenssitz mit seiner Hauptproduktionsstätte wurde vom britischen Architekten Nicholas Grimshaw entworfen und realisiert.[9] Das Unternehmen zog 1994 an den neuen Standort, der in der Zwischenzeit mehrfach erweitert wurde.[10][8]
Niederlassungen in den USA und China wurden 1985 und 1999 gegründet, Stand 2026 hat das Unternehmen Standorte in 37 Ländern weltweit, überwiegend in Europa und Asien.[11]
Produkte


Igus entwickelt Komponenten aus technischen Kunststoffen für bewegte Anwendungen in der Industrie. Ein zentrales Merkmal vieler Produkte ist der Einsatz schmierfreier Werkstoffe, die auf eine lange Lebensdauer und den Betrieb ohne externe Schmierung ausgelegt sein sollen.[12]
Wettbewerbe
Manus Award
Im Jahr 2003 hat Igus den manus award ins Leben gerufen, seit 2011 ist der Wettbewerb international. Ausgezeichnet werden industrielle Anwendungen mit Kunststoff-Lagertechnik von Igus, die sich durch technische oder wirtschaftliche Effizienz oder durch Kreativität abheben. Der Preis wird als goldener, silberner und bronzener manus verliehen sowie seit 2021 auch als grüner manus für besondere Anwendungen mit nachhaltigem Nutzen. Der Wettbewerb wird als Gemeinschaftsinitiative durchgeführt, das internationale Gremium besteht aus: Deutsche Messe AG, Industrieanzeiger, Aachener Werkzeugbau Akademie GmbH, Technischen Hochschule Köln, WTWH Media LLC, Leibnitz Institut für Verbundwerkstoffe GmbH und Igus SE & Co. KG.[13]
Vector Award
Im jährlichen Wechsel mit dem manus findet seit 2008 der vector award statt. Er ist der Wettbewerb für außergewöhnliche Anwendungen, in denen Igus Energieketten eine Rolle spielen. Auch der vector award wird in den Kategorien Gold, Silber und Bronze verliehen sowie seit 2021 ebenfalls als grüner vector, der besonders nachhaltige Anwendungen auszeichnet. Die internationale Jury wird besetzt von VDMA NRW, MM MaschinenMarkt, Autostadt GmbH, Deutsche Messe AG, Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und der Igus SE & Co. KG, Schirmherr ist Ken Fouhy von den VDI Nachrichten.[14]
Roibot Award
Seit 2020 sucht der Produktbereich Low-Cost-Automation von Igus alle zwei Jahre die Gewinner-Anwendung des ROIBOT Award. Bewerben kann sich, wer kleine Automatisierungsprozesse mit Robotik-Komponenten oder Antriebstechnik von Igus umgesetzt hat.[15]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2025: „Produkt des Jahres“ in der Kategorie Werkstoffe für iglidur JPF (PTFE-freier Werkstoff), ausgezeichnet vom Kunststoff Magazin[16]
- 2024: Auszeichnung als „Hafeninnovation des Jahres“ von der Electric & Hybrid Marine Expo Europe für das Igus Mobile Shore Power Outlet[17]
- 2023: Gewinner German Brand Design Award für iguverse, die Igus VR-Welt[18]
- 2022: Excellence in Production: Werkzeugbau iform ist „Werkzeugbau des Jahres“, ausgezeichnet von der RWTH Aachen und dem Fraunhofer-Institut[19]
- 2022: Wettbewerb NRW – Wirtschaft im Wandel: Igus ist eines von zwei ausgezeichneten Unternehmen in der Kategorie „Mittelstand & Konzern“[20]
- 2022: Gewinner des Wirtschaftspreises Rheinland in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ mit dem Kettenrecycling-Programm chainge[21]
- 2022: iF World Design Index: Igus ist unter den Top 25 Unternehmen in der Kategorie Industriedesign und unter den Top 100 Design-Gewinnern
- 2021: Gewinner des Kölner Unternehmenspreises, verliehen durch den Wirtschaftsclub Köln e. V.
- 2021: Vorbildliche Unternehmen in der Krise, erhoben vom IMWF und F.A.Z.-Institut, Igus unter den 300 ausgezeichneten Unternehmen
- 2020: Deutschlands Top-Familienunternehmen, Platz 17, verliehen durch WirtschaftsWoche
- 2019: Meilenstein der Automation für Energiekettensysteme, verliehen durch elektrotechnik[22]
- 2018: Auszeichnung für herausragende Leistungen in der Berufsausbildung, verliehen durch IHK
- 2015: handling-Award – Ehrenpreis für das Lebenswerk: Günter Blase, verliehen durch handling-Redaktion
- 2014: Ernennung zum „Hidden Champion“ durch Hermann Simon[23]
- 2009 „Top-Ausbildungsbetrieb“ laut IHK Köln und GVK
- 2006 „Top-Ausbildungsbetrieb“ laut Bundesagentur für Arbeit
- 2005 „iF design gold award“, Kategorie Crossmedia, für Igus Corporate Design Buch
- seit 1987 regelmäßig mit dem iF Design Award,[24] German Design Award,[25] Red Dot Design Award[26] und Good Design Award[27] prämierte Produktdesigns
