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Ikotofetsy und Imahaka

madagassisches Märchen (AaTh 1525: Meisterdieb + 1532: Stimme aus dem Grab) From Wikipedia, the free encyclopedia

Ikotofetsy und Imahaka ist ein madagassisches Märchen (AaTh 1525: Meisterdieb + 1532: Stimme aus dem Grab).[1]

Handlung

Ikotofetsy hat einen Korb mit einer Krähe, womit er jemanden betrügen will. Er trifft auf Imahaka, der in seinem Sack einen Spaten mit einem Spatenblatt aus Tonerde trägt, womit auch dieser jemanden zu betrügen gedenkt. Die beiden tauschen ihre Waren, jedoch fliegt die Krähe später davon und das Spatenblatt zerbricht, sodass sie ihre gegenseitige Schlitzohrigkeit erkennen. Eines Tages treffen sie sich wieder, woraufhin sie Freunde werden und sich zusammentun.

Es begibt sich dann, dass Imahakas Frau erkrankt, der nur durch Orangen geholfen werden kann, die aber nur auf der kleinen Insel eines Ogers namens Trimobe vorkommen. Also sucht Imahaka seinen Freund Ikotofetsy auf und gemeinsam gehen sie zum Ufer, nahe der Insel. Sie rufen Trimobe dort, der sie aber nicht beachtet, und da sie nicht ins Wasser können, da es voller Krokodile ist, beginnen sie damit, Steine zu werfen. Trimobe wird daraufhin wütend und wirft die Steine zurück. Nachdem sie aber dessen Augen getroffen haben, wirft dieser mit Orangen, die Imahaka heim zu seiner Frau bringt.

Später stirbt im Osten des Landes ein Andriamabahoaka, ein König, und die beiden Freunde beschließen, sich ein Viertel dessen Erbes zu ergaunern. Ikotofetsy lässt sich dafür in der königlichen Familiengruft einschließen, während Imahaka bei den drei Söhnen des Königs vorgibt, der Sohn des Königs von einer anderen Frau zu sein. Um seine Herkunft zu beweisen, schlägt er vor, zu der Familiengruft zu gehen, wo sein Vater ihn erkennen würde. Also suchen sie diese auf und dank Ikotofetsys Stimme wird Imahaka als vierter Sohn des Königs anerkannt sowie beerbt.

Die beiden Freunde beschließen später, eine alte Frau zu betrügen, die von Ikotofetsy schon einmal hereingelegt und ruiniert worden war, da er statt des Unkrauts die Setzlinge aus ihrem Reisfeld gezogen hatte. Sie bieten ihr an, ihr Maniok-Feld zu bearbeiten, während sie in ihrem Häuschen etwas für sie kocht, füllen sich aber die Körbe mit den Wurzeln und Blättern des Gewächses. Die alte Frau erkennt Ikotofetsy, trotz Bart, jedoch wieder, bereitet bei sich zu Hause alles vor, indem sie ihre Wertsachen im Wald versteckt sowie gute Speisen zubereitet und wartet, bis sich die beiden Betrüger sattgegessen haben sowie schlafen legen. Danach sperrt sie sie in ihrem Häuschen ein und zündet es an.[1]

Hintergrund

Das Märchen stammt von verschiedenen Märchenerzählern aus der Ethnie der Merina, die rund um die Hauptstadt Antananarivo darum wetteiferten, das Märchen zu erzählen. Der dritte Schwank bezieht sich auf den Glauben der Madagassen, dass Verstorbene auch aus dem Grab heraus noch Rat erteilen können. Laut dem Verein zur Pflege der madagassischen Märchen sollen die Gräber von Ikotofetsy und Imahaka angeblich in Ampitantafika, nahe Antananarivo zu finden sein. In Moks Nasoloarisoa Razafindramiandras Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Madagaskar (München 1988) erhielt das Märchen den Titel Ikotofetsy und Imahaka.[1]

Verglichen werden können Lee Harings Malagasy Tale Index (Helsinki 1982) unter Punkt 2.3.67[1] und das Märchen Die Geschichte von den zwei Schlauen.

Literatur

  • Moks Nasoloarisoa Razafindramiandra (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen aus Madagaskar. Eugen Diederichs Verlag, München 1988, S. 185–191, 227.

Einzelnachweise

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