Iloca
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Iloca Camera Wilhelm Witt, auch Iloca-Witt, Iloca Camera-Werkstätten oder Iloca Camerawerk war ein Hersteller für fotografische Kameras und Zubehör in Hamburg, der 1962 von Agfa übernommen wurde.




Unternehmensgeschichte
Die Anfänge von Iloca liegen im vermutlich 1947 von A. Walter Illing als feinmechanische Werkstatt gegründeten Kamerawerk Ilca (Kurzform für „Illing Camera“).[1] Die Namensgebung führte aufgrund ähnlich lautender Markennamen schnell zum Konflikt mit anderen Herstellern (Zeiss Ikon, Leitz).[2] Um 1950 übernahm der Hamburger Kaufmann Wilhelm Witt die Firma, es folgte die Umbenennung in Iloca Camera und durch stetige Innovationen (unter anderem Schnellschalthebel, eingebaute Belichtungsmesser, Wechselobjektive) sowohl der wirtschaftliche als auch technologische Aufstieg.[1] Der Firmensitz befand sich nahe der Grenze zu Schleswig-Holstein im Hamburger Stadtteil Langenhorn, Essener Straße 93.
Iloca-Kameras waren in Deutschland wenig verbreitet, da das Unternehmen vor allem in die Vereinigten Staaten und nach Kanada exportierte und dort Kameras unter Handelsmarken verkaufte, wie Tower für Sears, Photrix für Montgomery Ward oder Argus für die Argus Corporation.
Produktpalette
Mit Aufkommen der Farbdiafilme setzte man auf Stereokameras, wobei man auch die zugehörigen Betrachtungsgeräte produzierte. Dies hatte zur Folge, dass man in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, als das Interesse an der Stereofotografie Ende der 1950er Jahre allmählich nachließ.
Neben den Stereokameras produzierte man noch Kleinbild-Sucherkameras mit fest eingebautem Objektiv, die konventionell konstruiert waren. Eine Ausnahme machte die letzte Konstruktion des Unternehmens, die Iloca Electric. Sie besaß ein abnehmbares Objektiv und vor allem einen elektrischen Filmtransport, wobei der Motor in die Aufwickelspule integriert war.
Insolvenz
Nachdem man die letzten vier Jahre ausschließlich Prontor-Verschlüsse eingesetzt hatte, entschied sich Iloca im Frühjahr 1959, für die neue Kamera Iloca auto-electric den hochwertigen Compur-Verschluss zu verbauen. Die Firma hatte die Kamerakonstruktion bereits auf die neuen Verschlüsse umgestellt und sollte 1200 Verschlüsse im August und 2000 weitere Verschlüsse im September 1959 bekommen, die aber nicht vom beauftragten Hersteller geliefert wurden.[1] Dadurch stand die Produktion für drei Monate still, woraus Anfang April 1960 die Insolvenz resultierte. Zuletzt waren rund 200 Angestellte beschäftigt.[3]
Iloca Camera vermutete Absicht hinter dem Verhalten, da der Zulieferer Friedrich Deckel oHG im Besitz von Carl Zeiss war und zeigte beide wegen Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung an, musste aber vor der gerichtlichen Entscheidung aufgeben.[1]
Wilhelm Witt hat nach der Insolvenz die fertig entwickelte Kamera Iloca auto-electric an Agfa verkauft, woraufhin diese nach geringfügigen Anpassungen als Agfa Selecta-m 1962 in den Verkauf ging.[1]
Literatur
- Hartmut Thiele: Die Deutsche Photoindustrie – wer war wer. München 2011
Weblinks
- Liste mit Iloca-Kameras im Camera-Wiki (zuletzt abgerufen am 3. Juli 2026)