Ilona Friedrich
deutsche Kommunalpolitikerin (SPD)
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Ilona Friedrich (* 12. Juli 1961 in Nieder-Weisel, Hessen) ist eine deutsche Kommunalpolitikerin (SPD). Sie war von 2017 bis 2023 Bürgermeisterin der Stadt Kassel und Leiterin des Dezernats für Bürgerangelegenheiten und Soziales. Als gewählte erste Beigeordnete[1][2] war sie in ihrer Amtszeit nach der Hessischen Gemeindeordnung ($ 47 HGO)[3] die allgemeine Vertreterin des damaligen Kasseler Oberbürgermeisters Christian Geselle.
Leben und Wirken
Ausbildung
Ilona Friedrich absolvierte von 1978 bis 1980 eine Ausbildung als Industriekauffrau bei der Landmaschinenfabrik A.J. Tröster in Butzbach,[4] bevor sie von 1980 bis 1983 ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg am Theodor-Litt-Kolleg in Kassel nachholte. Das anschließende Studium der Fächer Sozialwesen und Wirtschaftspädagogik an der Gesamthochschule Kassel schloss sie 1989 als Diplom-Sozialpädagogin ab.[5] Es folgte 1996/1997 ein berufsbegleitendes Weiterbildungsstudium im Bereich „Personalentwicklung, Qualifizierungsansätze, Arbeitsgestaltung“ an der Gesamthochschule Kassel.
Werdegang
Friedrich war von 1989 bis 1998 Frauenbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises. Von 1993 bis 1997 übernahm sie zusätzlich die Funktion als Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der Hessischen Frauenbeauftragten[5]. Von September 1988 bis Dezember 2008 leitete sie das Jugendamt und später den Fachdienst „Jugend und Familie“ des Werra-Meißner-Kreises. Im Januar 2009 übernahm sie die Leitung des Fachbereichs „Jugend Familie, Senioren und Soziales“[5].
2017 wurde Friedrich von der Kasseler Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich zur Bürgermeisterin der Stadt Kassel gewählt.[6] Im Rahmen der Geschäftsverteilung wurde sie zugleich Dezernentin für Büroangelegenheiten und Soziales.[4] Friedrich initiierte und unterstütze mehrere sozialpolitische Modellprojekte, darunter stadtweite Kooperationsinitiativen im Bereich Sozialwirtschaft wie den „Pakt gegen Armut“ aus dem Jahr 2022.[7] 2023 endete ihre Tätigkeit.[8]
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit war Friedrich seit den 1990er-Jahren als Referentin und Lehrperson tätig. Wichtige Vortragsthemen lagen in den Bereichen der Jugendhilfe, Pflege, Gleichstellung und Inklusion sowie der kommunalen Sozialplanung.
Privates
Schwerpunkte der politischen Arbeit
Als Frauenbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises[5] setzte Friedrich Impulse in der kommunalen Gleichstellungspolitik. Im Koordinierungsgremium „Sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen im Werra-Meißner-Kreis“ unter Leitung ihres Fachbereichs engagierte sie sich gegen Gewalt an Frauen und Kindern.[11][12]
In ihrer Zeit als Leiterin des Jugendamts war sie an der Etablierung des Jugend- und des Familiennetzes im Werra-Meißner-Kreis (2006)[13] sowie des Präventionsprojektes "Keiner fällt durchs Netz" (2010) im Rahmen der "Frühen Hilfen" im Kreis beteiligt, indem Familienhebammen einen wichtige Rolle spielen[14].
In der Jugend-, Familien- und Sozialpolitik initiierte Friedrich unter anderem das Freiwillige soziale Schuljahr im Werra-Meißner-Kreis (2016) und in Kassel (2021)[15][16]. Ebenso engagierte sie sich in der Migrationspolitik für die Integration[17]. Sie startete das Kasseler Modellprojekt "Sozialwirtschaft integriert" zur Arbeitsmarktintegration von Frauen mit Migrationshintergrund (2018)[18][19]. Auch galt ihr Engagement der Altenhilfe und Generationenarbeit, wobei sie unter anderem Masterpläne für Daseinsvorsorge (2009)[20] und zu pflegerischen Versorgung und Altenhilfestrukturen (2017)[21] mit entwickelte.
Außerdem engagierte sich Friedrich in Fach- und Steuerungsgruppen auf Kreis- und Landesebene. Sie gehörte zur Lenkungsgruppe „Region hat Zukunft“ und leitete die AG „Soziale Infrastruktur“.[22] Für den Werra-Meißner-Kreis war sie als Vertreterin im Hessischen Landkreistag tätig, wo sie unter anderem als Mitglied im Sachverständigengremium „Häusliche Gewalt“ im Landespräventionsrat[23] und in der Unter-Arbeitsgruppe „Gewalt gegen Kinder“[24] tätig war.
Ehrenamtliches Engagement
Friedrich ist Gründungsmitglied des Unternehmerinnen Forum Nordhessen.[25] Von 1988 bis 2017 war sie Mitglied im Vorstand des Frauentreffs Brückenhof[26] und war von 2004 bis 2021 Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Werra-Meißner-Kreis[27]. Sie ist Kuratoriumsvorsitzende der Aschrott’schen Stiftungen[28] und seit 2025 Präsidentin der Soroptimisten Elisabeth Selbert in Kassel[29].
Auszeichnungen
- 2025: Paul-Heidelbach Medaille[30]