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Im Grunde gut

Sachbuch von Rutger Bregmann From Wikipedia, the free encyclopedia

Im Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit ist ein niederländisches Sachbuch aus dem Jahr 2019 von Rutger Bregman. Das Buch wurde von Ulrich Faure und Gerd Busse übersetzt und erschien 2020 in Deutschland. Bregman möchte darlegen, dass der Mensch fälschlicherweise kulturgeschichtlich böse dargestellt worden und eigentlich im Grunde gut ist.[1]

Inhalt

Um die These zu erläutern, dass der Mensch im Grunde gut ist,[2] unternimmt Bregman verschiedene Schritte.

Zum einen greift er Experimente auf, die die Boshaftigkeit des Menschen beweisen sollen, und überprüft ihre Korrektheit und Aussagekraft. Dazu gehören etwa das Milgram-Experiment[2.1] und das Stanford-Prison-Experiment.[2.2]

Außerdem kritisiert er Autoren mit großem kulturellen Einfluss für ihre negativen Darstellungen des Menschen, die haltlos seien. Dazu zählt er unter anderem Hobbes, dessen Menschenbild aufgrund der eigenen Erfahrung von Pest und Krieg geprägt war.[2.3]

Bregman führt Gegenbeispiele an, wie die wahre Geschichte hinter Goldings Roman Herr der Fliegen von Kindern, die auf einer verlassenen Insel strandeten und miteinander kooperierten[2.4] und findet schon am Anfang seines Buches eine Lösung für eine positivere Weltsicht. Er schildert das Bild von zwei Wölfen, die in jedem Menschen um die Macht kämpfen und bei dem der Wolf gewinnt, den man nährt. Bregmans Wunsch ist, dass die Menschen ihre großzügige, gute und vertrauenswürdige Seite fördern.[2.5]

Der Autor stellt heraus, dass Menschen evolutionär auf Freundlichkeit angewiesen waren und nennt dies „Homo puppy“.[2.6] Seiner Meinung nach hätten in der Evolution nicht die stärksten, sondern die freundlichsten Menschen gewonnen.[3]

Er führt auf, dass im Zweiten Weltkrieg nur etwas über zehn Prozent der US-Soldaten ihre Waffe nutzten und absichtlich zu hoch oder nicht schossen. Auch vom Ersten Weltkrieg sind Briefe von deutschen und französischen Soldaten erhalten, die sich gegenseitig vor den Angriffen warnten.[4]

Er schließt sein Buch mit seinen zehn goldenen Regeln für das Leben. Die Regeln sind[2.7]:

  1. Im Zweifel vom Guten ausgehen
  2. In Win-Win-Szenarien denken
  3. Die Welt durch das Stellen von Fragen verbessern
  4. Mitgefühl statt Empathie
  5. Menschen verstehen versuchen, auch wenn es schwer ist
  6. Die Nächsten lieben, die dies auch tun
  7. Nachrichten meiden
  8. Dem größten Feind die Hand reichen
  9. Sich nicht für Gutes schämen
  10. Realistisch bleiben

Rezensionen

Ralph Gerstenberg sieht im Deutschlandfunk in diesem Buch ein spannendes und überzeugendes Plädoyer für das Gute im Menschen, auch wenn Bregman am Ende in Richtung Ratgeber abdrifte.[5]

Jakob Simmank hinterfragt in Zeit Online, ob nicht alle pauschalen Urteile über den Menschen fehlerhaft sind, und lobt dennoch Bregmans detaillierte Recherche.[6]

Anton Jäger kritisiert im Jacobin Magazin, dass Bregman die politischen Hintergründe völlig ausblende. Seine goldenen Regeln missfallen ihm besonders. „Mit diesen Ratschlägen enttarnt sich Bregmans Buch als ein Selbsthilfe-Ratgeber für die, die ihren Glauben in die Menschheit erneuern wollen.“[7]

Auszeichnungen

Ausgaben

Einzelnachweise

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