Individueller Sanierungsfahrplan
Gebäudespezifisches Dokument mit energetischen Sanierungsmaßnahmen für ein zukunftsfähiges Effizienzniveau
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Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein Dokument das Eigentümerinnen und Eigentümern aufzeigt, wie ihr konkretes Gebäude Schritt für Schritt sinnvoll auf ein zukunftsfähiges Effizienzniveau energetisch saniert, oder durch eine umfassende Sanierung ein Effizienzhaus erreicht werden kann. Er ist das Ergebnis einer geförderten Energieberatung für Wohngebäude.[1][2][3]
Hintergrund und Ziele
Der iSFP ist vor dem Hintergrund der Energie- und Klimapolitik der Bundesrepublik Deutschland entstanden, zu der eine deutliche Reduktion der CO₂‑Emissionen des Gebäudebestands gehört. Der Betrieb der Gebäude in Deutschland verursacht Stand 2024 rund 30 % der Treibhausgasemissionen. Wobei etwa 15 % direkt dem Sektor Gebäude zugeordnet werden.[4] Der Gebäudebestand bietet Einsparpotentiale durch die Steigerung der Energieeffizienz, wobei für die Erreichung der Klimaschutzziele eine Steigerung der Sanierungsrate und -tiefe notwendig ist. Hier soll das Instrument des iSFP ansetzen.[1][5]
Ziel des jeweigen individuellen Sanierungsfahrplans ist es, Sanierungsmaßnahmen zu strukturieren, technisch aufeinander abzustimmen und eine zeitliche Staffelung vorzuschlagen. Damit sollen Fehlinvestitionen und unkoordinierte Einzelmaßnahmen vermeiden werden. Gleichzeitig soll er Hauseigentümer bei der Entscheidungsfindung unterstützen und einen langfristigen Überblick über den energetischen Zustand des Gebäudes vermitteln.[2]
Inhalt und Methodik
Grundlage des iSFP ist eine detaillierte energetische Bestandsaufnahme des Wohngebäudes, die Gebäudehülle (z. B. Dach, Außenwände, Fenster, Boden) und Anlagentechnik (z. B. Heizung, Wärmeverteilung, Lüftung) umfasst. Die Bewertung erfolgt nach den Bilanzierungsverfahren des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), wodurch standardisierte Energiekennwerte ermittelt werden.
Die Ergebnisse der Energieberatung werden in der Regel in zwei Dokumenten dargestellt: „Mein Sanierungsfahrplan“ und „Umsetzungshilfe für meine Maßnahmen“[3]. Darin werden Maßnahmenpakete, Effizienzklassen, Investitionskosten, Energieeinsparungen und CO₂‑Minderung mit farblich codierten Darstellungen und Zeitpfaden präsentiert.[2]
Förderung und rechtlicher Rahmen
Der iSFP ist in Deutschland in die Bundesförderung für Energieberatung eingebunden und kann im Rahmen der „Energieberatung für Wohngebäude“ (EBW) finanziell gefördert werden. Für die Erstellung gelten durch das BAFA definierte Mindestanforderungen, die unter anderem Qualifikation der Energieberater sowie inhaltliche und formale Vorgaben betreffen.[6]
Für energetische Sanierungsmaßnahmen, die auf einem vorliegenden iSFP basieren, wird ein prozentualer Bonus auf die reguläre Förderung der Bundesförderung für effiziente Gebäude gewährt, sofern die Maßnahmen innerhalb eines festgelegten Zeitraums umgesetzt werden. Dieser sogenannte iSFP‑Bonus soll die Nutzung des Instruments und die Umsetzung der empfohlenen Sanierungsschritte weiter anreizen.[7]