Informationstechnikbataillon 292
Dienststelle des Cyber- und Informationsraums der Bundeswehr
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Das Informationstechnikbataillon 292 (ITBtl 292) ist eine Dienststelle des Cyber- und Informationsraumes (CIR) der Bundeswehr und untersteht dem Kommando Informationstechnik-Services der Bundeswehr. Es betreibt mit seinen Soldaten die Informations- und Kommunikationssysteme der Bundeswehr im Einsatz. Stationierungsort ist die Luitpold-Kaserne in Dillingen an der Donau.
7. Oktober 2005 als FüUstgBtl 292[1]
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Informationstechnikbataillon 292 | |
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Verbandsabzeichen | |
| Aufstellung | 1. Juni 1957 als Kader 7. Oktober 2005 als FüUstgBtl 292[1] |
| Staat | |
| Streitkräfte | |
| Teilstreitkraft | |
| Truppengattung | Führungsunterstützungstruppe |
| Typ | Bataillon der Unterstützungskräfte |
| Stärke | ca. 700[1] |
| Unterstellung | |
| Standort | |
| Website | ITBtl 292 |
| Führung | |
| Kommandeur | Oberstleutnant Torge Bornhöfft[1] |
Auftrag
Der Auftrag des Informationstechnikbataillons 292 umfasst die Sicherstellung der nationalen und internationalen Führungsfähigkeit der Bundeswehr im Einsatz mit modernen IT-Systemen. Verwendet werden unter anderem:[2][3]
- Satellitenkommunikation Mehrkanal (SATCOM MK)
- Mobiles Kommunikationssystem der Bundeswehr (MobKommSysBw)
- Verlegefähige Accessnetze und Netzwerke der Bundeswehr
- Dezentrale Serversegmente für das Einsatzgebiet (DSE)
- Digitaler Richtfunk der Streitkräftebasis
- Führungs- und Informationssystem der Streitkräftebasis (FüInfoSys SK)
- Militärisches Mobilfunksystem TETRAPOL (Terrestrial Trunked Radio for Police)
Diese Systeme ermöglichen eine flexible, robuste und sichere Kommunikation unter Einsatzbedingungen und tragen wesentlich zur Führungsfähigkeit der Bundeswehr bei.
Gliederung
Das Informationstechnikbataillon 292 besteht aus dem Bataillonsstab, einem Stabszug sowie sechs Kompanien. Die Truppenangehörigen stammen aus Heer, Luftwaffe und Marine.[2][3]
Der Bataillonsstab gliedert sich in die Stabsabteilungen für Personal (S1), Sicherheit (S2), Einsatz und IT-Ressourcen-Steuerung (S3 mit IRS), Einsatzzentrale IT (EZ IT), Versorgung (S4) sowie Informationstechnik (S6). Zusätzlich berät ein Technischer Offizier den Kommandeur. Die Leitung des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Standortservice Dillingen an der Donau unterstützt den Kommandeur in Haushalts- und Verwaltungsfragen.[3]
Der Stabszug stellt das Personal des Bataillonsstabes, das den Kommandeur in seinen Aufgaben berät und unterstützt.[3]
Die 1. Kompanie, auch Versorgungskompanie genannt, ist zuständig für die logistische Unterstützung und die Ausbildung des Bataillons. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem Wartung und Instandsetzung, Transportleistungen, Materialbewirtschaftung, Versorgung mit Munition und Verpflegung. Ihr ist zudem das Wartungszentrum für Antennenmastanlagen in Karlsruhe unterstellt.[3]
Neben der Versorgungskompanie gibt es vier Einsatzkompanien, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Sie gliedern sich jeweils in Kompanieführung mit Innendienst, Materialbewirtschaftung, Technik, Servicedesk und drei IT-Züge, die die jeweiligen IT-Systeme der Kompanie betreiben.[3] Die 2. Kompanie ist für das Mobile Kommunikationssystem der Bundeswehr, den Liegenschaftszugangsknoten und die Dezentralen Server verantwortlich. Durch die 3. Kompanie werden Gefechtsstandnetzwerke wie Lokale verlegefähige Netzwerke der Bundeswehr (LVNBw) und IT-Plattformen bereitgestellt. Die 4. Kompanie ist auf Informationsübertragung spezialisiert („Kabelkompanie“) und nutzt digitalen Richtfunk sowie SatCom-Bodenstationen zur weltweiten Anbindung. Und von der 5. Kompanie wird die mobile Kommunikation mit TETRAPOL und weiteren mobilen Übertragungsmitteln sichergestellt.
Die 6. Kompanie dient speziell der Grundausbildung der Rekrutinnen und Rekruten im Informationstechnikbataillon.[4]
Verbandsabzeichen
Das „F“ der Führungsunterstützungstruppe ist in Schwarz, Rot, Gold (Bundesflagge) auf rotem Grund, dargestellt. Es stellt den Auftrag des Bataillons, die Führungsunterstützung im Einsatz sicherzustellen, dar. Die Verbundenheit zum Standort, Dillingen in Bayern, wird durch das Dillinger Stadtwappen auf weiß-blauem Hintergrund dokumentiert. Dies wir durch den diagonal von links oben nach rechts unten verlaufenden Fernmeldepfeil verbunden.
Geschichte
Das Informationstechnikbataillon 292 blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Seine Wurzeln reichen bis in das Jahr 1957, als das Korpsfernmeldebataillon 212 zunächst in Koblenz aufgestellt und anschließend über Sonthofen nach Dillingen verlegt wurde.[5] 1958 erfolgte die Umbenennung in Korpsfernmeldebataillon 210, ein Jahr später in Fernmeldebataillon 210 (FmBtl 210). Zwischen 1964 und 1966 wurde aus Teilen des Verbandes das Fernmeldebataillon 230 ausgegliedert. Beide Einheiten prägten über Jahrzehnte hinweg den Standort Dillingen und waren unter anderem bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München im Einsatz. 1994 wurde das Fernmeldebataillon 210 nach Ulm verlegt und verließ damit Dillingen.[5]
Im Zuge der Bundeswehrreform wurde das Fernmeldebataillon 230 im Jahr 2005 in das Führungsunterstützungsbataillon 292 überführt und der Streitkräftebasis unterstellt.[5] 2013 erfolgte die direkte Unterstellung unter das Führungsunterstützungskommando der Bundeswehr. Seitdem übernimmt das Bataillon zentrale Aufgaben in Auslandseinsätzen, unter anderem in Afghanistan, Kosovo und Mali. Am 1. Juli 2017 erhielt der Verband den Namen „Informationstechnikbataillon 292“ und ist seither Teil des Kommandos Informationstechnik-Services der Bundeswehr.[6]