Ingeborg Eggert-Sander

deutsche Journalistin und Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Ingeborg Eggert-Sander (geborene Ruge am 22. Juni 1922 in Kiel; gestorben am 12. April 2005 in Seevetal) war eine deutsche Journalistin und Frauenrechtlerin.

Leben

Ingeborg Ruge wurde am 12. Juni 1922 in Kiel geboren. Ihr Vater war der Marineoffizier Friedrich Ruge, ihre Mutter Ruth, geborene Greeff. Sie hatte vier Geschwister. Mit ihrem Vater reiste sie 1937 für sechs Wochen nach Großbritannien. Es war ihre erste Auslandsreise. Das Abitur legte sie 1940 ab und noch während des Zweiten Weltkriegs heiratete sie und bekam zwei Kinder. Sie ließ sich jedoch bald scheiden und arbeitete als Fremdsprachensekretärin. Für das Naval Historical Team arbeitete sie von 1949 bis 1952. Hier sollten ehemalige hochrangige deutsche Marineoffiziere im amerikanischen Auftrag die Marine-Kriegsgeschichte des Zweiten Weltkriegs aus deutscher Sicht aufarbeiten. Zu der Zeit schrieb sie ihren ersten Fachartikel im Bereich Seefahrt und sie arbeitete für ihren Vater, der inzwischen auch international Anerkennung als Militärhistoriker gefunden hatte.[1]

Ihre zweite Ehe ging sie 1953 ein und bekam zwei weitere Kinder, auch war sie die Ernährerin der Familie. Dem Deutsch-Amerikanischen Frauenclub in Bremerhaven trat Ingeborg Eggert 1954 bei. Ab 1956 wurde sie Vorstandsmitglied des Vereins. Im selben Jahr gründete sie in Bremen die Zeitschrift Your German Companion. Diese richtete sich an die Amerikaner, die in Bremen lebten. Eggert war die alleinverantwortliche Redakteurin der Zeitschrift. Über die Schifffahrt und Wirtschaft schrieb sie zahlreiche Artikel. Ihre zweite Ehe wurde 1957 geschieden und Ingeborg Eggert war nun alleinerziehende Mutter von vier Kindern. Ingeborg Eggert zog 1965 nach Hamburg. Dort arbeitete sie als Journalistin, Redakteurin und Lektorin. Für die Zeitschrift Yacht war sie zwölf Jahre für die Schlussredaktion zuständig. Sie war dabei in den ersten Jahren die einzige Redakteurin in einem Männerteam. In Hamburg war sie weiterhin im Deutsch-Amerikanischen Frauenclub und übte dort Vorstandsfunktionen aus.[1]

Ihr Vater Friedrich Ruge war inzwischen erster Inspekteur der Bundesmarine und mit ihm bereiste sie 1974 mehrere Wochen lang die Vereinigten Staaten. Sie gehörte von 1975 bis 1979 dem Vorstand des Dachverbandes des Deutsch-Amerikanischen Clubs an und war für Norddeutschland und Berlin zuständig. Eggert war ab 1983 Delegierte im Landesfrauenrat Hamburg, dort setzte sie sich für den Auf- und Ausbau der „Hamburger Bibliothek für Frauenfragen“ ein und ab 1985 Vorsitzende des Kuratoriums der Hamburger Bibliothek für Frauenfragen. Zudem war sie im Vorstand des Hamburger Verbandes für Fraueninteressen.[1]

Erneut heiratete sie 1984. Mit Helmut Sander blieb sie bis zu seinem Tod glücklich verheiratet. Sie half Jörg Hillmann beim Verfassen einer Biografie über ihren Vater und schrieb darin ein persönliches Kapitel zu ihrem Vater.[1] Ingeborg Eggert-Sander starb am 12. April 2005 in Seevetal. Sie wurde auf See bestattet.[1]

Ehrungen

Erinnerungsstein im Garten der Frauen

Ingeborg Eggert erhielt 1989 den Zitronenjette-Preis,[1] der anlässlich der Hamburger Messe Du und deine Welt von 1985 bis 2015 jährlich als Auszeichnung für Frauen, die sich für Frauen- und Gleichstellungspolitik eingesetzt haben, durch den Landesfrauenrat Hamburg e. V. verliehen wurde.

Sie gehörte zu den Gründerinnen des Gartens der Frauen auf dem Friedhof Ohlsdorf. Da sie auf See bestattet worden war und somit keinen Platz in einem der Gräber auf dem Gemeinschaftsgrabplatz im Garten der Frauen bekommen hatte, wurde für sie ein Erinnerungsstein in der Erinnerungsspirale aufgestellt.[2]

In Hamburg wurde sie mit einem Frauenort geehrt.[1]

Einzelnachweise

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