Ingeborg Friebe

deutsche Politikerin (1931–2026) From Wikipedia, the free encyclopedia

Ingeborg Friebe (* 20. April 1931 als Ingeborg Röhr[1] in Braunschweig; † 11. August 2026) war eine deutsche Politikerin (SPD). Sie war von 1975 bis 1995 Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen und von 1990 bis 1995 dessen Präsidentin sowie von 1976 bis 1997 ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Monheim am Rhein.

Leben

Nach der Volksschule war sie Arbeiterin in einer Nährmittelfabrik[1] und besuchte die Kaufmännische Berufsschule. Außerdem arbeitete Friebe 1947 bis 1953 als Telefonistin und Sachbearbeiterin und war 1967 bis 1969 als Schulsekretärin tätig.

1946 trat Friebe der Gewerkschaft bei. Sie wurde zudem beruflich für den Deutschen Gewerkschaftsbund tätig. Von 1950 bis 1954 war sie Landesjugendleiterin der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen in Niedersachsen, anschließend bis 1962 Landesfrauenleiterin.

Bereits 1952 heiratete sie den Gewerkschaftssekretär Horst Friebe (1926–2008)[2] Ende 1966 zog die Familie, zu der inzwischen zwei Söhne gehörten, aus beruflichen Gründen von Braunschweig nach Monheim am Rhein.[1] Sie starb im August 2026 im Alter von 95 Jahren.[3]

Politik

Mit knapp 14 Jahren trat Ingeborg Friebe dem Braunschweiger Jugendbund bei, der 1947 in der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken aufging.[1] Friebe trat 1950 der SPD bei, wurde 1967 Mitglied im Ortsvereinsvorstand von Monheim am Rhein und fungierte 1970 bis 1975 als Unterbezirksvorsitzende im Rhein-Wupper-Kreis. 1970 bis 1976 gehörte sie zudem dem SPD-Bezirksvorstand Niederrhein an.

Friebe war 1969 bis 1974 Stadtverordnete der Stadt Monheim und Kreistagsabgeordnete des Rhein-Wupper-Kreises. Monheim wurde im Rahmen der kommunalen Neugliederung Nordrhein-Westfalens (Düsseldorf-Gesetz) zum Jahresbeginn 1975 in die Stadt Düsseldorf eingemeindet. Dies wurde jedoch vom Verfassungsgerichtshof rückgängig gemacht und Monheim blieb danach – maßgeblich aufgrund des Einsatzes von Friebe – eigenständig.

Von 1976 bis 1997 amtierte Ingeborg Friebe als Bürgermeisterin der Stadt Monheim am Rhein, was nach der damaligen nordrhein-westfälischen Kommunalverfassung ein repräsentatives Ehrenamt und vom hauptamtlichen Leiter der Stadtverwaltung (Stadtdirektor) getrennt war. Nach der Änderung der Kommunalverfassung (Zusammenlegung von Bürgermeisteramt und Verwaltungsspitze) war sie von 1997 bis 1999 Stellvertreterin des ersten hauptamtlichen Bürgermeisters.

Landtag

Dem Landtag von Nordrhein-Westfalen gehörte Friebe vom 28. Mai 1975 bis 31. Mai 1995 an. Gleich zu Beginn ihrer ersten Legislaturperiode setzte sie sich dort mit Erfolg für die Wiederherstellung der Eigenständigkeit ihrer Heimatstadt Monheim ein. Nachdem der Verfassungsgerichtshof die Eingemeindung von Monheim nach Düsseldorf für nichtig erklärt hatte, erreichte Friebe 1976 mit einem Änderungsantrag zum „Düsseldorf-Reparatur-Gesetz“, dass Monheim auch nicht mit Langenfeld zusammengeschlossen, sondern wieder selbstständig wurde. Bei den Landtagswahlen 1980, 1985 und 1990 gewann sie das Direktmandat im Wahlkreis Mettmann I.[1]

Vom 30. Mai 1985 bis 30. Mai 1990 war Friebe 2. Vizepräsidentin des Landtags; vom 31. Mai 1990 bis 31. Mai 1995 amtierte sie als Landtagspräsidentin.

Ehrungen

Einzelnachweise

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