InterContinental Frankfurt
großes Hotel in Frankfurt/Main
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Das InterContinental Frankfurt ist ein Hotel in Frankfurt am Main, das zuletzt von der InterContinental Hotels Group betrieben wurde. Es liegt an der Wilhelm-Leuschner-Straße im Stadtteil Bahnhofsviertel. Seit 2021 steht das Gebäude leer.[1]


Geschichte
Das Grundstück des Hotels liegt im Südwesten des Bahnhofsviertels, der im Gegensatz zu den nördlichen Teilen Ende des 19. Jahrhunderts nur lose und villenartig bebaut wurde. In diesem von den Bombardements des Zweiten Weltkriegs nur gering betroffenen Gebiet wurde für das Hotel 1960 die Villa Manskopf am Untermainkai 54 abgerissen.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Juni 1961,[2] die offizielle Eröffnung nach fast genau zwei Jahren Bauzeit am 6. Juni 1963.[3] Die Baukosten für das Projekt, das auf einen Entwurf des Frankfurter Architekturbüros ABB Architekten (Otto Apel, Hannsgeorg Beckert, Gilbert Becker) zurückging, betrugen rund 40 Millionen DM.
Bei seiner Eröffnung handelte es sich nicht nur um das nach Zimmern größte Hotel in Deutschland, sondern auch eines der höchsten Gebäude der Stadt. Seinerzeit bemerkenswerte Ausstattungsmerkmale waren u. a. ein Bad mit Toilette und ein Fernsehgerät in jedem Zimmer. Darüber hinaus standen den Gästen mehrere Bars, Restaurants, vier Bankettsäle, ein Ballsaal, eine Cocktaillounge und ein Friseursalon zur Verfügung.[4] 1972 entstand direkt gegenüber mit dem City Wing – zur Abgrenzung vom südlichen River Wing – ein etwas kleinerer Erweiterungsbau in fast identischer Gestaltung. In der Krimiserie Ein Fall für zwei wurden von 1981 bis 1988 Hotelzimmer als Kanzlei des Anwalts Dr. Dieter Renz verwendet.
1998 erfolgte eine Sanierung für rund 90 Millionen DM, 2004 eine weitere für rund 13,3 Millionen Euro. 2006 gingen beide Gebäude an Morgan Stanley Real Estate über, wobei die InterContinental Hotels Group den weiteren Betrieb im Rahmen eines auf 50 Jahre angelegten Managementvertrags zusagte.[5] Eine ab 2009 geplante erneute Sanierung sowie ein Entwurf des Büros Schneider + Schumacher wurden nicht umgesetzt.[6][7]
Anfang 2011 wechselten die Gebäude für rund 60 Millionen Euro an den libanesischen Investor Toufic Aboukhater. Dieser veräußerte den City Wing zum 1. März 2012, der anschließend als Wyndham neu eröffnet wurde und seit 2018 zu Scandic Hotels gehört. Der Verkaufserlös sollte die Renovierung des nun wieder ausschließlich im River Wing angesiedelten InterContinental Frankfurt finanzieren.[8][9]
2015 wurde das Hotel international bekannt als Tatort des Exorzismus-Todesfalles in Frankfurt am Main.
Das verbleibende Hotel wurde 2018 vom Immobilienunternehmen Aroundtown SA übernommen.[10] Im Frühjahr 2021 wurde der Betrieb eingestellt; die zuvor vorhandene Einrichtung mit mehr als 100.000 Einzelteilen wurde anschließend über eBay veräußert.[11] Zunächst waren Renovierungsmaßnahmen sowie der Bau von Büro- und Wohnflächen auf dem Grundstück geplant. Nach fünf Jahren des Leerstands wurde im Februar 2026 bekannt, dass das Hotel bis 2028 renoviert und als Luxushotel neu eröffnen soll. Die Erweiterungsbauten werden vorerst nicht realisiert.[12]
Architektur
Die annähernd quadratische Parzelle mit dem River Wing nimmt ungefähr das mittlere Drittel eines Straßenblocks ein, der im Norden durch die Wilhelm-Leuschner-Straße, im Osten durch die Windmühlstraße, im Süden durch den Untermainkai und im Westen durch die Wiesenhüttenstraße begrenzt wird. Da der Untermainkai dem Verlauf des Mains folgt, sind Straßenblock und Parzelle um etwa 45 Grad gegen den Uhrzeigersinn verdreht.

Der langgezogen-rechteckige River Wing, entsprechend in Nordost-Südwest-Ausrichtung, steht seinerseits im südlichen Drittel der Parzelle, zu den Straßen schließen nach Norden und Süden niedrige Annexbauten an. Der nördliche beherbergt den Haupteingang an der Wilhelm-Leuschner-Straße, der stilkritisch in den 1980er Jahren durch einen Vorbau verändert wurde; der südliche unter anderem ein Restaurant mit Dachterrasse.
Der Hochbau des River Wing hat 21 Stockwerke, ist 67 Meter hoch und beherbergt 470 Zimmer. Zeittypisch fehlt jeglicher Bauschmuck, einzig eine horizontale Gliederung wird durch den Wechsel der umlaufenden Fensterbänder und die Verkleidung der Brüstungsfelder mit einem sehr dunklen Naturstein realisiert. Da dieser mittlerweile gerade nach Süden hin witterungsbedingt weiter nachgedunkelt und verschmutzt ist, wirkt das Gebäude aus der Ferne oft fälschlich wie Sichtbetonbau.
Nur das 21. Stockwerk hat eine flächigere Gestaltung mit vereinzelten Fenstereinschnitten und einer langgezogenen Öffnung für die Terrasse des Dachrestaurants. An den Schmalseiten im Osten und Westen schließen Treppenhäuser an, von denen das prominentere westliche frei steht und über offene Stege an das Haupthaus angebunden wird. Auf dem flachen Dachabschluss sitzt ein etwas gegenüber dem Grundriss zurücktretendes Technikgeschoss.
Der ehemalige City Wing des Hotel InterContinental umfasst 293 Zimmer auf 18 Geschossen und befindet sich an der dem Hauptgebäude gegenüberliegenden Straßenseite der Wilhelm-Leuschner-Straße.[13] Die Gestaltung entspricht nahezu der des Hauptgebäudes, der Eingang weist ebenfalls zur Wilhelm-Leuschner-Straße. Abweichend sind das Treppenhaus in die südwestliche Ecke des Gebäudes eingestellt und die Fensterbänder an der östlichen Schmalseite unterbrochen, der Dachabschluss ist flach. City Wing und River Wing waren über einen Tunnel miteinander verbunden.