Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung
Gedenk- und Aktionstag
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Der Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung (teilweise auch verkürzt als Tag der Kriegsdienstverweigerung bezeichnet) ist ein jährlich am 15. Mai begangener Gedenk- und Aktionstag der Friedensbewegung, an dem all jener gedacht wird, die sich Krieg und Kriegsdienst widersetzten oder noch widersetzen.

Geschichte
Beim International Conscientious Objectors’ Meeting (ICOM), einer Tagung, die jährlich von 1981 bis 1997 stattfand, wurde im Jahr 1985 beschlossen, den Aktionstag alljährlich am 15. Mai zu begehen. Er wurde vom European Bureau of Conscientious Objectors mit seinem 1982, 1983 und 1984 begangenen European Conscientious Objectors’ Day übernommen.[1]
Jedes Jahr lag der Fokus dabei auf einem Land, in dem Kriegsdienstverweigerer es besonders schwer haben. Länderschwerpunkte wurden gelegt auf Griechenland (1986), Jugoslawien (1987), Polen (1988), Südafrika (1989), Spanien (1990), Türkei (1992), das ehemalige Jugoslawien (1993), Kolumbien (1995), Angola (2001), die Balkan-Region (2002) oder Russland, Belarus und die Ukraine (2022).[2] 2014 lag der Schwerpunkt auf dem Südosten Europas und dem Nahen Osten.[3] Themenschwerpunkte waren Wehrpflicht für Frauen (1991) und Asyl für Wehrdienstverweigerer (1993).[4]
Anlässlich des Gedenktags am 15. Mai 2011 führte die Zentralstelle KDVA eine Abschlussveranstaltung und Mitgliederversammlung durch, die sich zum Ende 2014 auflöste.[5] Es sprachen Margot Käßmann, Präsidentin der Zentralstelle KDVA, Angelika Claußen, die ehemalige Vorsitzende der deutschen Sektion von IPPNW, Thomas Gebauer von Medico international und Christian Bommarius, der Biograf des Grundgesetzes.[6]
Im Zusammenhang mit der Wiederaufrüstung im Nachgang zu dem Überfall Russlands auf die Ukraine seit 2022 und der Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland finden zum Tag der Kriegsdienstverweigerung wieder vermehrt Informations- und Gedenkaktionen statt. So wies die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen im Jahr 2024 auf das Schicksal von etwa 1000 ukrainischen Kriegsdienstverweigerern hin, die sich ohne gültigen Pass in Deutschland aufhielten.[7][8][9]
2025 riefen in Deutschland 20 Organisationen zur Aktionswoche auf, darunter die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und das Netzwerk Friedenskooperative.[10] Auf dem Pariser Platz in Berlin wurde die Aktion „Musik statt Krieg“ durchgeführt und insbesondere inhaftierter Kriegsdienstverweigerer aus Russland gedacht. Zur Veranstaltung zählte auch der Vortrag einer Kriegsdienstverweigerin aus Israel.[11] Am Tavistock Square in London wurde eine alljährliche Gedenkveranstaltung abgehalten.[12] Darüber hinaus gab es zahlreiche weitere Veranstaltungen weltweit.[13]
Siehe auch
Literatur
- Hannah Brock: Militarismus: 15. Mai: Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung. In: FriedensForum 2/2016: Weißbuch. 2016 (friedenskooperative.de [abgerufen am 11. Oktober 2025]).
Weblinks
- 2025: Aktionswoche zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung, 15. Mai 2025. In: de.connection-ev.org. Connection e. V., 14. Mai 2025. Abgerufen am 17. Oktober 2025.
- 2024: May 15th: International Conscientious Objection Day. In: wri-irg.org. War Resisters’ International. Abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch.)
- 2023: Fast 50.000 Unterschriften zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung in Berlin übergeben. In: de.connection-ev.org. Connection e. V., 15. Mai 2023. Abgerufen am 17. Oktober 2025.
- 2020: Aktion zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung 2020. In: de.connection-ev.org. Connection e. V. Abgerufen am 17. Oktober 2025.
- 2015: Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung 2015 In: wri-irg.org. War Resisters’ International, 15. Mai 2015. Abgerufen am 17. Oktober 2025 (englisch, deutsch).