Interozeption
Wahrnehmung innerer Reize
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Interozeption (von lateinisch inter „inmitten von“ und recipere „aufnehmen“) ist der Oberbegriff für diejenigen Komponenten der Wahrnehmung von Lebewesen, die Informationen nicht über die Außenwelt, sondern aus eigenen Körperabschnitten und über eigene Körperabschnitte erfassen. Dabei unterscheidet man die Propriozeption (Wahrnehmung von Körperlage und -bewegung im Raum) und die Viszerozeption (Wahrnehmung von Organtätigkeiten).[1]
Möglicherweise ist Interozeption eine Voraussetzung für emotionales Empfinden.[2] Und korreliert dabei mit dem Bauchgefühl, wobei der Bauch als zweites Gehirn mit enterischem Nervensystem fungiert.[3][4][5]
Die Wahrnehmung der Außenwelt wird als Exterozeption bezeichnet.
Siehe auch
- Tiefensensibilität
- Tastsinn (Taktile Wahrnehmung)
Literatur
- F. H. Petzschner, H. Critchley, C. Tallon-Baudry: Interoception. In: Scholarpedia. Band 17, Nr. 5, 2022, S. 55569. (var.scholarpedia.org/article/Interoception)
- M. Loescher, P. Haggard, C. Tallon-Baudry: Interoception vs. Exteroception: Cardiac interoception competes with tactile perception, yet also facilitates self-relevance encoding. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 122, Nr. 49, 2025, S. e2516229122.
- Tallon-Baudry C, Loescher M, Clément A: A dual-function framework of interoception: the information and coordination modes of interoceptive signaling. Trends in Neurosciences, 2026; 49, 161-172.
Weblinks
- Literatur von und über Interozeption im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Maike Brzoska: Interozeption – Signale aus dem Körperinneren. (mp3-Audio; 21 MB; 22:45 Minuten) In: Bayern-2-Sendung radioWissen. 8. Januar 2025.