Invincible (Schiff, 1909)
britischer Schlachtkreuzer, 1916 in der Skagerrakschlacht versenkt
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HMS Invincible (dt. „Unbesiegbar“) war ein Schlachtkreuzer der Royal Navy. Es war das fünfte Schiff dieses Namens und Typschiff der drei Schiffe umfassenden Invincible-Klasse. Mit der Invincible wurde ein neuer Typ von Großkampfschiffen geschaffen.
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Geschichte
Die HMS Invincible wurde am 2. April 1906 von Sir W.G. Armstrong-Whitworth & Co., Ltd. in Elswick auf Kiel gelegt, am 13. April 1907 vom Stapel gelassen und am 16. März 1909 fertig gestellt.[1] Am 20. März 1909 wurde sie für den Einsatz im 1. Kreuzergeschwader der Home Fleet in Dienst gestellt. Am 12. Juni 1909 nahm sie an der Flottenschau in Spithead und am 16. Juli in Southend teil. Vom 17. August 1909 bis zum 17. Januar wurde das Schiff überholt. Am 17. März 1913 kollidierte sie in der Stokes Bay mit dem britischen U-Boot C34. Im August 1913 wurde die Invincible der Mittelmeerflotte zugeteilt. Im Dezember 1913 kehrte sie in die Heimat zurück, wo sie nach ihrer Ankunft in Portsmouth für eine Überholung ausgemustert wurde.[2]
Erster Weltkrieg
Nach dem Abschluss der Arbeiten wurde die Invincible am 12. August als Flaggschiff des 2. Schlachtkreuzergeschwaders unter dem Kommando von Konteradmiral Archibald Gordon Moore wieder in Dienst gestellt.[3]
Seegefecht bei Helgoland
Am 28. August 1914 nahm das Schiff am Seegefecht bei Helgoland teil.[4]
Seegefecht bei den Falklandinseln
Am 8. Dezember 1914 war die Invincible beim Seegefecht bei den Falklandinseln das Flaggschiff des britischen Vizeadmirals Doveton Sturdee. Mit ihrer weit überlegenen Feuerkraft gelang es den britischen Einheiten, das Ostasiengeschwader des deutschen Vizeadmirals Maximilian Graf Spee weitgehend zu vernichten. Der später mit dem Victoria-Kreuz dekorierte Edward Barry Bingham kommandierte dabei den Geschützturm A, der die ersten Schüsse auf die deutschen Panzerkreuzer abgab.[5]
Während der Schlacht war auch die Invincible empfindlich getroffen worden, wenngleich nur ein einziges Besatzungsmitglied dabei ums Leben kam. Unter anderem waren mehrere Abteilungen geflutet worden, und das Schiff bekam nach einem Treffer auf die Wasserlinie eine Schlagseite von 15°.[6]
Nach der Schlacht wurden zunächst notdürftige Reparaturen in Port Stanley vorgenommen, aber die erlittenen Schäden machten einen einmonatigen Reparaturaufenthalt im Trockendock von Gibraltar nötig. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der vordere Schornstein um gut 4 Meter erhöht, um die Sicht zu verbessern. Am 15. Februar kehrte die Invincible nach England zurück, wo sie eine Woche später, am 21. Februar 1915, dem 3. Schlachtkreuzergeschwader unter Konteradmiral Horace Hood zugeteilt wurde.
Skagerrakschlacht
In dem Versuch, einen Teil der Grand Fleet aus ihren Häfen zu locken und zu vernichten, verließ die deutsche Hochseeflotte, bestehend aus 16 Schlachtschiffen, 6 Einheitslinienschiffen und weiteren Schiffen, am frühen Morgen des 31. Mai Wilhelmshaven. Der Plan sah vor, dass Vizeadmiral Franz Hipper mit den Schlachtkreuzern der 1. und den leichten Kreuzern der 2. Aufklärungsgruppe Wilhelmshaven verließ und nach Norden außer Sichtweite der dänischen Küste vorstieß. Dort sollte er durch Angriffe auf die Küstenstädte ein Auslaufen von britischen Schiffen provozieren und sie in die Richtung der Hochseeflotte locken. Die nachrichtendienstliche Abteilung der britischen Admiralität Room 40 hatte den deutschen Funkverkehr mit den Operationsplänen abgefangen und entschlüsselt. Daraufhin befahl die Admiralität Jellicoe und Beatty, noch in der Nacht mit der Grand Fleet von Scapa Flow, Cromarty und Rosyth auszulaufen, um die Hochseeflotte abzuschneiden und zu vernichten.[7]

Bereits zu Beginn der sich daraufhin entwickelnden Schlacht erhielt die Invincible von dem deutschen Schlachtkreuzer Lützow einen Treffer durch schwere Artillerie in Turm „Q“, worauf sie explodierte und in zwei Teile zerbrach. Mit ihr gingen 1026 Mann ihrer Besatzung unter, darunter auch Admiral Hood. Es gab nur sechs Überlebende, einer davon war der Feuerleitoffizier, Commander (Fregattenkapitän) Hubert Edward Dannreuther (1880–1977), der Sohn des deutsch-britischen Dirigenten Edward Dannreuther; er und zwei weitere der Überlebenden hatten sich während der Katastrophe im vorderen Mastkorb befunden. Dannreuther wurde später Kapitän eines Flugzeugträgers und beendete seine Karriere als Rear Admiral (Konteradmiral).[8]
Das Wrack des Schlachtkreuzers wurde 1919 durch einen Minensucher auf der Position 57° 2′ 24″ N, 6° 7′ 9″ O in etwa 60 Metern Wassertiefe lokalisiert. Seit den 1990er-Jahren wurde es mehrfach betaucht und sein Zustand untersucht. Die beiden Rumpfteile liegen nebeneinander, das Heck steht aufrecht. Der Geschützturm „Y“ ist noch weitgehend intakt, seine Kanonen sind noch auf die Steuerbordseite feindwärts gerichtet. Insgesamt ist die Invincible jedoch sehr stark zerstört und zerfällt weiter. Zwischen 1990 und 2000 ist der Rumpf etwa drei bis vier Meter in sich zusammengefallen.
Seit dem 31. Mai 2006, dem 90. Jahrestag der Schlacht, sind die Überreste des Schlachtkreuzers durch den britischen „Protection of Military Remains Act“ von 1986 als „Protected Place“ geschützt. Es darf zwar von außen durch Taucher betrachtet werden, das Eindringen, das Sammeln von Souvenirs oder Bergungsarbeiten sind jedoch verboten.
Literatur
- N. J. M Campbell: Jutland: an analysis of the fighting. Naval Institute Press, Annapolis 1986, ISBN 0-87021-324-5 (englisch).
- Paul G. Halpern: A Naval History of World War I. Naval Institute Press, Annapolis 1995, ISBN 1-55750-352-4 (englisch).
- Robert K. Messie: Castles of Steel. Britain, Germany, and the Winning of the Great War at Sea. Random House, New York 2003, ISBN 0-679-45671-6 (englisch).
- Antony Preston: „Great Britain“. In: Randal Gray (Hrsg.): Conway’s All the World’s Fighting Ships 1906–1921. Naval Institute Press, Annapolis 1985, ISBN 0-85177-245-5 (englisch).
- John Roberts: Battlecruisers. Chatham, London 1997, ISBN 1-86176-006-X (englisch).
