Iringer

Adelsgeschlecht From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Iringer waren ein fränkisches, möglicherweise auch alamannisches Uradelsgeschlecht, welches im 10. Jahrhundert durch seine Beziehungen zu Karantanien (Kärnten) auch eine wichtige Rolle für den altbayerischen Herrschaftsausbau im Südostalpenraum spielte.

Überreste der Iringsburg bei Arnshausen, Entstehungszeit 7. Jahrhundert

Herkunft

Die Herkunft der Iringer ist bislang nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass sie Stammesverwandte der Sieghardinger waren.[1] Urkundlich sind sie ab dem 3. Mai 800 fassbar.[2]

Amalbirg, Tochter des Adelher, schenkte der Kirche im Dorf Würzburg umfangreichen Eigenbesitz in Bardorf (Barcthorf), Sulzfeld (Sulzifeld), Wülfershausen (Wlfricheshus), Saal (Sala), Eibstadt (Ibistat), Merkershausen (Marchereshusun), Poppenlauer (Luringun), Wenkheim (Wancheim), Uraheim im Grabfeldgau, Bettingen (Bettinga) im Taubergau (Tubargewi), samt der Reliquien des Heiligen Kilian.

Unter der in Münnerstadt im Landkreis Bad Kissingen ausgestellten Urkunde wird ein Iring als Zeuge genannt, was ein verwandtschaftliches Verhältnis zur Schenkerin nahelegt. In dieser Gegend sowie im Umfeld des Bistums Würzburg sind die Iringer durch ihren seltenen, gleichlautenden Stammnamen fast lückenlos bis ins 14. Jahrhundert nachweisbar, so dass dies auf eine Herkunft aus diesem Gebiet schließen lässt. Ab dem 12. Jahrhundert verliert sich das Geschlecht in zahlreichen Nebenlinien, wie sich dies am Beispiel der Püssensheimer verdeutlichen lässt.

Verbreitung

Eine Linie der Iringer war im Bistum Würzburg verwurzelt. Eine weitere Linie findet sich ab der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts in Verwaltungsämtern des Bistums Freising. Namentlich ist hier der Vitztum Adalbert zu nennen, der ebenfalls zu den Iringern gezählt werden darf. Meyer und Karpf setzen diesen Adalbert mit dem Grafen Adalbert von Ortenburg gleich.[3] Auch die unterfränkische Linie bekleidete spätestens ab der Mitte des 12. Jahrhunderts Ämter im Bistum Würzburg.[4] Auch Eurasburg (früher Iringsburg) in Oberbayern ist eine Gründung der Iringer.[5]

Literatur

  • Therese Meyer und Kurt Karpf: Herrschaftsausbau im Südostalpenraum am Beispiel einer bayerischen Adelsgruppe. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Band 63, 2000, C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung München
  • Reinhard Wenskus: Sächsischer Stammesadel und fränkischer Reichsadel, Vandenhoeck & Ruprecht, 1976

Einzelnachweise

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