Iris Murdoch
anglo-irische Schriftstellerin und Philosophin
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Dame Jean Iris Murdoch DBE (* 15. Juli 1919 in Dublin; † 8. Februar 1999 in Oxford) war eine irisch-britische Schriftstellerin und Philosophin. Sie ist insbesondere für ihre Romane bekannt, in denen sie sich mit Themen wie Gut und Böse, sexuellen Beziehungen, Moral und der Macht des Unbewussten auseinandersetzt.[Anm. 1][1] Das bekannteste philosophische Werk von Murdoch ist „Die Souveränität des Guten“.[2] Sie hat als Philosophin einen maßgeblichen Einfluss auf die Moralphilosophie.
Leben
Murdoch wurde während des irischen Unabhängigkeitskrieges in Phibsborough, Dublin, Irland, als Tochter von Irene Alice Murdoch geboren. Ihr Vater, ein Beamter, stammte aus einer presbyterianischen Schafzüchterfamilie aus Hillhall in Ulster. Im Jahr 1915 trat er seinen Dienst als Soldat an und diente während des Ersten Weltkriegs in Frankreich, bevor er zum Leutnant befördert wurde. Ihre Mutter hatte vor Iris’ Geburt eine Gesangsausbildung absolviert und stammte aus einer bürgerlichen Familie der Church of Ireland in Dublin. Iris Murdochs Eltern lernten sich in Dublin kennen, als ihr Vater dort im Urlaub war, und heirateten 1918.[2]

Iris Murdoch wurde 1919 als einziges Kind in Phibsborough bei Dublin geboren. Als sie erst ein paar Wochen alt war, zog die Familie nach London um. Iris wurde auf Privatschulen geschickt: 1925 in die Froebel Demonstration School in Roehampton im London Borough of Wandsworth, ab 1932 in die Badminton School in Westbury-on-Trym bei Bristol.
Iris schrieb sich daraufhin am Somerville College der Universität Oxford ein, einer Hochschule, die ausschließlich Frauen zulässt. Die Fördermittel waren im Vergleich zu den Männeruniversitäten zwar geringer, ihr ermöglichten sie jedoch den Abschluss des Studiengangs „Honour Moderations and Litterae Humaniores“. Dieser fokussierte sich auf die griechische und lateinische Sprache und Kultur und umfasste Kurse in Geschichte, Archäologie, Kunst und Philosophie.[3] Gleichzeitig nutzte sie ihre Ankunft in Oxford, um sich der Kommunistischen Partei[2][4] anzuschließen und beteiligte sich auf dem Campus aktiv an zahlreichen Aktionen.
Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) schuf an der Universität Freiräume, weil viele männliche Studenten und Dozenten zum Dienst eingezogen wurden. Während ihres Studiums in dieser Zeit, schließen sich ihr zwei weitere Studentinnen an: Philippa Foot und Mary Midgley. Später spezialisieren sich alle drei auf Philosophie. Darüber hinaus lernen sie Elizabeth Anscombe kennen, die ebenfalls eine zukünftige Philosophin ist. Heute wird es als „Oxford-Quartett“ bezeichnet. In diesem Kontext ist festzustellen, dass alle vier darum bemüht sind, sich einen Platz an der Universität zu sichern, an der Frauen zu dieser Zeit kaum berücksichtigt werden. In diesem anspruchsvollen und teilweise sexistischen Umfeld ist ihre Position nicht gesichert, insbesondere im Fach Philosophie, das nach wie vor hauptsächlich von Männern vertreten wird.[5]
Im Jahr 1942 schloss sie ihr Studium mit der Note „sehr gut“ ab[6] und unterbrach daraufhin ihre akademische Laufbahn, um sich an den Kriegsanstrengungen zu beteiligen. Im Rahmen des Zivildienstes wurde ihr eine Stelle im Finanzministerium in London zugewiesen. Gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin Philippa Foot zogen die beiden Frauen in die Hauptstadt und wohnten gemeinsam in einer Wohngemeinschaft.[7] Nach ihrer Ankunft in London, das sich gerade von den Bombardements erholte, trafen die beiden Frauen auf zahlreiche Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft. Diese multikulturellen Begegnungen inspirierten Iris Murdoch, neue Bekanntschaften zu schließen, und in dieser Zeit begann sie, sich besonders für die französische Literatur zu interessieren.
Im Juni 1944 verließ sie das Finanzministerium und ging zur Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA). Zunächst war sie in London im europäischen Regionalbüro der Behörde tätig. 1945 wurde sie zunächst nach Brüssel, dann nach Innsbruck und schließlich nach Graz in Österreich versetzt, wo sie in einem Flüchtlingslager arbeitete. 1946 verließ sie die UNRRA.[2][8][9] In Österreich lernt sie den französischen Dichter Raymond Queneau kennen, mit dem sie einen Briefwechsel beginnt und eine langjährige Freundschaft aufbaut.
Murdoch lernte Sartre 1945 in Brüssel kennen, als sie für die UNRRA tätig war. Sie zeigte sich beeindruckt von seiner existentialistischen Philosophie sowie von der Tatsache, dass er auch Romanautor und Dramatiker war.[2]
Mit der allmählichen Rückkehr zu einem Leben ohne Krieg hat Iris Murdoch wieder Zeit, sich der Philosophie zu widmen. Sie beschließt, ihr Studium wieder aufzunehmen, um sich mit dem Gebiet der Ethik zu befassen. Sie erhält ein Stipendium für ein Doktoratsstudium am Vassar College in New York, doch aufgrund ihrer Vergangenheit als Aktivistin der Kommunistischen Partei wird ihr ein Visum verweigert. Zur gleichen Zeit werden ihre Übersetzungen von Queneau nicht veröffentlicht, und sie kehrt zu ihren Eltern zurück, ohne eine Vorstellung von ihrer Zukunft zu haben. Sie nimmt den Kontakt zu ihren ehemaligen Freundinnen wieder auf, die ihr Doktorat in Cambridge fortgesetzt haben. Schließlich wird auch sie an der Universität in Cambridge angenommen. Im Jahr 1947 nahm sie das Doktoratsstudium am Newnham College auf, der Frauenuniversität von Cambridge. Zu dieser Zeit wurden an dieser Universität jedoch noch keine Abschlüsse an Frauen verliehen. Im Jahr 1948 wurde sie Mitglied (Fellow) des St Anne’s College der Universität Oxford.[9][2]
Murdoch entdeckte Anfang der 1950er Jahre die Schriften Simone Weils und rezensierte 1956 ihre „Notizbücher“ (französisch: „Cahiers“). Obwohl Weil in der britischen Philosophie zunächst kaum bekannt war, prägte sie Murdochs Denken stark. Murdochs Interpretation von Platons Lehren, die Stärkung christlicher Elemente sowie ihr wachsendes Interesse an Mystik in moralischen Fragen waren dabei von besonderer Relevanz. Darüber hinaus wirkte sich Weil Murdochs Auffassung von psychischer Energie als etwas Mechanisches sowie ihr Konzept der „Leere“ auf ihre moralphilosophischen Überlegungen aus.[10]
Ihr erstes Werk, „Sartre: Romantic Rationalist“ (Romantischer Rationalist) erschien 1953. Murdoch hatte Jean-Paul Sartre kennengelernt, nachdem sie 1945 in Brüssel einen seiner Vorträge besucht hatte, als sie für die UNRRA arbeitete, und war damals von seiner existentialistischen Philosophie beeindruckt, auch wenn sie später das ablehnte, was sie als „luziferische“ Vision einer Moral bezeichnete, die eher auf Freiheit und individuellem Willen als auf Liebe und Güte beruhte.[2.1] In ihrem Erstlingswerk analysierte sie die Romane Sartres als Ausgangspunkt für die Untersuchung seines Denkens. Sie charakterisierte es als von „drei“ posthegelianischen Strömungen – der marxistischen, der existentialistischen und der phänomenologischen – beeinflusst, während es zugleich „zutiefst und selbstbewusst zeitgemäß“ sei.[11]
Ein Jahr später (1954) schrieb sie ihren ersten Roman Unter dem Netz (engl.: Under the Net), nachdem sie zuvor schon philosophische Abhandlungen veröffentlicht hatte, unter anderem die erste englischsprachige Studie über Jean-Paul Sartre. Sie lernte 1956 in Oxford ihren späteren Ehemann John Bayley (1925–2015) kennen, einen Professor für Englische Literatur und ebenfalls Schriftsteller. Danach schrieb sie weitere 25 Romane, philosophische Texte und Dramen bis ins Jahr 1995, als die ersten Symptome der Alzheimer-Krankheit einsetzten, die sie am Anfang für eine Schreibblockade hielt.
Murdoch und Brigid Brophy verband eine lange romantische und intellektuelle Beziehung, die etwa von Ende 1954 bis 1967 andauerte. Sie führten einen intensiven Briefwechsel, der für Murdoch von großer Bedeutung war. Die Beziehung war nicht nur freundschaftlich, sondern auch zeitweise sexuell und emotional eng.[12][13]
Im Jahr 1956 lernte sie John Bayley kennen, einen Professor für englische Literatur, und beschloss, ihr Leben mit ihm zu teilen. Sie widmete sich verstärkt der Literatur, veröffentlichte jährlich einen Roman und gab schließlich 1964 ihre Stelle in Oxford auf, um an das Royal College of Art zu wechseln. Ihr Ansehen in der Literaturszene wuchs zunächst dank des James-Tait-Black-Preises für ihr Gesamtwerk, den sie 1973 erhielt, und anschließend dank des Booker-Preises für ihren Roman „The Sea, the Sea“ im selben Jahr. Ihre Romane, die dem Genre des philosophischen Romans zugeordnet werden, haben ihr internationale Anerkennung eingebracht. Im Jahr 1980 erweiterte sie ihr literarisches Schaffen und verfasste zwei Theaterstücke, die im Wesentlichen philosophischer Natur sind. Sie sind in Form platonischer Dialoge verfasst und unter dem Titel "Acastos" zusammengefasst. Die Stücke wurden am renommierten National Theatre in London aufgeführt.
Ihre literarische Karriere kam jedoch allmählich zum Erliegen, als sich die ersten Anzeichen der Alzheimer-Krankheit zeigten, an der sie litt und die ihre Mutter einige Jahre zuvor dahingerafft hatte, obwohl es damals noch keine Diagnose für diese Erkrankung gab. Mit Mühe vollendet sie 1995 ihren letzten Roman, „Le Dilemme de Jackson“, und verliert nach und nach, zusammen mit ihren Erinnerungen, ihre Denkfähigkeit und die Fähigkeit, zusammenhängende Sätze zu formulieren. Daraufhin erklärt sie sich bereit, an Studien und Forschungen teilzunehmen, um mehr über diese neu entdeckte Krankheit zu erfahren. Ihr Mann steht ihr zur Seite und berichtet von ihren letzten Lebensjahren, in denen er das allmähliche Verschwinden der Identität seiner Frau miterlebte:
„Sie weiß nicht mehr, dass sie sechsundzwanzig bemerkenswerte Romane sowie philosophische Werke geschrieben hat, dass sie mehrere Ehrendoktorwürden von den renommiertesten Universitäten erhalten hat und dass sie Dame des Britischen Empire ist …“[14]
Prägungen
1976 nannte sie Simone Weils „Attente de Dieu“ (Das Warten auf Gott) als eines von nur drei philosophischen Werken, die sie tief geprägt hätten. Die anderen sind Platons „Gastmahl“ (Symposion) und Søren Kierkegaards „Furcht und Zittern“.[10] Kierkegaard bekräftigt in dieser Schrift, dass der Mensch, indem er aus dem ethischen Stadium heraus- und in das religiöse Stadium eintritt, als der Einzelne höher steht als das Allgemeine, also das Ethische. Er betont, dass der Glaube die Fähigkeit verleiht, Herausforderungen zu meistern und Ziele zu erreichen.
Die zentralen Themen des „Symposion“ von Platon sind die Liebe als (Eros) Streben, die Stufen des Eros und der Aufstieg vom Körperlichen zum Geistigen. Im Mittelpunkt steht nicht die romantische Liebe im modernen Sinn, sondern Eros als eine Kraft, die Menschen dazu anregt, das Schöne, Wahre und Gute zu schätzen und zu fördern.
Der Kern von „Das Warten auf Gott“ ist Weils Idee, dass der Mensch Gott in Aufmerksamkeit, Loslassen und Erwartung erfahren muss. Der Mensch soll sich innerlich leeren, damit er für die Wirklichkeit empfänglich wird. Es geht also um die Offenheit für Gott, der nicht durch Willen, sondern durch Aufmerksamkeit, Demut und innere Erwartung erfahren wird.[15]
Auszeichnungen
Murdoch erhielt 1978 den Booker Prize für Das Meer, das Meer (engl.: The Sea, the Sea), einen äußerst detailreichen Roman über die Kraft der Liebe und des Verlustes: Ein ehemaliger Theaterregisseur wird von Eifersucht überwältigt, als er seine ehemalige große Liebe nach mehreren Jahrzehnten wieder trifft. 1975 wurde sie in die American Academy of Arts and Letters[16] und 1982 in die American Academy of Arts and Sciences aufgenommen.
Im Jahre 1987 wurde sie zur „Dame Commander“ (DBE) des britischen Ritterordens Order of the British Empire, vorrangig für ihr Engagement während der Kriegsjahre, ernannt. Die Universität Cambridge verlieh ihr 1993 die Ehrendoktorwürde.[17] Zu ihren weiteren prestigeträchtigen Auszeichnungen zählen die Mitgliedschaft in der American Academy of Arts and Sciences sowie die Ehrendoktorwürde der Universität Hongkong.
1988 verlieh die Hamburger Alfred-Toepfer-Stiftung Murdoch ihren jährlichen Shakespeare-Preis in Anerkennung ihres Lebenswerks. 1997 wurde ihr vom englischen PEN der Golden PEN Award für „herausragende Verdienste um die Literatur im Laufe ihres Lebens“ verliehen.[18]
Die posthume Veröffentlichung zahlreicher ihrer Gedichte belegt Murdochs Bisexualität ebenso wie viele andere Facetten ihrer Persönlichkeit. Ihr Tagebuch legt Zeugnis ab von der Nervosität und der Angst der Schriftstellerin, ihre Sexualität könnte der Öffentlichkeit bekannt werden. Ihr literarisches Werk befasst sich jedoch mit Bisexualität und Polyamorie, lange bevor diese Themen in der Gesellschaft offen diskutiert wurden.[19]
Iris Murdoch starb am 8. Februar 1999 mit 79 Jahren in Oxford.
- Römische Kopie eines griechischen Platonporträts[20]
- Søren Kierkegaard (um 1840)
- Jean-Paul Sartre (um 1967)
- Simone Weil (1943)
- Portrait von Elizabeth Anscombe
Philosophie
Murdoch gehörte neben Elizabeth Anscombe, Philippa Foot und Alasdair MacIntyre zu den Begründern der modernen Tugendethik.
Murdoch unternahm den Versuch, eine alternative Ethik zu entwickeln, die den modernen Ansprüchen gerecht wird. Dieser Ansatz ist weniger rational und weniger auf das autonome Subjekt fokussiert. Stattdessen ist er stärker an einem metaphysischen Guten und an Tugenden orientiert. Murdoch greift das Konzept der Aufmerksamkeit auf, das von der französischen Philosophin Simone Weil entwickelt wurde. Weil bezeichnet dieses Konzept als „Attention“.
Im Laufe ihres Lebens entwickelte Murdoch eine ganz eigene Position in der Moralphilosophie sowie in der Kunst- und Religionsphilosophie. Ihre Forschungstätigkeit umfasste vor allem die Moralphilosophie. Darüber hinaus befasste sie sich ein Leben lang intensiv mit der traditionellen und einigen damals aktuellen Philosophen, darunter Schopenhauer, Hegel, Heidegger, Sartre, Adorno, Martin Buber und Jacques Derrida. Darüber hinaus befasste sie sich eingehend mit den Gedanken und Ansätzen christlicher Denkerinnen und Denker wie Paulus, Augustinus, Anselm von Canterbury, Meister Eckhart, Søren Kierkegaard und Juliana von Norwich sowie mit hinduistischem und insbesondere buddhistischem Denken. Ihre Ansichten wurden zudem stark von Platon, Immanuel Kant, Simone Weil und Ludwig Wittgenstein beeinflusst.[10]
Ethik
Murdochs philosophische Krit der philosophischen Ethik ist in erster Linie gegen den logischen Positivismus gerichtet, der im akademischen Milieu Oxfords en vogue war. In diesem Kontext wurden nur solche Aussagen über den Menschen als relevant betrachtet, die durch Beobachtungen verifizierbar waren oder sich aus streng rationalen Herleitungen ergaben.
In komplexen Situationen wurde daher ausschließlich den Aspekten, die verallgemeinerbar und objektivierbar waren, moralisches Gewicht beigemessen. Das komplexe Innenleben wurde als unwesentliche Gefühlsäußerung oder metaphysische Spekulation ohne Wirklichkeitsgehalt abgetan.
Murdoch erhebt jedoch nicht nur Einspruch gegen Tendenzen einer Überrationalisierung des Lebens. Ihre Skepsis gilt auch der Psychoanalyse Freuds und dem Existenzialismus Sartres.
Kritik der philosophischen Ethik
Die Moralphilosophie von Iris Murdoch entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer grundlegenden und systematischen Antwort auf die vorherrschende angelsächsische analytische Philosophie. Gemeinsam mit ihren Oxforder Kolleginnen Elizabeth Anscombe, Philippa Foot und Mary Midgley setzte Murdoch sich gegen eine akademische Orthodoxie ein. Die Entkopplung der Ethik von einem substanziellen Verständnis der menschlichen Natur führte dazu, dass moralische Fragen auf sprachanalytische Probleme reduziert wurden. Die vorgebrachte Kritik bezog sich in erster Linie auf den logischen Positivismus und den Emotivismus. Letztere klassifizierten metaphysische Behauptungen als nicht verifizierbar und moralische Urteile als subjektive, kognitiv gehaltlose Willens- oder Gefühlsäußerungen.[10]
Ethik ist nach Auffassung von Murdoch nicht mit abstrakten Prinzipien oder kalter Rationalität gleichzusetzen, sondern beruht auf einem einfühlsamen Verständnis der Mitmenschen. Sie zeigt sich nicht in heroischen rationalen Entscheidungen, sondern in der Charakterbildung durch selbstlose Zuwendung und aufmerksame Beobachtung der Wirklichkeit. Moral manifestiert sich nicht in erster Linie in äußeren beobachtbaren Verhaltensweisen. Entscheidend sind innere moralische Entwicklungen und Perspektivwechsel. Murdoch zufolge besteht die nie vollendbare Aufgabe von Moral darin, Selbstsucht zu minimieren. Moral beschränkt sich nicht auf alltägliches korrektes Handeln, sondern auf die gesamte Persönlichkeit und die gesamte Lebensweise. Sie fordert, dass wir die Realität so betrachten, wie sie ist. Dies beinhaltet die Akzeptanz des Todes, die Anerkennung der eigenen Begrenztheit, die Entwicklung von Demut und die Ausübung von Güte.
Murdochs Projekt zielt darauf ab, eine neue Moralphilosophie zu entwickeln, die mit den Werten der modernen Welt in Einklang steht. Sie betont, dass es notwendig ist, die Moralphilosophie neu zu ordnen und Analysemethoden zu finden, die die Tatsache berücksichtigen, dass ein signifikanter Teil des menschlichen Verhaltens von einer egozentrischen mechanischen Energie angetrieben wird.
Murdoch kritisierte die Ethik in Oxford als „formalistisch und leblos“. Ein Grund dafür ist, dass das Menschenbild der modernen Ethik zu einseitig von Autonomie (frei entscheiden) und Rationalität (aus Vernunft handeln) geprägt ist. Nach Ansicht Murdochs wählt der Mensch hier scheinbar "seine Gründe frei, (…) nach Begutachtung der (…) Tatsachen".[21.1] „Dies ist ein Bild des ideal rationalen Menschen“. Im Rahmen unserer Prüfung einer beabsichtigten Handlung werden rationale Prinzipien wie etwa die Pflichtethik und der Utilitarismus berücksichtigt.
Obgleich ihre Arbeit formalen Standards, die sich im Kontext analytischer Philosophie etabliert haben, oft nicht genügt,[22] wurde Murdoch von vielen analytisch geschulten Philosophen rezipiert,[23] darunter Hilary Putnam,[24] der u. a. an Murdochs (und Stanley Cavells) Kritik der ansonsten in der analytischen Erkenntnistheorie (Epistemologie) und Seinslehre (Ontologie) bis dahin weithin akzeptierten Unterscheidung von Tatsachen und Werten anknüpft,[25] und Charles Taylor.[26]
Das Gute
Das Gute ist als Konzept schwer zu fassen, und Murdoch räumt dies ein: Wenn man die Geschichte betrachtet, fällt es schwer zu glauben, dass es tatsächlich existieren könnte. Dennoch bekräftigt sie in der Tradition Platons dessen transzendente Realität und die Schwierigkeit, es zu erreichen. Das Gute ist keine bloße normative Ethik, kein Werturteil, sondern es existiert tatsächlich in der Welt. Unsere Unfähigkeit, Zugang zu dieser Realität zu erlangen, macht es uns unzugänglich, doch wir haben dennoch eine Intuition dafür: Auch wenn wir das Gute nicht genau definieren können, wissen wir doch, in welche Richtung wir danach suchen müssen. Diese Intuition rührt daher, dass wir mit ihm verbundene Begriffe, nämlich die Tugenden, wahrnehmen, ohne jedoch das Gute selbst zu sehen. Um auf die Metapher von Platons Höhle zurückzukommen: Man kann die Sonne nicht direkt betrachten, doch ihr Licht macht sichtbar, was sie umgibt.
Ein Element in Murdochs platonistische Auffassung des Guten ist die Idee, dass es so etwas wie die Form des Guten gibt. Diese Form macht aus, was wir erkennen, wenn wir moralisches Wissen besitzen. Zugleich ist sie das, was wir suchen und lieben.
Es gibt ein nicht relatives, ein absolut Gutes. Beispiele hierfür sind geläuterte, reine (göttliche) Liebe, Platons Idee des Guten oder der Kampf für das Gute (Camus). Auf dieses Gute können wir uns orientieren: Ausgangspunkt ist, "was ich Einbildung genannt habe, die Wucherung von blendenden, egozentrischen Zielen und Vorstellungen". Das Ziel besteht darin, dass die Moral diese Bindung an uns selbst (Einbildung) überwinden kann, um sich neu auszurichten..[21.2]
Zu diesem Verständnis gelangen wir schrittweise. Wir erkennen und lieben das Gute zunächst in einzelnen guten Dingen. Dazu zählen Personen, aber auch Kunst, Natur und Ideen. Von dort aus steigen wir zu einem Verständnis des Guten an sich auf. Murdoch bedient sich dabei häufig von Platons Metapher des „Aufsteigens“. Außerdem sagt sie – und schreibt dies Platon zu –, dass das Gute wie ein Licht sei. Dieses Licht ermöglicht es uns, das Gute in einzelnen Dingen zu erkennen.
Iris Murdoch zufolge ist „Das Gute eine transzendente Realität“, die über das individuelle Selbst hinausgeht. Wie bei Platon geht es um eine objektive Wahrheit, die entdeckt werden muss. Das Gute existiert unabhängig von individuellen Entscheidungen oder gesellschaftlichen Konventionen als „magnetisches Zentrum“, das Menschen anzieht. Nach ihrer Auffassung ist die Tugend der Versuch, den Schleier des egoistischen Bewusstseins aufzulösen und an der wirklichen Welt teilzunehmen.[21.3]
Murdoch beschreibt ihre Auffassung des Guten wie folgt: „Die Vorstellung des Guten als eines transzendenten magnetischen Zentrums scheint mir das am wenigsten verderbbare und realistischste Bild zu sein, das wir in unserem Nachdenken über das moralische Leben nutzen können.“[21.4]
Murdoch plädierte somit philosophisch[27] für eine Anknüpfung an die platonische Konzeption des Guten. Sie befürwortete die damit verbundene methaetische Idee, dass es eine vom Bewusstsein, von Sprache und von unseren Theorien unabhängige Wirklichkeit gibt und die individuelle Informationsverarbeitung sowie die dazugehörigen Denk- und Verarbeitungsprozesse (Kognitivismus). Sie vertrat zudem den ontologischen Realismus in Bezug auf immaterielle Formen. Auch die von Platon beschriebenen Handlungsmodelle unterstützte sie. Dies erfordere die Ausarbeitung einer dazu tauglichen Anthropologie und Moralpsychologie.[28]
Aufmerksamkeit
Simone Weil
Vor der Erörterung von Murdochs Begriff der Aufmerksamkeit sind einige Anmerkungen zu Simone Weil erforderlich, da sie einen tiefgreifenden Einfluss auf Murdoch hatte – nicht nur in Bezug auf die Aufmerksamkeit. Simone Weil war eine französische Philosophin, politische Aktivistin und in ihrem späteren, kurzen Leben eine Art christliche Mystikerin. Murdoch stieß Anfang der 1950er Jahre auf Weils Schriften und rezensierte 1956 ihre „Notizbücher“ (französisch: „Cahiers“). In ihren früheren Schriften erwähnt Murdoch sie nur kurz. Weil war, anders als Sartre, in der britischen Philosophie jener Jahre völlig unbekannt. Murdoch machte ihre Schuld gegenüber Weil stets deutlich. Murdochs Hinwendung zum Platonismus sowie ihre besondere Interpretation von Platons Lehren sind in diesem Zusammenhang von Relevanz. Es besteht kein Zweifel, dass sie die fortbestehenden christlichen Elemente in Murdochs Denken stärkte. Zudem ist eine zunehmende Berufung Murdochs auf Mystik im Zusammenhang mit Moral, insbesondere in „Metaphysics“, festzustellen. Es ist anzunehmen, dass sie auch Murdochs Auffassung von psychischer Energie (im Sinne des Freudschen Modells) als „mechanisch“ beeinflusste, als etwas, dem wir unterworfen sind. Murdoch nutzte Weils Konzept der „Leere“ als Teil ihrer moralischen Weltanschauung in „Metaphysics“.[10]
Iris Murdoch
Die „Aufmerksamkeit“ ist ein zentrales Konzept in Iris Murdochs Moralphilosophie. Sie steht im Zusammenhang mit der Möglichkeit einer gerechten moralischen Wahrnehmung und zugleich mit der Verringerung selbstbezogener Verzerrungen. Murdochs maßgebliche Quelle für diesen Begriff ist Simone Weil, von der sie das Konzept der Aufmerksamkeit als einen auf die individuelle Realität gerichteten Blick übernimmt.
Murdoch übernimt von ihr das Konzept der Aufmerksamkeit (Attention bei Simone Weil) als Blick auf eine individuelle Realität. Es geht darum, die Aufmerksamkeit auf etwas zu richten, also nach außen, auf ein Objekt, ein anderes Wesen, ein Detail der Welt. Durch die Aufmerksamkeit entscheidet sich der Einzelne, seinen Blick auf die Welt auf eine bestimmte Sache zu richten und sie dadurch klarer zu sehen. Die Aufmerksamkeit verdrängt somit die egozentrische Wahrnehmung der Realität und eröffnet den Zugang zu einer anderen, zutreffenderen Realität. Diese Aufmerksamkeit für Details führt zu Demut und zu einem tieferen Verständnis des Guten. Sie gleicht der Kontemplation als einzigartiger spiritueller Erfahrung.
Für Murdoch beinhaltet Aufmerksamkeit eine Aktivität unsererseits, die „den gerechten und liebenden Blick auf eine individuelle Gegebenheit“[21.5] lenkt. M.s Versuch, D. zu sehen, veranschaulicht dies. Murdoch deutet an, dass das gerechte und liebevolle Sehen eines Menschen genau das ist, was dazu gehört, ihn so zu sehen, wie er wirklich ist. Murdoch betont, dass bloße Genauigkeit nicht der entscheidende Faktor für diesen gerechten und liebevollen Blick ist. Die Erlangung detaillierter Informationen über eine Person, wie etwa deren Vorlieben oder Ängste, steht nicht im Einklang mit dem Konzept von liebevoller und gerechter Aufmerksamkeit. Die die Figur des Julius King in ihrem Roman "Fairly Honorable Defeat" ein Beispiel für eine Person ist, die über eine ausgeprägte Scharfsinnigkeit verfügt und in der Lage ist, sehr genau auf Aspekte der Realität anderer Menschen, wie beispielsweise deren Eitelkeit, einzugehen. Sie nutzt dieses Wissen, um diese Personen zu manipulieren und ihnen zu schaden. Julius zeigt eine ausgeprägte Unfähigkeit, Liebe für andere zu entwickeln, und seine Scharfsinnigkeit mag zwar präzise, aber nicht gerecht oder liebevoll sein.[10]
Indem er sich dafür entscheidet, seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge statt auf andere zu richten, bezieht der moralisch handelnde Mensch Stellung; er wählt aus, was er in der Welt sehen und was er darüber wissen möchte. Sein Blick ist einzigartig, und er ist dafür verantwortlich, wem er Bedeutung beimessen möchte. Die Aufmerksamkeit auf wertvolle Objekte zu richten, wie Kunstwerke oder Beispiele tugendhafter Handlungen, ist somit ein Schritt hin zu einer moralischen Sichtweise. Die Aufmerksamkeit als Fähigkeit, unsere Weltanschauung bewusst zu verändern, trägt somit zur moralischen Vervollkommnung bei. Daraus folgt: „Wenn ich die Aufmerksamkeit richtig praktiziere, müsste ich keine Entscheidungen treffen, und das ist letztlich das höchste Gut“.[29]
Der deutsche Philosoph Markus Gabriel übersetzt den Begriff „attention“ mit „Zuwendung“. Seiner Auffassung zufolge beinhaltet Zuwendung die Erkenntnis der normativen Leitplanken der Wirklichkeiten, in denen Menschen leben, und deren Orientierung entsprechend diesen Leitplanken. Nur in bestimmten Situationen können wir moralische Tatsachen erkennen, auf deren Grundlage wir dann fortfahren, um ähnliche Situationen zu identifizieren. Moralisches Wissen entsteht dabei nicht abstrakt, sondern in konkreten Situationen. Aus den einzelnen Erfahrungen, die wir im Laufe der Zeit gemacht haben, lernen wir, ähnliche Situationen wiederzuerkennen und entsprechend zu handeln. Das dadurch allmählich – von unten nach oben – entstehende Universale ist somit weder vorgängig gegeben noch transzendent ungreifbar, sondern eine Aufforderung zum Universalisieren. Unter Universalisieren versteht Gabriel eine moralische Regel oder Lebensweise so zu prüfen, dass sie für alle Menschen zugleich gelten können. Das Universalisieren besteht in der Identifizierung von Äquivalenzklassen, die in unterschiedlichen Situationen Anwendung finden können und über verschiedene Situationen hinweg Gültigkeit beanspruchen. Was in einer Situation zu tun ist, gilt mit den notwendigen Änderungen (mutatis mutandis) auch andernorts – die Umkehrung von „andere Länder, andere Sitten“. Die Zuwendung konzentriert sich auf die positiven Aspekte und Murdoch verwendet den Begriff „Liebe“, um den Geist dieser Ethik auszudrücken.[30.1] Nach Gabriel ist Murdochs Position individualistisch, weil sie Ethik primär als Verhältnis eines Individuums zu einem anderen Individuum konstruiert und dies überdies auf ein Verhältnis zwischen Menschen (und Gott bzw. dem Göttlichen) beschränkt.[30.2]
Souveränität des Guten
Das bekannteste Werk von Murdoch als Philosophin ist „Die Souveränität des Guten“. Ihre zentralste Parabel die in dieser Publikation erscheint, fordert uns auf, uns eine Schwiegermutter, M, vorzustellen, die D, ihre Schwiegertochter, verachtet. M hält D für ungeschliffen, vorlaut, direkt, frech und unreif (S. 32). M ist eine selbstbeherrschte Engländerin, die sich stets mit vollendeter Höflichkeit verhält. In ihrem Handeln lassen sich keine Anzeichen ihrer wahren Meinung erkennen. Sie erkennt jedoch auch, dass ihre Gefühle und Gedanken nicht angemessen sind und vermutlich aus Eifersucht und einem übermäßig starken Verlangen, an ihrem Sohn festzuhalten, resultieren. Sie erkennt die Notwendigkeit einer moralischen Aufgabe: Sie wird ihre Sicht auf D ändern, sie präzisieren und von Selbstsucht weniger getrübte Ansichten vertreten. Sie hat eine neue Sichtweise entwickelt: Wenn sie dazu neigt, „vulgär“ zu sagen, wird sie „erfrischend unkompliziert“ sprechen und handeln. Wenn sie dazu neigt, „vorlaut“ zu sagen, wird sie „fröhlich“ formulieren, nicht „anstrengend unreif“ sondern „auf entzückende Weise jugendlich“ und so weiter (S. 33). Im Laufe der Zeit werden die neuen Bilder die alten verdrängen. Schließlich ist es für M nicht mehr erforderlich, sich so sehr anzustrengen, um ihr Handeln zu kontrollieren. Die Art und Weise, wie sie D nun sieht, ist für das Ergebnis von entscheidender Bedeutung.[21.6] Das Gleichnis soll (im Gegensatz zu zeitgenössischen Oxford-Wissenschaftlern wie R. M. Hare und Stuart Hampshire) unter anderem die Bedeutung des „inneren“ Lebens für moralisches Handeln aufzeigen. Um einen anderen richtig zu sehen, muss man unter Umständen Eifersucht überwinden, und Erkenntnisse über die Welt erfordern innere Arbeit.
Sichtweise
Murdoch schlägt vor, Moral nicht als Eigenschaft einer Handlung, sondern als Eigenschaft einer Sichtweise zu betrachten. Die Sichtweise muss moralisch sein, damit auch die Entscheidungen moralisch sind. Unter Sichtweise versteht sie die Vorstellung von der Realität, die sich jeder Einzelne macht. Ist diese Vision aufgrund der Funktionsweise der Psyche, die sich selbst schützt, zunächst egozentrisch, muss man sich bemühen, diesen Egozentrismus zu überwinden und sich von diesen Illusionen zu befreien. So ist „die klare Sicht auf die Dinge das Ergebnis von Vorstellungskraft und Anstrengung, die ihrerseits moralischer Natur sind“.[29]
Die Einzelheiten der von Murdoch entworfenen Vision einer moralischen Bildung, die das moralische Gefüge ausmacht, sind noch nicht vollständig geklärt. Murdoch verwendet das „Sehen“ als zentrale Metapher für die grundlegendste moralische Aufgabe des menschlichen Lebens, anstatt das „Tun“ in den Mittelpunkt zu stellen. In ihrem einflussreicher Aufsatz „The Idea of Perfection“ kritisiert sie das Handeln in der Welt in den Mittelpunkt des moralischen Strebens zu stellen. Sie präsentiert ein alternatives Konzept, das eine Reihe visueller Metaphern wie „Sehen“, „Aufmerksamkeit“, „Wahrnehmung“, „Blicken“ und „Vision“ verwendet, um die grundlegende Aufgabe der Moral auszudrücken. Ihre visuellen Metaphern sollen dem Handeln in der Welt zweifellos einen wichtigen Platz einräumen, es jedoch in einen größeren Kontext stellen als die Metapher des "Tuns". Dies veranschaulicht die Grenzen des Ansatzes des praktischen Denkens bei der Interpretation von Murdochs Moralphilosophie.[10]
Sprache
Murdoch entwickelte eine Theorie der Sprache, die sich an deren kontextueller Bedeutung orientiert. Dabei ließ sie sich von Ludwig Wittgenstein und Elizabeth Anscombe inspirieren. Die Feststellung betrifft die Tatsache, dass wir zwar alle dieselben Wörter verwenden, damit jedoch nicht unbedingt dieselbe Vorstellung verbinden. Denn der Wortgebrauch ist nicht nur vom Verwendungskontext abhängig, sondern auch von der persönlichen Geschichte des Einzelnen. Als Beispiel führt sie das Wort "Reue" an, das je nach Alter, Lebensphase und durchlebten Prüfungen eine unterschiedliche Bedeutungstiefe hat. Die vorliegende Sprache ist als idiosynkratisch einzustufen. Die Form eines Schriftzeichens oder eines Lautzeichens (Bezeichnendes oder Signifikant) ist identisch und somit öffentlich. Die Sprache steht allen Beteiligten zur Verfügung. Der Inhalt eines Zeichens (Bezeichnetes oder Signifikat) ist hingegen individuell. Im Laufe seines Lebens wird der Einzelne dazu angehalten, sein Weltbewusstsein zu entwickeln und Gewohnheiten zu hinterfragen. Eine Veränderung in der Definition eines Wortes hat eine Veränderung in der Art zur Folge, wie wir die Realität überhaupt begreifen.
Nach Ansicht von Murdoch zeichnet sich die wissenschaftlichen Sprache, durch Präzision und Exaktheit aus. Die Verständlichkeit des interdisziplinären Austausch muss gewährleistet sein. Das sprachliche Ideal der Wissenschaft manifestiert sich in einer präzisen und objektiven Ausdrucksweise, wobei ethische und moralische Aspekte sowie jegliche Form von Wertvorstellungen aus dieser Sprache eliminiert werden. Im Vergleich zur literarischen Sprache, die als künstlerischer angesehen wird und der Vermittlung von Emotionen dient, weist sie eine andere Ausdrucksweise auf. Diese kann die Kommunikation erheblich erschweren, da sie wesentlich undurchsichtiger ist.
Murdoch ist der Auffassung, dass die Metapher „kein nebensächlicher Auswuchs der sprachlichen Struktur ist, sondern deren lebendiges Zentrum“ und dass „wir den bildlichen Modus nicht ‚plötzlich‘ annehmen müssen; wir nutzen ihn ständig.“[31]
Kunst
Murdoch zufolge ist Kunst eine Form der Kommunikation, da sie eine Weltanschauung zum Ausdruck bringt. Es handelt sich um eine Kommunikation zwischen dem Künstler und der Welt, zwischen dem Werk und dem Betrachter, aber auch zwischen dem Betrachter und der Welt. Das Kunstwerk vermittelt eine spezifische Sichtweise auf die Realität und eine bestimmte Herangehensweise an das Thema des Werks. Dadurch verändert es die Perspektive des Betrachters und entspricht der Absicht des Künstlers.
Sie unterscheidet dabei zwei Arten von Kunstwerken: die guten und die mittelmäßigen. Mittelmäßige Werke sind Bekundungen des Ichs und der egozentrischen Psyche eines Künstlers, der nicht die Absicht hat, eine Reflexion über die Welt anzubieten, sondern seinen eigenen Egozentrismus zur Schau zu stellen. Daher reflektieren diese Werke unsere Vorstellungen und tragen zu unserem emotionalen Wohlbefinden bei. Sie spiegeln unsere Fantasien wider und wiederholen vertraute Bezugspunkte, wodurch sie unsere Tagträume fortsetzen. Die Mehrheit der Kunstwerke dieser Art findet bei den Betrachtern Zustimmung, da sie der inneren Bewegung eines jeden Einzelnen folgen. Diese pathetische Darstellung verweist auf die eigenen Gefühle und bestärkt den Geist in seinem Solipsismus.
Murdoch vertritt die Auffassung, dass Kunst nicht nur eine Form der Unterhaltung ist, sondern auch eine ernstzunehmende erzieherische Wirkung besitzt. Das Betrachten und Erleben eines Kunstwerks kann für sie als erster Schritt betrachtet werden, um sich selbst besser kennenzulernen. Murdoch vergleicht die Beziehung zur Kunst mit einer gesunden Liebe zum anderen und ist der Ansicht, dass ein gutes Kunstwerk dazu anregen muss, seine Schönheit zu schätzen, ohne jedoch das Werk besitzen zu wollen. Dies bedeutet, es als etwas außerhalb von uns Stehendes zu akzeptieren. Ihrer Ansicht nach liegt das Kennzeichen großer Kunst in der Bekräftigung der Unabhängigkeit der Kunst, in ihrem unpersönlichen und unbestechlichen Charakter. Murdoch zufolge handelt es sich bei der Betrachtung von Kunst um eine moralische Handlung, da sie uns dazu anregt, das Werk zu erleben, ohne zu versuchen, es uns anzueignen.
Romane
Murdoch war stark geprägt von Plato, Sigmund Freud, Simone Weil[32] und Jean-Paul Sartre. Ihre Romane sind abwechselnd eindringlich und grotesk, voll von schwarzem Humor und überraschenden Wendungen; sie gehen unter die zivilisierte Oberfläche des „Upper-Middle-Class“-Milieus, dem ihre Charaktere gewöhnlich angehören. Oft kommen untypische schwule Personen in ihren Werken vor, vor allem in The Bell (1958) und A Fairly Honourable Defeat (1970). Sie schrieb auch oft über einen mächtigen und fast dämonischen männlichen „Zauberer“, der seinen Willen den anderen Charakteren aufzwingt – einen Typus von Mann, den Murdoch angeblich ihrem Liebhaber, dem Schriftsteller Elias Canetti, nachempfunden hat.
Obwohl sie vorwiegend in einem realistischen Stil schrieb, flocht sie gelegentlich in ihr Werk Mehrdeutigkeiten durch die missverständliche Verwendung von Symbolen und durch die Verwendung von Fantasy-Elementen in ihren präzise beschreibenden Szenen ein.
Das Einhorn (The Unicorn, 1963) kann als ausgeklügelte Schauer-Romanze oder als Roman mit Gruselelementen oder vielleicht als brillante Parodie auf den Schauerroman verstanden werden.
In dem Schlüsselroman Die Flucht vor dem Zauberer, der nicht ohne Grund Elias Canetti gewidmet ist, beschreibt Murdoch die Geschichte eines Mannes, dessen unheilvolle Faszination sich kaum jemand entziehen kann. In dem Ronan erliegen drei Frauen dem Charme des Zeitungskönigs Mischa Fox: Die 18-jährige Diplomatentochter Annette Cockeyne, die vor allem in der Liebe erfahrene Sirene Rose Keepe und die kleine, duldsame Schneiderin Nina. Mischa Fox, der große Verzauberer seiner Umwelt, ist selbst einem Bann unterworfen: den Stimmen und Zeichen, die unaufhörlich in sein Bewusstsein dringen.[33]
Der schwarze Prinz (The Black Prince, 1973) ist eine bemerkenswerte Studie erotischer Besessenheit. Dieser Text wird komplizierter und suggerierte unterschiedliche Interpretationen dadurch, dass einige nachrangige Charaktere dem Erzähler und dem mysteriösen „Herausgeber“ des Buches in einer Reihe von Nachworten widersprechen.
Das Gemälde Allegorie der Liebe ist Gesprächsthema in der Erzählung The Nice and the Good („Lauter feine Leute“) von Iris Murdoch und wurde für das Cover der Erstausgabe von 1978 verwendet.[34]
Rezeption

Gegen Ende der 1970er und in den 1980er Jahren begannen einige angloamerikanische Philosophen, sich auf Murdoch zu berufen, um die damalige Moralphilosophie zu kritisieren oder eine eigene Position zu entwickeln. Zu ihnen gehörten Charles Taylor, Hilary Putnam, Cora Diamond, Genevieve Lloyd, John McDowell, Raimond Gaita, Martha Nussbaum, Lawrence Blum und Sabina Lovibond. Diese frühe Sekundärliteratur befasste sich nicht eingehend mit Murdochs Werk selbst, sondern war davon inspiriert und trug dazu bei, Murdoch in der breiteren Öffentlichkeit bekannter zu machen.[10]
In diesem Zusammenhang hebt insbesondere Martha Nussbaum Murdochs „transformativen Einfluss auf das Fachgebiet“ der Moralphilosophie hervor. Murdoch habe den Fokus weg von den langen dominierenden Themen des Willens und der Wahl hin zu Fragen der Aufmerksamkeit verschoben – also dazu wie Menschen lernen, einander wahrzunehmen und wirklich zu sehen. Ebenso betonte sie die Bedeutung der phänomenalen Erfahrung oder philosophisch formuliert wie die sinnliche „Dinglichkeit“ des Lebens die moralische Sensibilität prägt.[35]
Murdoch Werk wurde darüber hinaus von zahlreichen analytisch geschulten Philosophen und Philosophinen rezipiert,[36] darunter Hilary Putnam,[24] der u. a. an Murdochs (und Stanley Cavells) Kritik der ansonsten in der analytischen Epistemologie und Ontologie bis dahin weithin akzeptierten Unterscheidung von Tatsachen und Werten anknüpft,[25] und Charles Taylor.[26]
Auch Mary Midgley würdigte Murdochs Denken nachdrücklich. Sie beschreibt die Idee des Guten bei Murdoch als die Vorstellung eines transzendenten, magnetischen Zentrums und bezeichnet dieses Bild als eines der überzeugensten, das wir in unserem Nachdenken über das moralische Leben nutzen können. Zugleich betont sie die besondere Bedeutung von Murdochs Werk „Die Souveränität des Guten“, das ihrer Ansicht nach zu den wenigen modernen philosophischen Büchern zählt, die auch für Leserinnen und Leser außerhalb der akademischen Philosophie tatsächlich hilfreich sind.[21]
Neben ihrer philosophischen Wirkung war auch Murdochs persönliches Leben von intensiven Beziehungen geprägt. Aus ihrer Bekanntschaft mit Elias Canetti entwickelte sich eine mehrjährige Beziehung, die Canetti im 2003 erschienenen Buch Party im Blitz: Die englischen Jahre[37] schilderte. Die Beziehung war insbesondre von Canettis starker Eifersucht gekennzeichnet, während Murdoch ihn als mächtigen und fast dämonischen „Zauberer“ beschrieb.
Iris Murdoch hat eine ambivalente Haltung zur Rolle der Philosophie in der Literatur. Diese Ambivalenz spiegelt ihre umfassenderen Bedenken hinsichtlich der Rolle von „Ideen“ in Kunst und Leben. Murdochs Romane stehen oft in einem Spannungsverhältnis zu ihrer eigenen Konzeptualität. Zugleich sehnen sie sich nach einem direkteren Kontakt mit der Welt, der ohne die vermittelnde Funktion von Ideen und Theorien auskommt. Doch auch dieser Wunsch erweist sich in ihrem Werk als Illusion. Literatur ist bei Murdoch eine Form des Denkens und unterliegt dessen Grenzen. Sie stützt sich nicht nur auf Konzepte, sondern wird auch zwischen verschiedenen Aspekten des Denkens hin- und hergerissen: zwischen partikularen und allgemeinen Standpunkten sowie zwischen inneren und äußeren Perspektiven. Die Reibung zwischen diesen Denkweisen erklärt die uneinheitliche Form und die philosophische Kraft von Murdochs Belletristik.[38]
Aktuell erlebt Murdochs philosophisches Werk eine Renaissance, die sich durch eine hohe Geschwindigkeit auszeichnet. Philosophen beschäftigen sich erneut mit ihren Überlegungen zu Liebe, Aufmerksamkeit und Selbstlosigkeit, mit der Aufhebung der Grenzen zwischen Ethik und Ästhetik sowie mit ihrem Widerstand gegen hochtechnisches akademisches Vokabular zugunsten einer Konzentration auf unsere alltägliche, vorphilosophische Erfahrung.[39]
Einige ihrer Werke wurden für das Fernsehen verfilmt, wie zum Beispiel die britischen Fernsehserien nach der Vorlage ihrer Romane An Unofficial Rose und The Bell. John Boynton Priestley adaptierte ihren Roman A Severed Head aus dem Jahr 1961 für die Bühne, das Stück wurde 1971 von Richard Attenborough mit dem Schauspieler Ian Holm uraufgeführt.
Murdoch ist die Protagonistin in Richard Eyres preisgekrönter Filmbiographie Iris von 2001. Darin wird die Geschichte ihres Verfalls durch die Alzheimer-Krankheit aus der Sicht ihres Mannes John Bayley (Hugh Bonneville) zu der Zeit, als das Paar in North Oxford lebte. Murdoch wurde in dem Film von Kate Winslet und Judi Dench dargestellt.
Der britische Schriftsteller A. N. Wilson verfasste eine 2003 erschienene Biographie über Murdoch: Iris Murdoch as I Knew Her (Iris Murdoch wie ich sie kannte).[40]
Iris Murdochs Roman Das Meer, das Meer ist in der renommierten BBC-Auswahl der 100 bedeutendsten britischen Romane auf dem 61. Platz gelistet.
Das Haus in der Charlbury Road 30, in dem sie von 1989 bis zu ihrem Tod mit ihrem Ehemann lebte, ist mit einer blauen Gedenktafel von Oxfordshire versehen.[41] Der Asteroid (9138) Murdoch wurde am 2. April 1999 nach ihr benannt.
Werke
Romane
- Under the Net, Chatto und Windus, London 1954; Neuausgabe bei Vintage, London 2004, ISBN 0-09-945844-6
- deutsch: Unter dem Netz, übersetzt von Ilse Krämer. Rascher, Zürich 1957; Piper, München 2017, ISBN 978-3-492-50122-4
- The Flight from the Enchanter, Chatto & Windus, London 1956
- deutsch: Flucht vor dem Zauberer, übersetzt von Werner Peterich. Piper, München 1964; Neuausgabe ebd. 2017, ISBN 978-3-492-50120-0
- The Sandcastle (1957)
- deutsch: Die Sandburg, übersetzt von Maria Wolff. Piper, München 1959
- The Bell (1958)
- deutsch: Die Wasser der Sünde, übersetzt von Maria Wolff. Piper, München 1962
- A Severed Head (1961)
- deutsch: Maskenspiel, übersetzt von Karin Reese. Piper, München 1964
- als Ein abgetrennter Kopf neu übersetzt von Maria Hummitzsch. Piper, München 2017, ISBN 978-3-492-05861-2
- An Unofficial Rose (1962)
- The Unicorn (1963)
- The Italian Girl (1964)
- deutsch: Das italienische Mädchen, übersetzt von Inge Wiskott. Ehrenwirth, München 1982
- neu übersetzt von Stefanie Schaffer-de Vries. Deuticke, Wien 1997
- The Red and the Green (1965)
- The Time of the Angels (1966)
- The Nice and the Good (1968)
- deutsch: Lauter feine Leute, übersetzt von Margitta de Hervás. Scherz, Bern 1968
- Bruno’s Dream (1969)
- A Fairly Honourable Defeat (1970)
- An Accidental Man (1971)
- deutsch: Ein Mann unter vielen, übersetzt von Inge Wiskott. Ehrenwirth, München 1980
- The Black Prince (1973)
- deutsch: Der schwarze Prinz, übersetzt von Herbert Schlüter. Claassen, Düsseldorf 1975
- neu übersetzt von Stefanie Schaffer-de Vries. Deuticke, Wien 1998; Piper, München 2017, ISBN 978-3-492-50119-4
- The Sacred and Profane Love Machine (1974)
- deutsch: Uhrwerk der Liebe, übersetzt von Kyra Stromberg und Martin Kluger. Claassen, Düsseldorf 1977
- A Word Child (1975)
- Henry and Cato (1976)
- deutsch: Henry und Cato, übersetzt von Mechthild Sandberg. Piper, München 1964; Neuausgabe ebd. 2017, ISBN 978-3-492-50121-7
- The Sea, the Sea (1978), ausgezeichnet mit dem Booker Prize
- deutsch: Das Meer, das Meer, übersetzt von Margitta de Hervás und Kyra Stromberg. Claassen, Düsseldorf 1981; Piper, München 2017, ISBN 978-3-492-50118-7
- Nuns and Soldiers (1980)
- The Philosopher’s Pupil (1983)
- The Good Apprentice (1985)
- deutsch: In guter Absicht, übersetzt von Utta Roy-Seifert. Deuticke, Wien 1999
- The Book and the Brotherhood (1987)
- The Message to the Planet (1989)
- The Green Knight (1993)
- Jackson’s Dilemma (1995)
- Something Special (gekürzte Wiederauflage 1999; Originalveröffentlichung 1957)
Philosophie
- Sartre: Romantic Rationalist, New Haven, CT: Yale University Press, (1953)
- The Sovereignty of Good, New York: Routledge, (1970)
- deutsche Ausgabe: Die Souveränität des Guten. Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Eva-Maria Düringer, Suhrkamp, Berlin 2023, ISBN 978-3-518-29992-0.
- The Fire and the Sun – Why Plato Banished the Artists, Oxford: Clarendon Press, (1977)
- Acastos: Two Platonic Dialogues (1986)
- Metaphysics as a Guide to Morals, New York: Penguin (1992)
- Existentialists and Mystics – Writings on Philosophy and Literature, Peter Conradi (Hrsg.), New York: Penguin Books, (1997)
- ‘Thinking and Language’, in: Conradi, Peter (ed.): Existentialists and Mystics: Writings on Philosophy and Literature, Harmondsworth: Penguin Books, (1999)
Theaterstücke
- A Severed Head (mit J.B. Priestly, 1964)
- The Italian Girl (mit James Saunders, 1969)
- The Three Arrows & The Servants and the Snow (1973)
- The Black Prince (1987), dt.: Der schwarze Prinz
Lyrik
- A Year of Birds (1978; überarbeitete Auflage 1984)
- Poems by Iris Murdoch (1997)
Literatur
- John Bayley: Iris, A Memoir of Iris Murdoch. Abacus, London 1998, ISBN 0-349-11215-0.
- deutsch: Elegie für Iris. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46064-X; Dtv, München 2002, ISBN 3-423-12946-8.
- John Bayley: Iris and Her Friends. Abacus, London 1999, ISBN 0-349-11310-6.
- A. S. Byatt: Degrees of Freedom: The Early Novels of Iris Murdoch, Chatto & Windus 1965
- Silvia Caprioglio Panizza: The Ethics of Attention: Engaging the Real with Iris Murdoch and Simone Weil by Silvia Caprioglio Panizza, Routledge, London 2022, ISBN 978-0-367-75693-2
- Mac Cumhaill, Clare / Wiseman, Rachael. The Quartet – Wie vier Frauen die Philosophie zurück ins Leben brachten, C.H.Beck, München 2022, ISBN 978-3-406-78184-1
- Peter J. Conradi: Iris Murdoch. A Life. HarperCollins, London 2001, ISBN 0-00-653175-X.
- deutsch: Iris Murdoch. Ein Leben. Deuticke, Wien 2002, ISBN 3-216-30647-X; Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-45579-6.
- Peter Conradi (Hrsg.): Murdoch, Iris (1997). "The Idea of Perfection". In Peter Conradi (ed.). Existentialists and Mystics: Writings on Philosophy and Literature. London 1997: Chatto & Windus. ISBN 0-7011-6629-0
- John Haffenden: Novelists in interview. Martin Amis, Malcolm Bradbury, Anita Brookner, Angela Carter, William Golding, Russell Hoban, David Lodge, Ian McEwan, Iris Murdoch, V. S. Pritchett, Salman Rushdie, David Storey, Emma Tennant, Fay Weldon. Methuen, London 1985, ISBN 0-416-37590-1.
- Liesel Hermes: Formen und Funktionen des Symbolgebrauchs in den Wirken Iris Murdochs. Humanitas-Verlag, Wiesbaden 1972, ISBN 3-7997-0203-2
- Fay Niker: Iris Murdoch, in: Rebecca Buxton & Lisa Whiting (Hrsg.): Philosophinnen – Von Hypatia bis Angela Davis: Herausragende Frauen der Philosophiegeschichte, mairisch Verlag 2021, ISBN 978-3-948722-03-6; Taschenbuchausgabe im Reclam Verlag 2024, ISBN 978-3-15-011459-9.
- Kai Marchal: Ganzheit, Subjektivität, Praktiken: Iris Murdoch zwischen Wittgenstein und Platon, In: Platonismus. Beiträge der Österreichischen Ludwig Wittgenstein Gesellschaft, Band XXVIII, Österreichische Ludwig Wittgenstein Gesellschaft, 2022, S. 117–119.
- Anne Rowe: Iris Murdoch, Liverpool: Liverpool University Press, 2019, ISBN 978-1-78962-016-0
- I'm Mr. Evil. von Matt Seaton, in: The Guardian London 3. September 2003 (englisch), ISSN 0261-3077
- Andreas Trampota: Autonome Vernunft oder moralische Sehkraft? Das epistemische Fundament der Ethik bei Immanuel Kant und Iris Murdoch. Kohlhammer, Stuttgart 2003
- Telling tales von A.N. Wilson, in: The Guardian. London 6. September 2003 (englisch), ISSN 0261-3077
- Andrew Norman Wilson (A N Wilson): Iris Murdoch as I Knew Her Hutchinson, London 2003, ISBN 0-09-174246-3.
- Dame Iris Murdoch in: Internationales Biographisches Archiv 22/1999 vom 24. Mai 1999, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks
- Literatur von und über Iris Murdoch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Iris Murdoch in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Iris Murdoch in der Stanford Encyclopedia of Philosophy
- Moralischer Wandel bei Iris Murdoch und Corine Pelluchon
- Iris Murdoch. In: FemBio. Frauen-Biographieforschung (mit Literaturangaben und Zitaten).
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Iris Murdoch bei Perlentaucher
- Die Souveränität des Guten bei Ethik heute.