Iron Mountain Baby
US-amerikanisches Findelkind
From Wikipedia, the free encyclopedia
William Moses Gould Helms (* ca. 9. August 1902; † 31. August 1953 in Texas) wurde als Iron Mountain Baby bekannt. Dem Findelkind wurde ein gleichnamiger Song gewidmet.

Fund
William Helms, ein Bauer, der in der Nähe von Hopewell (Missouri) wohnte, war mit seinem Pferd unterwegs und ließ es unter einer Eisenbahnbrücke in der Nähe von Irondale (Missouri) Wasser aus einem Fluss trinken. Als er weiterreiten wollte, hörte er Babygeschrei. Er fand einen Koffer, in dem er ein kleines Baby fand.[1] Neben dem Baby befand sich ein zweites Set an Kleidung und schwarze Wolle. Es ist wahrscheinlich, dass das Baby aus dem fahrenden Zug geworfen wurde. Das Baby war schwer verletzt, lebte aber noch. Der 72 Jahre alte Helms brachte das Kind zu seiner Frau Sarah. Die beiden päppelten das Baby wieder auf.[2]
Das Paar nannte das Baby William Moses Gould Helms. „William“ stand dabei für seinen Finder, „Moses“ nach der biblischen Figur, die ebenfalls als Baby ausgesetzt wurde, und „Gould“ für den Besitzer der Iron Mountain Railroad.[2]
Es gab landesweite Aufrufe, und die Geschichte verbreitete sich im ganzen Land. Zwar stellten sich eine Reihe von Frauen vor, doch die echte Mutter war vermutlich nicht darunter. Das Paar adoptierte das Kind schließlich, als es sechs Jahre alt war.[1]
Nach dem Tod seines Adoptivvaters zog William mit seiner Mutter nach Salem im Bundesstaat Missouri, wo er die High School besuchte und abschloss. Anschließend besuchte er ein College, wo er das Druckerhandwerk erlernte. Er arbeitete für mehrere Zeitungen in Fredericktown (Missouri) und West Plains (Missouri). Seine Ausbildung wurde von der Iron Mountain Railroad finanziert, der späteren Missouri-Pacific Line. Er heiratete am 5. August 1933 in St. Louis. Anschließend zog er mit seiner Frau Sally nach Texas. Sie hatten einen Sohn namens William.[1]
William Moses Gould Helms verstarb 1953 in Texas. Er wurde in der Nähe seines alten Fundorts begraben.[2] Der Legende nach soll dies das zweite Mal gewesen sein, dass er mit dem Zug fuhr.[1]
Musikalische Interpretation
Der gleichnamige Folksong, der auf der realen Geschichte beruht, wurde von John Barton, dem örtlichen Gemeindeseelsorger getextet und komponiert.[2] Der Text entstand nur wenige Tage nach dem Vorfall und basiert auf dem religiösen Song Hick’s Farewell. Der Song wurde in mehrere Folksong-Sammlungen aufgenommen und wurde über die Jahre mehrfach interpretiert. Auch die Textfassungen unterscheiden sich geringfügig.[3][4][5][6] Er ist im Stil der Ozark-Folksongs gehalten, einer eigenen Gattung von Folksongs in den Vereinigten Staaten.[7]
| Liedtext[8] | Übersetzung |
|---|---|
|
I have a song I’d like to sing |
Ich hab hier ein Lied, das ich gern singen würde |
Weitere Bearbeitungen
2006 veröffentlichte Evault Boswell einen Roman über die damaligen Ereignisse.[9] Steve Martin und Edie Brickell schrieben ebenfalls eine Version der Geschichte. Der Song trägt den Titel Sarah Jane and the Iron Mountain Baby. Die beiden schrieben außerdem das Bluegrass-Musical Bright Star, in dem der Song ebenfalls Verwendung fand.[10][11]
Literatur
- Evault Boswell: The Iron Mountain Baby. iUniverse, 2006, ISBN 978-0-595-40733-0 (google.com [abgerufen am 9. April 2022]).