Irving Berlin

US-amerikanischer Komponist (1888–1989) From Wikipedia, the free encyclopedia

Irving Berlin, eigentlich Israel Isidore Beilin oder Baline, weiteres Pseudonym Ren(.) G. May, (* 29. Apriljul. / 11. Mai 1888greg. im Russischen Kaiserreich; † 22. September 1989 in New York City) war ein US-amerikanischer Komponist und Texter. Im Jahr 1911 hatte er seinen Durchbruch mit dem Lied Alexander’s Ragtime Band und prägte in den folgenden Jahrzehnten als Songwriter die amerikanische Unterhaltungsmusik entscheidend. Viele seiner Lieder wie White Christmas, God Bless America, Puttin’ on the Ritz oder Cheek to Cheek wurden Teil des Great American Songbook. Berlin, der auch für Broadway-Shows und den Film schrieb, wurde u. a. mit dem Grammy, dem Oscar, dem Tony Award und der Presidential Medal of Freedom geehrt.

Irving Berlin (1948)
Signatur
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Leben

Der Geburtsort Berlins ist unbekannt, obschon seine jüdische Familie bis zur Auswanderung in Talatschyn (Gouvernement Mogiljow), einer Stadt im heutigen Belarus, lebte.[1] Berlin selbst gab als Geburtsort die kleine sibirische Stadt Temun an, die manchmal als Tjumen identifiziert wurde.[2] Infolge der antisemitischen Pogrome in den 1880er Jahren im Russischen Reich wanderten Berlins Eltern mit ihren sieben Kindern 1891 in die Vereinigten Staaten aus. (Siehe auch Die polnischen Juden im russischen Reich (1795–1918) sowie Ansiedlungsrayon.)

Nach dem frühen Tod des Vaters, eines Kantors, mussten die Kinder für das Familieneinkommen sorgen: Irving wurde aus der Schule genommen und verdiente als Zeitungs- und Botenjunge sein erstes Geld. Mit 14 riss er von zu Hause aus und arbeitete als „Singender Kellner“ in einem New Yorker Café. Dabei brachte er sich ein wenig Klavierspielen bei. Da Berlin nach Gehör spielte, nahm er der Einfachheit halber nur die schwarzen Tasten; er spielte fast ausschließlich in der Tonart Fis.[3]

Mit dem Verkaufsschlager Alexander’s Ragtime Band gelangte er zu Weltruhm. Der ehemalige Straßenjunge war auf dem besten Wege, ein bekannter Komponist zu werden, und dies, obwohl er weder Noten lesen noch richtig Klavier spielen konnte. Er komponierte seine Melodien, andere schrieben die Noten auf. Die Orchestrierung erledigten dann ausgebildete Arrangeure.

Weil er nun auch in allen anderen Tonarten komponieren wollte, kaufte er sich 1910 ein Klavier,[3][4] das er mittels eines Kurbelrads transponieren konnte, indem die Mechanik relativ zu den Saiten verschoben wurde.[5]

Berlins Grab in New York City

Am 12. Mai 1910 wurde er in der Munn Lodge No. 190 in New York City als Freimaurer initiiert,[6] am 26. Mai zum Gesellen befördert und am 3. Juni zum Meister erhoben. Den 32. Grad des A.A.S.R. (New Jersey) erhielt er am 23. Dezember. Im Mecca Shrine Temple wurde er am 30. Januar 1911 initiiert und dort im Dezember 1936 lebenslanges Mitglied. Schon zuvor, im Dezember 1935 war er lebenslanges Mitglied in Munn Lodge geworden. Etwa um 1912 schrieb er mit E. Ray Goetz einen Song mit freimaurerischem Bezug: Hiram’s Band.

1920 eröffnete Berlin mit der Music Box ein eigenes Theater und widmete sich schließlich auch der Arbeit für den Tonfilm. Mit dem in vielen Millionen Schallplatten verbreiteten Schlager White Christmas aus dem Bing-Crosby-Film Holiday Inn gelang ihm dabei ein besonderer Wurf. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde sein God Bless America, dargeboten von Kate Smith, zu einer inoffiziellen Hymne der USA.

Seinen größten Erfolg errang Irving Berlin 1946 mit dem Musical Annie Get Your Gun über die US-amerikanische Kunstschützin Annie Oakley. Er ist Autor zahlreicher Melodien, die bis heute als Jazzstandards gelten.

Tod

Irving Berlin starb am 22. September 1989 im Alter von 101 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Werke (Auswahl)

Songs

Irving Berlin war in erster Linie Songwriter; er schrieb mehr als 1000 Songs.

Broadway Shows – Musicals und Musical Revues

Es folgen Shows, deren Musik ausschließlich von Berlin geschrieben wurde.

  • 1910: Ziegfeld Follies
  • 1914: Watch Your Step
  • 1915: Stop! Look! Listen!
  • 1918: Yip Yap Yaphank
  • 1921, 1922, 1923 und 1924: Music Box Revue
  • 1925: The Cocoanuts, Verfilmung 1929
  • 1927: Ziegfeld Follies
  • 1932: Face The Music
  • 1933: As Thousands Cheer
  • 1940: Louisiana Purchase, Verfilmung 1941
  • 1942: This Is the Army, Verfilmung 1943
  • 1946: Annie Get Your Gun, Verfilmung 1950
  • 1949: Miss Liberty
  • 1950: Call Me Madam, Verfilmung 1953
  • 1962: Mr. President.

Filmarbeiten

In den meisten Fällen bildet ein Portfolio von Berlin-Songs die Grundlage für folgende Filmmusicals, Musik- oder Tanzfilme, die nur in der Ausnahme als Ganzes als Filmmusik geschrieben wurden.

Auszeichnungen

Literatur

  • Jeffrey Magee: Irving Berlin’s American Musical Theater. Oxford Univ. Press, New York, NY [u. a.] 2012, ISBN 978-0-19-539826-7.
  • James Kaplan: Irving Berlin: New York genius. Yale University Press, New Haven 2019, ISBN 978-0-300-18048-0.

Einzelnachweise

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