Irving King Jordan

US-amerikanischer Pädagoge From Wikipedia, the free encyclopedia

Irving King Jordan (* 16. Juni 1943 in Glen Riddle) ist ein US-amerikanischer Pädagoge, der 1988 nach der Kampagne Deaf President Now der erste gehörlose Präsident der Gallaudet University wurde. Gallaudet ist die einzige Universität weltweit, deren Programme und Dienstleistungen speziell auf gehörlose und schwerhörige Studierende zugeschnitten sind.

Nach dem einwöchigen Protest, der unter der Kampagne Deaf President Now bekannt wurde, revidierte der Vorstand seine Entscheidung und ernannte Jordan, einen der drei Finalisten für die Position, zum achten Präsidenten von Gallaudet und dem ersten gehörlosen Präsidenten seit der Gründung der Universität 1864.[1][2]

Er ist sowohl in der Dokumentation Lives Worth Living über die Rechte von Menschen mit Behinderung aus dem Jahr 2011 als auch in der Dokumentation Deaf President Now! aus dem Jahr 2025 zu sehen.

Leben

Jordan stammte aus Glen Riddle (Pennsylvania), einer Kleinstadt in der Nähe von Philadelphia.[3] Jordan wurde als Kind hörender Eltern geboren, in deren Familien es keine weiteren Fälle von Taubheit gab. Nach seinem Abschluss an der Penncrest High School 1962,[4] meldete er sich bei der United States Navy und diente 4 Jahre. Jordan ertaubte im Alter von 21 Jahren, als er beim Fahren eines Motorrads ohne Helm gegen die Windschutzscheibe eines Autos geschleudert wurde und zwei Schädelbrüche, einen Kieferbruch und eine Gehirnerschütterung erlitt. Seine Verletzungen durchtrennten die Nerven in einem Ohr vollständig und schädigten die Nerven im anderen Ohr.[5][6]

Jordan erwarb seinen Masterabschluss und seinen Doktortitel in Psychologie an der University of Tennessee.[3] Er war Dekan des College of Arts and Sciences an der Gallaudet University, als er zum Kandidaten für das Amt des Universitätspräsidenten gewählt wurde.[7]

Als Professor, Abteilungsleiter, Dekan und Präsident leistete Jordan zahlreiche wissenschaftliche Beiträge zu seinem Fachgebiet. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Donaldson's School in Edinburgh, Austauschwissenschaftler an der Jagiellonen-Universität in Krakau und Gastwissenschaftler und Dozent an Schulen in Paris, Toulouse und Marseille.

Jordan und seine Frau Linda leben in West River. Sie haben 2 Kinder und 2 Enkelkinder. Jordan mag es zu Laufen und seit 2009 läuft er jedes Jahr den Marine Corps Marathon. Er ist Mitbegründer der American Association of People with Disabilities (AAPD). Er ist außerdem Mitglied der Association of Late-Deafened Adults, die in seinem Namen jährlich herausragende Leistungen auszeichnet.[8]

Präsident

Jordan wurde am 13. März 1988 nach den Protesten Präsident der Universität.[9][10] Er hat 12 Ehrentitel und ist Empfänger zahlreicher Auszeichnungen, darunter die Presidential Citizens Medal,[3] der Washingtonian of the Year Award, der James L. Fisher Award des Council for Advancement and Support of Education (CASE), der Larry Stewart Award der American Psychological Association und der Distinguished Leadership Award der National Association for Community Leadership. 1990 ernannte Präsident Bush Jordan zum stellvertretenden Vorsitzenden des President's Committee on Employment of People with Disabilities. 1993 wurde er im Amt bestätigt.[11] 2006 erhielt Jordan den Award for Greatest Public Service Benefiting the Disadvantaged, eine Auszeichnung, die jährlich von den Jefferson Awards verliehen wird.[12]

Auf dem Campus erhielt er viel Beifall für seine Bemühungen, die finanziellen Mittel zu erhöhen, darunter auch Mittel für die Erweiterung und den Bau von zwei neuen Zentren für Bildungsforschung und -unterstützung.

Im September 2005 gab Jordan bekannt, sich mit Wirkung zum Jahresende 2006 von seinem Präsidentenamt zurückzuziehen. Jordan sorgte für Kontroversen, als er die umstrittene Entscheidung des Kuratoriums vom 1. Mai 2006 unterstützte, Jane Fernandes zur designierten Präsidentin zu ernennen. Die Bekanntgabe ihrer Wahl löste einen campusweiten Protest aus.

Kritiker behaupteten, Fernandes genieße weder bei den Lehrkräften noch bei den Studierenden hohes Ansehen. Jordan warf einigen Kritikern öffentlich vor, Fernandes abzulehnen, weil sie nicht „taub genug“ sei. Die Protestierenden behaupteten, Jordan sei als Präsident akzeptiert worden, obwohl er erst mit 21 Jahren taub wurde. Sie betonten, dass sie aus anderen Gründen protestiert hätten, etwa weil sie Fernandes für mangelhaft hielten.

Jordan trat im Dezember 2006 von seinem Amt als Präsident der Gallaudet University zurück und schied im Dezember 2008 aus der Lehrerschaft der University aus. Am 6. April 2010 wurde bekannt gegeben, dass Jordan von Präsident Barack Obama in die Commission on Presidential Scholars berufen worden war.

Einzelnachweise

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