Isa Bluette
italienische Schauspielerin
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Isa Bluette (eigentlich Teresa Ferrero; * 10. September 1898 in Turin; † 11. November 1939 ebenda) war eine italienische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin des italienischen Revuetheaters der Zwanziger und Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Leben
Geboren wurde sie im Viertel Regio Parco,[1] einem der damals ärmeren Turins, das als sozialer Brennpunkt galt.[2] Wie viele andere der dortigen Bewohner arbeitete sie zunächst in einer Tabakfabrik. In dieser existierte ein Theater, in dem sie bald ihr Talent als Tänzerin und Sängerin zeigen konnte. Ermutigt durch erste Erfolge, verließ sie mit sechzehn Jahren die Fabrik, um sich in den Cafés der Turiner Innenstadt als Tingeltangelsängerin durchzuschlagen. Mit Hilfe zweier Gönner gelang ihr ein rascher Aufstieg zur Sängerin und Tänzerin an verschiedenen Turiner Revuetheatern. Als besonders fruchtbar erwies sich die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Luigi Maglia und dem Texter Anacleto Francini, die sich die Künstlernamen Ripp beziehungsweise Bel Ami gaben.[3] In rascher Folge verfassten sie über Jahre hinweg zahlreiche Operetten und Revueshows, die Teresa Ferrero, die sich in der Zwischenzeit den Künstlernamen Isa Bluette zugelegt hatte, auf den Leib geschneidert waren und sie in ganz Italien bekannt machten. Besonders wurden ihre gefühlvolle Stimme und ihr graziöser Tanz gelobt. Die einflussreiche Journalistin und Schriftstellerin Carola Prosperi schrieb nach einem Besuch ihrer Revue:
"Fui molto stupita invece della sua semplice grazia, della sua mancanza di sguaiataggine, del suo volto espressivo e della sua maniera, direi soave, infantile, di cantare le strofette sentimentali."
"Ich war indessen sehr überrascht von ihrer einfachen Anmut, dem Fehlen jeglicher Vulgarität, von ihrem ausdrucksvollen Gesicht und ihrem Stil, in dem sie angenehm, ja sogar kindlich, die gefühlvollen Liedchen sang."[4]
1925 gründete sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten Nuto Navarrini ein eigenes Ensemble und bereicherte das italienische Revuetheater mit neuen Ideen: die Tänzerin ist umgeben von elegant gekleideten Männern, aus Paris importierte sie den Laufsteg, der ins Publikum führte, aus den USA Elemente der Jazzmusik.[5] Besonders erfolgreiche Lieder dieser Zeit, die später auch von anderen Sängerinnen interpretiert wurden, waren „Nilo Blu“ und „Creola“, letzteres sang sie mit großem Erfolg auf Schallplatte ein.[6][7]
Im gleichen Jahr bekam sie erstmals eine Rolle in dem Stummfilm „La donna carnefice nel paese dell’oro“, konnte sich aber nicht als Schauspielerin etablieren. Stattdessen unternahm sie mit ihrer Tanztruppe in den folgenden Jahren zahlreiche Tourneen, die sie auch nach Paris und London führten. Ihrer Herkunft eingedenk, gab Isa Bluette dabei jüngeren Talenten eine Chance: die späteren italienischen Starkomiker Erminio Macario und Totò konnten bei ihr erste Erfahrungen sammeln. Auch gab sie Benefizvorstellungen, die ihre Popularität noch steigerten.[8] Den letzten Auftritt hatte Isa Bluette am 28. Oktober 1938 am Theater Alfieri in Turin. Sie starb, erkrankt an Tuberkulose, ein gutes Jahr später an Urämie. Kurz zuvor heirateten sie und Nuto Navarrini.
Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Cimitero monumentale di Torino.[9]
Filmografie
- 1926: La donna carnefice nel paese dell’oro
- 1929: Ragazze non scherzate
Literatur
Francesca Gerbi, Angelo Toppino, Paola Arnaldi: Isa Bluette – Vita e leggenda di una soubrette. Gondour Edizioni, Giaveno, 2025, ISBN 9791281979338