Isabel Abraham Ross

englisch-britische Lehrerin, Frauenrechtlerin und Autorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Isabel McGregor Ross, geborene Abraham (* 22. August 1885 in Garston, Liverpool; † 29. Oktober 1964 in Poole, Dorset) war eine englisch-britische Lehrerin, Frauenrechtlerin und Autorin. Sie engagierte sich in England und in Britisch-Ostafrika im heutigen Kenia.[1][2]

Leben

Ross wurde in einer Quäker-Familie geboren.[1][2] Ihr Vater war Thomas Fell Abraham, ein pharmazeutischer Chemiker, der von Margaret Fell, der Gründerin der Religious Society of Friends, abstammte.[1][3] Später verfasste Ross eine Biografie über ihre Ahnin mit dem Titel Margaret Fell: Mother of Quakerism. Ross’ Mutter war die erste Ehefrau ihres Vaters, Margaret Sarah Abraham, geborene Brown.[1]

Ross studierte Geschichte an der University of Manchester, wo sie die universitäre Frauenwahlrechtsgesellschaft gründete. Sie war zudem Mitglied der Women’s Social and Political Union (WSPU). Nach ihrem Universitätsabschluss im Jahr 1908 arbeitete Ross als Geschichtslehrerin an der Wallington High School for Girls. Während ihrer Lehrtätigkeit lebte sie gemeinsam mit Nellie Ross, die später ihre Schwägerin wurde.[2][4]

1915 heiratete sie William McGregor Ross (1876–1940), einen Bauingenieur.[1][5] 1917 zog das Ehepaar nach Nairobi in Britisch-Ostafrika.[1][2] Das Paar hatte zwei Söhne, die in Afrika geboren wurden.[4]

In Kenia setzte Ross ihr Engagement für das Frauenwahlrecht fort. Nachdem sie gemeinsam mit Blanche Massiah Schill zu einer öffentlichen Versammlung im New Stanley Hotel aufgerufen hatte,[5] wurde Ross am 14.März1917 Gründerin und erste Präsidentin der East Africa Women’s League (EAWL).[6][7][8] Die Organisation stand ausschließlich weißen Frauen offen.[9] Zum Wahlrechtskampf erklärte Ross:

Though at present the League's primary work would be to press for a vote here, it would not, I hope, die when it has won it. We women realize fully that the vote is but a means to an end and when we have the vote, then our public constructive work will have a chance of growing.

„Obwohl die vorrangige Aufgabe der Liga gegenwärtig darin bestehen sollte, hier das Wahlrecht zu erlangen, sollte sie, so hoffe ich, nicht mit dessen Erreichen enden. Wir Frauen sind uns voll bewusst, dass das Wahlrecht nur ein Mittel zum Zweck ist, und wenn wir das Wahlrecht besitzen, wird unsere öffentliche konstruktive Arbeit Gelegenheit haben zu wachsen.“

Isabel Abraham Ross[7]

Als Präsidentin organisierte sie öffentliche Wahlrechtsversammlungen und koordinierte eine Petition zur Gewährung des Wahlrechts für europäische Frauen, die am 24.Februar1919 eingereicht wurde.[10] Weiße europäische Siedlerinnen erhielten 1919 das Wahlrecht.[9][11] Danach änderte die EAWL ihre Zielsetzung in: „[…] alle Angelegenheiten zu untersuchen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, die das Wohl und Glück von Frauen und Kindern aller Rassen in Ostafrika betreffen“.[2] Eine Bibliothek der EAWL wurde unter Ross’ Präsidentschaft gegründet und sie war bis 1920 Präsidentin.[12]

Ross sprach vor der Women’s Group of the Ethical Movement zum Thema The Colour Bar in London.[13] Sie war außerdem Mitglied des Education Board of Kenya und spielte eine einflussreiche Rolle im gesellschaftlichen Leben Nairobis.[14]

1922 kehrte Ross mit ihrer Familie nach England zurück.[1] 1924 machte sie eine Aussage vor dem Ausschuss für das Scheidungsrecht, der einen parlamentarischen Gesetzentwurf ausarbeitete.[12] 1926 setzte sie sich für eine weiter gefasste Definition von Sklaverei ein, die auch ausbeuterische Arbeit für private Unternehmen einschließen sollte, um Zwangsarbeit auf ostafrikanischen Plantagen zu bekämpfen, und rief Frauen dazu auf, ihr Wahlrecht zur Beeinflussung der Politik des britischen Kolonialamtes zu nutzen.[15]

1933 wurde Isabel Ross zur stellvertretenden Vorsitzenden der britischen Sektion der Women’s International League for Peace and Freedom (WILPF) ernannt.[1] 1941 wurde sie Ehrenmitglied der EAWL. 1949 besuchte Ross Kenia und sprach auf einer EAWL‑Konferenz.[2]

Ross starb 1964 in Poole, Dorset, England.[16][17]

Einzelnachweise

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