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Isabel de Josa

spanische Predigerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Isabel de Josa, auch Isabel Josa de Cardona, Geburtsname Isabel Joana Orrit i Pagès (* Oktober 1490 in Lleida oder Barcelona; † 5. März 1564 in Vercelli, Italien) war eine katalanische Nonne im Orden der Klarissen, Humanistin und Förderin von Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens[1]. Sie war eine Persönlichkeit mit großer Wirkung in der katalanischen und italienischen Gesellschaft. Ihre gelebte Religiosität manifestierte sich in öffentlicher Predigt, karitativer Arbeit und Stiftungstätigkeit.[2.1] In zahlreichen Quellen wird fälschlicherweise die Namensform Isabella Losa de Córdova verwandt, die aufgrund von Druckfehlern bei der Übertragung vom Spanischen ins Italienische entstanden ist.[3]

Isabel de Josa

Leben

Isabel war die Tochter einer illustren katalanischen Familie. Der Vater Vicenç Orrit, Doktor beider Rechte und Mitglied des Stadtrats, und seine Frau Miquela Pagès stammten aus Lleida. Sowohl Isabels Vater als auch ihr Großvater mütterlicherseits, Joan Pagès, gehörten zu den Honoratioren der Stadt Lleida.[2.2]

Isabel de Josa erhielt eine hervorragende Ausbildung. Sie beherrschte Latein, Griechisch, Hebräisch, Italienisch und möglicherweise weitere Sprachen; sie hatte theologische Kenntnisse, insbesondere über Johannes Duns Scotus, sowie rhetorische Fähigkeiten.[2.3]

1509 heiratete sie in Barcelona Guillem Ramon de Josa i de Cardona, Sohn von Gaspar Joan de Josa und Maciana de Cardona. Die de Josa waren ein katalanisches Adelsgeschlecht aus dem Vansa-Tal im Comarca Alt Urgell in den Pyrenäen, das sich in Solsona niederließ. Guillem Ramon war Soldat, trat jedoch nach seiner Heirat in eine militärisch weniger aktive Phase ein.[2.4]

Guillem Ramon de Josa i de Cardona starb im Jahr 1517. Isabel de Josa war zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt und hatte drei Kinder im Alter zwischen sieben und einem Jahr, Maciana (* 1510), Guillem (* 1515) und Anna (* 1517). Gemäß den Umständen jener Zeit musste eine Witwe mit kleinen Kindern versuchen, das Erbe ihrer Kinder zu bewahren; eine Wiederverheiratung war unüblich.[2.5] Isabel verwaltete und bewirtschaftete die Güter der Familie in Solsona, bis ihr Sohn Guillem volljährig wurde und 1535 Helena de Cardona, Tochter des Bischofs von Barcelona, Joan de Cardona, heiratete.[2.6]

1523 lernte sie Ignatius von Loyola kennen, der sich bis 1527 dreimal in Barcelona aufhielt. Sie schloss sich einem Kreis von Wohltäterinnen um die vermögende Dame Isabel Roser an, die Ignatius finanziell unterstützten.[2.7]

1534 wurde sie von Königin Isabella von Portugal als mögliche Präzeptorin der Infantin Maria an den Hof Kaiser Karls V. berufen, jedoch für die Aufgabe nicht ausgewählt. Die Gründe für ihre Ablehnung sind ebenso unbekannt wie das Auswahlverfahren. Bekannt ist, dass bei der Wahl der Erzieher ein Test durchgeführt wurde, bei dem die Kandidaten eine schriftliche Arbeit einreichen und eine Rede halten mussten. Ob dies auch für Frauen galt oder ob Isabel de Josa eine schriftliche Arbeit in Madrid hinterließ, ist nicht überliefert. Sicher ist jedoch, dass ein lateinisches Manuskript von ihr in der Liste lateinischer und griechischer Handschriften der Bibliothek des Escorial unter dem Titel Fidei orthodoxae antidotum oder Tristis Isabella, verzeichnet ist. Das Manuskript, ein Traktat der dogmatischen Theologie, gilt als verschollen.[2.8]

Nach ihrer Rückkehr aus Madrid trat sie 1534 als Nonne in das Kloster Santa Clara in Lleida ein.[4] Nachdem sie die Erlaubnis erhalten hatte, das Kloster zu verlassen, zog sie sich in das Kloster Santa Maria del Peu de la Creu in Barcelona zurück, wo sie sich als Äbtissin um die Aufnahme und Unterrichtung von Waisenkindern kümmerte.[5] 1536 war sie, zusammen mit Honoratioren Barcelonas, an der Gründung der Confraria de la Sang („Bruderschaft des Blutes“) beteiligt, deren Aufgabe es war, zum Tode verurteilten Straftätern beizustehen.[4]

Im April 1543 begab sich Isabel de Josa, gemeinsam mit ihrer Freundin Isabel Roser und deren Dienerin Francisca Cruyllas auf den Weg nach Rom. Isabel Roser hatte bereits zuvor in einem Schreiben an Ignatius von Loyola ihr Kommen und den Wunsch, seinem Orden, der Gesellschaft Jesu beizutreten, bekannt gegeben. In Rom angekommen, war der Empfang durch Ignatius recht unhöflich; bezüglich des Ordensbeitritts der Damen verhielt er sich reserviert. Jedoch besorgte er ihnen eine Unterkunft und ermöglichte ihre Betätigung im Haus Santa Marta, einem von Ignatius gegründeten Haus für büßende Frauen. Isabel de Josa hatte sich um eine Aufnahme in den Orden nach der Ankunft in Rom nicht mehr bemüht. Nach zwei Jahren des Wartens intervenierte Isabel Roser direkt bei Papst Paul III., der Ignatius von Loyola befahl, sie und andere Damen des Hauses Santa Marta als vollwertige Mitglieder in den Jesuitenorden aufzunehmen. Schon kurz darauf, im Jahr 1546, gelang es Ignatius, ihre Zulassung wieder aufheben zu lassen; er erwirkte schließlich beim Papst ein Dekret, das Frauen den Eintritt in den Orden grundsätzlich verbietet. Ende 1547 kehrten Isabel Roser und Francisca Cruyllas nach Barcelona zurück.[6]

Isabel de Josa ließ sich Im Jahr 1547 in Vercelli, einer Stadt im Piemont, nieder. Sie hatte die Stadt vermutlich bereits 1543 auf dem Reiseweg nach Rom kennengelernt. Hier wurde ihr von der Bevölkerung aller Gesellschaftsschichten eine große Wertschätzung entgegengebracht. Die Gründe für ihre Ansiedlung in Vercelli könnten dieselben gewesen sein wie jene, die sie nach Rom geführt hatten: Das Ziel, eine gelebte Religiosität durch Nächstenliebe zu verwirklichen, war für sie ein unabdingbares Anliegen und prägte ihr Verständnis der christlichen Lehre. 1553 gründete sie in Vercelli das Collegio delle Orfane di Santa Maria di Loreto, ein Waisenhaus, und 1555 in Mailand Santa Maria del Soccorso delle Anime, ein Haus für alleinstehende Frauen.[2.9]

Im Jahr 1553 beschreibt Alfonso García Matamoros († 1574) sie in seiner Schrift Pro adserenda hispanorum eruditione als eine „Adelige aus Barcelona“. Er vergleicht sie aufgrund ihrer Schriften mit der platonischen griechischen Philosophin Diotima und aufgrund ihrer Lebensweise mit der Heiligen Paula von Rom.[7]

Isabel de Josa starb in Vercelli am 5. März 1564, im Alter von 73 Jahren.[2.10]

Nachleben

In Vercelli ist auf der Piazza Amedeo IX eine Büste für Isabel de Josa aufgestellt zum Gedenken an das von ihr gegründete Collegio delle Orfane Isabella di Cardona.[8]

Judy Chicago widmete ihr eine Inschrift auf den dreieckigen Bodenfliesen des Heritage Floor ihrer 1974 bis 1979 entstandenen Installation The Dinner Party. Die mit dem Namen Isabella Losa beschriftete Porzellanfliese ist dem Platz mit dem Gedeck für Elisabeth I. zugeordnet.[9]

Einzelnachweise

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