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Isabella von Brasilien

Kronprinzessin von Brasilien From Wikipedia, the free encyclopedia

Isabella Cristina Leopoldina Augusta Micaela Gabriela Rafaela Gonzaga d’Orléans-Braganza (geborene von Braganza und Neapel-Sizilien) (* 29. Juli 1846 in Rio de Janeiro; † 14. November 1921 im Château d’Eu in der Normandie)[1] war die letzte Kronprinzessin von Brasilien.

Prinzessin Isabella von Brasilien
Isabella bei Antritt ihrer 3. Regentschaft im Jahr 1887

Leben

Isabella, genannt Isabel, war die Tochter des brasilianischen Kaisers Peter II. und der Prinzessin Teresa Maria Cristina von Neapel-Sizilien und wurde im Paço de São Cristóvão, einem Kaiserpalast in Rio de Janeiro geboren.

Sie heiratete Gaston d’Orléans, comte d’Eu, einen Sohn von Louis Charles d’Orléans, Duc de Nemours und dessen Gemahlin Prinzessin Viktoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld-Koháry, am 15. Oktober 1864 in Rio de Janeiro. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor:

  • Dona Luísa Vitória de Orléans e Bragança (*/† 28. Juli 1874, Totgeburt)
  • Dom Pedro de Alcântara de Orléans e Bragança (1875–1940)
  • Dom Luís de Orléans e Bragança (1878–1920)
  • Dom Antônio Gastão de Orléans e Bragança (1881–1918)[2]

Sie war Regentin des Kaiserreiches Brasilien zwischen dem 25. Mai 1871 und 31. März 1872, zwischen dem 26. März 1876 und dem 28. September 1876 sowie zwischen dem 30. Juni 1887 und 22. August 1888.

Das Goldene Gesetz, das die Sklaverei in Brasilien abschaffte

Am 13. Mai 1888 unterzeichnete sie das „Goldene Gesetz“ (Lei Áurea), das die Sklaverei abschaffte. Die Unterzeichnung war ihr möglich, da zu der Zeit ihr Vater, Kaiser Dom Pedro II. in Europa weilte. Isabella erhielt im Volksmund dafür den Ehrentitel A Redentora („die Erlöserin“) und wurde von Papst Leo XIII. mit einer Goldenen Rose geehrt.

Mit der Unterzeichnung des Gesetzes war Brasilien das letzte westliche Land, das die Sklaverei abschaffte. Die Lei Áurea entfremdete jedoch auch die Großgrundbesitzer vom Kaisertum. Die brasilianische Monarchie wurde durch einen Militärputsch unter Führung des Marschalls Manuel Deodoro da Fonseca gestürzt, am 15. November 1889 riefen die Generäle die Republik aus. Die Familie floh nach dem Sturz des Kaisers nach Frankreich. Hier lebte Isabella auf dem Château d’Eu in der Normandie, das der Familie ihres Mannes, dem Hause Orléans gehörte. Da die Kronprinzessin in Brasilien politisch wenig Rückhalt hatte und bereits im Exil war, suchten brasilianische Monarchisten nach Alternativen, sodass der Sohn ihrer Schwester Leopoldina, Prinz August Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha, 1895 kurzzeitig als aussichtsreicher Thronkandidat für ein royalistisches Restaurationsprojekt in Brasilien gehandelt wurde, mit Unterstützung der österreichischen und deutschen Diplomatie. Der Plan zerschlug sich jedoch, zumal auch August Leopold, der seit 1872 in Brasilien aufgewachsen war und dort anschließend in der Marine gedient hatte, 1889 mit der kaiserlichen Familie nach Europa zurückgekehrt war und seit 1893 als Kapitän zur See in der österreichischen Marine diente.

Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs verlor Isabella ihren jüngsten Sohn Antônio, der als Pilot der Royal Air Force bei einem Flugzeugabsturz tödlich verletzt wurde. Ihr Sohn Luíz diente bei der British Army und starb 1920 an den Folgen seiner während des Krieges erlittenen Verwundungen.

Isabella starb am 14. November 1921 im Alter von 75 Jahren im Château d’Eu in Frankreich.

Einzelnachweise

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