Isidor Scheftelowitz

Indologe, Iranist, Volkskundler und Rabbiner From Wikipedia, the free encyclopedia

Isidor Isaak Scheftelowitz (* 1. Mai 1875 in Sandersleben/Anhalt; † 17. Dezember oder 18. Dezember 1934 in Oxford[1]) war ein deutscher Indologe, Iranist, Volkskundler und Rabbiner.

Leben

Isidor Scheftelowitz war ein Sohn des Lehrers Benjamin Scheftelowitz und seiner Frau Jenny Epstein. Er wuchs in Königsberg auf und ging in Güsten und in Königsberg zur Volksschule. Nach einer kurzen kaufmännischen Ausbildung besuchte er das Altstädtische Gymnasium in Königsberg und machte 1897 dort sein Abitur.[2] Anschließend studierte er orientalische Sprachen an der Albertus-Universität Königsberg und ab 1898 an der Universität Berlin. Dort besuchte er auch das Rabbinerseminar. Das Studium schloss er in Königsberg mit einer Dissertation über Arisches im Alten Testament ab und wurde im Jahr 1900 zum Doktor der Philosophie promoviert.[3] In den Jahren 1906 und 1907 arbeitete Scheftelowitz in England für das British Museum und für die Bodleian Library.[2]

1908 kehrte Scheftelowitz nach Deutschland zurück. Er nahm ein weiteres Studium des Sanskrits, der Iranistik und der Volkskunde auf, das er 1914 mit einer von der Universität Gießen angenommenen Dissertation über Das stellvertretende Huhnopfer. Mit besonderer Berücksichtigung des jüdischen Volksglaubens abschloss.[4] Zudem war Scheftelowitz von 1908 bis 1926 Rabbiner in Köln, seit 1914 in Köln-Ehrenfeld. Er war einer der Gründer der dortigen Jüdischen Bibliothek.[5]

1919 übernahm Scheftelowitz einen Lehrauftrag an der neu gegründeten Universität zu Köln.[6] Von 1923 bis 1933 war er Honorarprofessor in Köln. 1933 erhielt er Vorlesungsverbot.[7] Daraufhin emigrierte er nach England, wo er an der Universität Oxford lehrte.

Familie

Isidor Scheftelowitz heiratet am 23. Dezember 1913 Frida Kohn, die Tochter des Rabbiners Jakob Kohn (1835–1920) in Hohensalza. Frida und Isidor Scheftelowitz hatten zwei Söhne: Kurt Josua (geb. am 14. Februar 1915) und Bruno Benjamin, der unter dem Namen Brian B. Shefton als Klassischer Archäologe bekannt wurde.[2]

Schriften (Auswahl)

  • Arisches im Alten Testament. 2 Bände. 1901–1903 (zugleich Dissertation Königsberg i. Pr.).
  • Die Apokryphen des Rgveda. 1906.
  • Das Schlingen- und Netzmotiv im Glauben und Brauch der Völker. 1912.
  • Das stellvertretende Huhnopfer. Mit besonderer Berücksichtigung des jüdischen Volksglaubens. 1914 (Digitalisat).
  • Die altpersische Religion und das Judentum. 1920.
  • Die Entstehung der manichäischen Religion und des Erlösungsmysteriums. Alfred Töpelmann, Giessen 1922, auf gnosis.study Digitalisat.
  • Alt-palästinensischer Bauernglaube. 1925.
  • Die Zeit als Schicksalsgottheit in der indischen und iranischen Religion. Stuttgart 1929.

Literatur

Einzelnachweise

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