Iztapalapa

einer der 16 Bezirke von Mexiko-Stadt From Wikipedia, the free encyclopedia

Weg auf dem Cerro de la Estrella
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Iztapalapa
Lage
Symbole
Wappen
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Mexiko
Hauptstadtbezirk Mexiko-Stadt
Fläche 23,2 km²
Einwohner 384.326 (2010)
Dichte 16.590,8 Einwohner pro km²
INEGI-Nr. 09007
Politik
Alcalde Dione Anguiano Flores
Blick vom Cerro de la Estrella auf Iztapalapa
Blick vom Cerro de la Estrella auf Iztapalapa
Blick vom Cerro de la Estrella auf Iztapalapa
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Iztapalapa ist einer von 16 Bezirken (demarcaciones territoriales) von Mexiko-Stadt und befindet sich im zentralen Osten der mexikanischen Hauptstadt. Der Bezirk grenzt im Norden an Iztacalco, im Westen an Benito Juárez, Coyoacán und Xochimilco (von Nord nach Süd), im Süden an Tláhuac und im Osten an den Bundesstaat México.

Geschichte

Der Bezirk entstand 1928, als Mexiko-Stadt erstmals in Delegaciones aufgeteilt wurde. Sein Name wurde von der gleichnamigen Gemeinde übernommen, die bereits von den Azteken besiedelt war und in der Sprache der Nahuatl so viel wie Im Uferwasser bedeutet; eine Anspielung auf seine einstige Lage am südlichen Rand des Texcoco-Sees, die gelegentlich Teilüberschwemmungen zur Folge hatte.

Luftaufnahme Central de Abasto (2017)

In der vorspanischen Zeit diente der Ort als Produzent und Lieferant landwirtschaftlicher Produkte für Tenochtitlan, später verband er über den Canal de la Viga die Hauptstadt mit den Gärten von Xochimilco. Mit dem Central de Abasto befindet sich hier der größte Lebensmittelmarkt des Landes.

Seit September 2019 ist Iztapalapa Sitz des gleichnamigen römisch-katholischen Bistums.

Passionsspiele

Die Passionsspiele von Iztapalapa haben ihren Ursprung in einem Cholera­ausbruch im Jahr 1833, der viele Tote forderte. Um die Epidemie zu beenden, wurde eine Prozession zu einem Christusbildnis namens „Señor de la Cuevita“ (deutsch Herr der kleinen Höhle) abgehalten. Das Abklingen der Epidemie wurde als Wunder angesehen, und die Dankbarkeit gegenüber dieser Christusfigur dafür, dass sie verschont wurden, mündete unter anderem ab 1843 in die jährlichen Passionsspiele.[1][2][3]

Das Programm der Semana Santa – der Karwoche – beginnt am Palmsonntag mit dem Einzug Jesu in Jerusalem und endet am Ostersonntag mit der Auferstehung Jesu. Der Höhepunkt ist die Passion Jesu am Karfreitag. Daran nahmen 2025 1,4 Millionen Menschen in Iztapalapa teil. Die Passionsspiele wurden auch im Internet übertragen.[4]

Die Zuschauer begleiten Jesus am Freitag auf seinem Weg durch den armen Stadtteil Iztapalapa hinauf zum Sternenhügel, wo die Kreuzigungsszene nachgespielt wird.[5]

Der Jesus-Darsteller muss unverheiratet und gläubiger Christ sein.[5] Wegen der enormen physischen und psychischen Anforderungen muss er sich monatelang vorbereiten. Immerhin muss er ein 95 kg schweres Holzkreuz tragen und wird daran angebunden hochgezogen. Weiterhin sind 600 Laiendarstellern mit 150 Sprechrollen beteiligt.[6]

Die jährlich stattfindende Darstellung des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi wurde 2023 als immaterielles Kulturerbe Mexikos anerkannt[4] und 2025 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.[7]

Probleme

Zu den Hauptattraktionen des Bezirks am Fuße des Cerro de la Estrella gehört ein Besuch des gleichnamigen Nationalparks, der allerdings Anfang 2013 durch den Fund von vier Leichen in Verruf geraten ist. Die vier Menschen waren von einer Horde verwilderter Hunde zu Tode gebissen worden, die anscheinend in Höhlen und Felsspalten lebten. Nach dem Vorfall riet Mexikos Polizeichef Jesús Rodríguez Almeida der Bevölkerung, den Cerro de la Estrella bis auf Weiteres nicht zu besuchen.[8]

Doch die verwilderten Hunde sind nicht das einzige Problem, mit dem Iztapalapa zu kämpfen hat. Der Bezirk gilt nämlich als besonders kriminell. Es findet nicht nur ein permanenter Handel von Drogen und gestohlenen Autoteilen statt,[9] sondern Iztapalapa verzeichnet auch die höchste Vergewaltigungs-[10] und Mordrate von Mexiko-Stadt. Zwischen 2008 und 2010 gab es 470 Ermordungen, was einer Quote von rund 20 % aller in der mexikanischen Hauptstadt begangenen Morde entspricht.[11]

Die Wasserversorgung ist in einigen Gebieten des Bezirks unzureichend.[12]

Commons: Iztapalapa – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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