Jüdischer Friedhof (Luckenwalde)
Begräbnisort im Landkreis Teltow-Fläming
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Der Jüdische Friedhof in Luckenwalde ist ein Begräbnisort im Landkreis Teltow-Fläming.
Geschichte
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten drei bis vier jüdische Familien in Luckenwalde, deren Verstorbene zunächst in Beelitz beigesetzt wurden. Ein eigener Begräbnisplatz in Luckenwalde mit zunächst 5,60 Ar entstand 1814/1815 am Grünen Weg. Zunächst war der Friedhof nur provisorisch umzäunt, ab den 1860er Jahren umgab ihn eine Mauer. Nach einer Vergrößerung im Jahr 1891 umfasste der Friedhof 56,11 Ar. Die Sterbedaten wurden von 1833 bis 1936 im Friedhofsbuch der Synagogengemeinde Luckenwalde verzeichnet. 1906 wurde die Mauer um den Friedhof erweitert und 1914 wurde ein Taharahaus erbaut.[1][2][3]
Das rege jüdische Gemeindeleben nach dem Ersten Weltkrieg wurde durch das Aufkommen erster antisemitischer Parolen zu Beginn der 1920er Jahre gestört. In den ersten Wochen nach der Machtergreifung kam es in Luckenwalde zu Gewaltakten gegen einzelne jüdische Bürger, im April 1933 kam es zum Boykott jüdischer Geschäfte und einer Bücherverbrennung auf dem Marktplatz. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war die Mehrzahl der Luckenwalder Juden emigriert. Während der Novemberpogrome 1938 wurde der jüdische Friedhof geschändet und die meisten jüdischen Männer wurden verhaftet und ins KZ Sachsenhausen deportiert. Ende des Jahres 1939 lebten in Luckenwalde nur noch 18 Juden, meist ältere Menschen; ein Teil von ihnen wurde später in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Im Jui 1941 wurde die Kultusvereinigung Synagogengemeinde Luckenwalde offiziell aufgelöst. Im Jahr 1943 wurde der Friedhof völlig zerstört und abgeräumt und 1944 wurde die Stadt Eigentümer des Areals. Die Wiederherstellung des Friedhofes wurde 1947 durch den Magistrat abgelehnt.[1][2][3][4]
Gedenken

Es blieben keine Grabsteine erhalten. 1949 wurde auf dem Friedhofsgrundstück ein Gedenkstein mit Davidstern zur Erinnerung an die Luckenwalder Juden aufgestellt. Das Areal verwilderte in der Folgezeit und nach 1979 wurde der Gedenkstein beseitigt. Im Jahr 1988 wurde der Friedhof mit einer aus drei Findlingen bestehenden Feldsteingruppe als Gedenkstätte gestaltet.[1][3] Einer der Findlinge trägt die Inschrift: „Zum Gedächtnis an den 1943 zerstörten Friedhof der Jüdischen Gemeinde“.[2]
Im Jahr 2006 ließ die Stadt Luckenwalde in Abstimmung mit dem Landesrabbinat Brandenburg und dem Zentralrat der Juden in Deutschland den Friedhof entsprechend jüdischem Religionsgesetz nach halachischen Grundsätzen soweit als möglich in Stand setzen. Dazu wurde der Friedhof durch eine Zaunanlage mit Tor eingefriedet, von Wildwuchs und Unrat gereinigt und überwiegend als Rasenfläche gestaltet. Der Grundriss des zerstörten Taharahauses wurde freigelegt und durch eine etwa 60 bis 70 Zentimeter hohe Aufmauerung sichtbar gemacht. Seitlich davon wurde zwischen zwei Granitstelen eine Namenstafel aus Bronze aufgestellt, auf der die bisher bekannten Namen der auf dem Friedhof beigesetzten Personen aufgeführt sind.[1][2][3][5]