Jüdischer Friedhof (Trebbin)

Friedhof in Trebbin, Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Jüdische Friedhof in Trebbin ist ein Begräbnisort in der Kleinstadt Trebbin im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg, der bis 1938 belegt wurde.

Beschreibung

Der jüdische Friedhof liegt inmitten von Gartengrundstücken an der Bergstraße in Trebbin und ist nicht öffentlich zugänglich. Die langgestreckte Friedhofsfläche umfasst mindestens 1,60 Ar[1] (nach anderer Quelle deutlich mehr).[2] Im vorderen Teil befindet sich eine mit Sträuchern, Obst- und Nadelbäumen bewachsene Wiese, die durch eine Hecke vom hinteren Teil mit dem Gräberfeld abgegrenzt ist. Die hintere Fläche ist 18 Meter lang und elf Meter breit.[2] Eine etwas mehr als ein Meter hohe Ziegelmauer trennt das Gelände auf einer Seite vom Garten des Nachbargrundstücks, auf der gegenüberliegenden Seite bildet eine Hecke die Einfriedung anstelle der ursprünglichen Ziegelmauer.[1][2]

Neben einigen Steinfragmenten sind zwölf Grabsteine mit hebräischen und deutschen Inschriften erhalten sowie die Erbbegräbnisstätte der Familie Samuel, die mit einem niedrigen Zaun mit kleiner Tür eingefasst ist. Die ältesten Grabsteine stammen aus den Jahren 1848[3] und 1856. Die meisten Steine sind aus Sandstein gefertigt, einige wenige aus Granit.[1][4]

Geschichte

Die jüdischen Einwohner von Trebbin gründeten keine eigene Gemeinde, sondern schlossen sich im 19. Jahrhundert der Synagogengemeinde in Beelitz an und nutzten für ihre Bestattungen zunächst die jüdischen Friedhöfe Beelitz oder Luckenwalde.[3][5] Der jüdische Friedhof in Trebbin wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf halber Höhe der Bergstraße angelegt und mit einer Ziegelmauer eingefriedet.[2] Dazu stellten die jüdischen Familien Eschen und Jacobsohn eine etwa 660 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung. Der vordere etwa 460 Quadratmeter große Teil wurde nie als Friedhof genutzt, sondern von der Familie Eschen als Gartenland an den Nachbarn Willi Reinhold verpachtet. Auf dem Friedhof beigesetzt wurden unter anderem Mitglieder der Familien Samuel und drei Generationen der Familie Eschen. Anfangs wurde der Ort vom städtischen Friedhofsgärtner gepflegt, später kümmerte sich die Familie Reinhold darum.[4]

Nach der Machtergreifung 1933 und im Zuge des wachsenden Antisemitismus wurden Karl Schulze und Willi Reinhold als Anwohner der angrenzenden Nachbargrundstücke aufgefordert, sich über den jüdischen Friedhof zu beschweren, damit er umso leichter geschlossen werden konnte. Zudem sollte Willi Reinhold die Grabpflege einstellen. Dennoch pflegte er die Gräber der Familie Samuel weiterhin und stellte einen Zaun auf, der das Grundstück zur Straße hin abschirmte. Er ermöglichte auch die Beisetzung von Clara Samuel im Jahre 1938,[1] indem er den Trauernden, dem Rabbi und dem Bestattungswagen über seinen Hof den Zugang auf das Gräberfeld ermöglichte. Danach konnten keine Bestattungen mehr durchgeführt werden. Durch seine geschützte, versteckte Lage und die Fürsorge von Willi Reinhold entging der Friedhof einer Schändung während der Novemberpogrome 1938.[4]

In den 1980er Jahren beschwerten sich Angehörige aus dem Ausland über den Zustand des Friedhofes. Der sich allein um die Pflege kümmernde Willi Reinhold erhielt daraufhin Hilfe von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr bei der Erneuerung des maroden Metallzauns. In neuerer Zeit kümmert sich vor allem die evangelische Kirchengemeinde um die Instandhaltung und Pflege des Friedhofes.[4][6]

Einzelnachweise

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