Jabbin
freie Kommunikationssoftware
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Jabbin (ehemals Joim) ist eine plattformübergreifend verfügbare freie Software für Instant Messaging (Chat) und IP-Telefonie über die XMP-Protokolle. Von der neuesten Version 3.0 beta wird bisher nur eine Windows-Version angeboten.
| Jabbin | |
|---|---|
Bildschirmfoto von Kontakteliste und Chat-Fenster | |
| Basisdaten | |
| Entwickler | Ivan Cukic |
| Aktuelle Version | 1.0 (28. Juni 2006) |
| Aktuelle Vorabversion | 3.0 beta (25. Januar 2010) |
| Betriebssystem | Linux, macOS, Windows |
| Programmiersprache | C++ |
| Kategorie | Instant Messenger |
| Lizenz | GPL (Freie Software) |
| deutschsprachig | nein |
| sf.net/projects/jabbin | |
Merkmale
Jabbin bietet gängige Messenger-Funktionen. Daneben sind zentrale Teile der Funktionalität die IP-Telefonie über XMPP-Protokolle und die Integration mit sozialen Netzwerken, um zentral über dortige Ereignisse zu informieren (Aggregator-Funktion).[1] Jabbin bietet ausführliche Softphone-Funktionalität mit Wählfeld, Adressbuch und Anrufsliste und präsentiert sich so als Alternative zu der populären Software Skype, die zu vielen anderen IP-Telefonie-Produkten (wie beispielsweise Google Talk) kompatibel ist.[2]
Es unterstützt Punkt-zu-Punkt-Verschlüsselung mittels TLS sowie für Textchat auch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach dem OpenPGP-Standard.
Verfügbarkeit
Jabbin wird als freie Software auch im Quelltext unter den Bedingungen der GNU General Public License (GPL) verbreitet. Es ist für Linux- und Windows-Systeme verfügbar; eine Version für macOS ist in Entwicklung.[3] Für viele Linux-Distributionen existieren vorkompilierte Binärpakete (von Version 2).[4] Für Windows existiert auch eine offizielle installationsfreie Version.
Technik
Es wird in C++ entwickelt mit einer graphischen Benutzeroberfläche auf Basis der Qt-Bibliothek. Es kommuniziert über die XMPP-Protokolle und Jingle Audio, den VoIP-Funktionen aus XMPPs jüngerer Peer-to-Peer-Erweiterung „Jingle“. Für die Audio-Verbindungen wird der freie Sprachcodec „Speex“ benutzt. Für die TLS-Verschlüsselung wird die Implementierung aus dem OpenSSL-Projekt eingebunden.
Geschichte
Jabbin entstand als Abspaltung von Psi, dem als Hauptunterschied Unterstützung für IP-Telefonie hinzugefügt wurde.[3] Die erste Beta-Version (1.0) kam im Dezember 2005 heraus, die auf der Psi-Entwicklungsversion 0.10 basierte[3] und noch den Namen „Joim“ trug.[5] Es war der erste XMPP-Client mit Unterstützung für IP-Telefonie, die noch mit der mittlerweile überholten Protokollerweiterung Transport for Initiating and Negotiating Sessions (TINS)[3] abgewickelt wurde. Nach der Standardisierung der Nachfolge-Protokolls „Jingle“ wurde auf dieser Basis VoIP-Unterstützung in einer späteren Version auch in Psi verfügbar und gehört heute bei vielen wichtigen XMPP-Clients zum Funktionsumfang. Auch Jabbin setzt seit der Beta-Version 2.0 auf Jingle[3] und hat den entsprechenden Code dazu von Psi übernommen. Es war (nach der Jingle-Standardisierung und dem Erscheinen von Google Talk) zunächst immer noch der einzige XMPP-VoIP-Client für Linux-Systeme[3] sowie der einzige quelloffene Client mit Jingle-Unterstützung,[4] da sich das Psi-Projekt mit der Freigabe einer Version mit der damals noch experimentellen Jingle-Unterstützung noch bis Ende Juni 2009 Zeit ließ.[6]
Nach Jahren ohne Lebenszeichen veröffentlichte das Jabbin-Projekt am 25. Januar 2010 (zunächst nur für Windows-Systeme) eine neue Version (Beta 3.0, „Flaming Phoenix“). Sie ermöglicht neuerdings die Integration mit verschiedenen sozialen Netzwerken.[7][1]
Siehe auch
Weblinks
- Projektseite bei Sourceforge
- www.jabbin.com – ehemalige offizielle Webpräsenz (letzte Archivversion ( vom 20. Februar 2008 im Internet Archive))
Quellen
- Andrew Min: How to make Jabber calls using Jabbin. In: Free Software Magazine Columns. 9. Januar 2008, abgerufen am 3. März 2011 (englisch).