Jacques Chérèque

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Jacques Louis André Chérèque (* 9. September 1928 in Dijon; † 24. Dezember 2017 in Nancy) war ein französischer Gewerkschaftsfunktionär und parteiloser Politiker, der unter anderem zwischen 1988 und 1991 Beigeordneter Minister für Raumplanung und Deindustrialisierung im Ministerium für Industrie, Außenhandel und Raumplanung war.

Leben

Jacques Louis André Chérèque trat 1949 als Facharbeiter ins Berufsleben ein und wurde nach kontinuierlicher Weiterbildung Produktionsleiter im Stahlwerk Pompey (Société des Hauts Fourneaux, Forges et Aciéries de Pompey). Er engagierte sich ab 1965 in der Französischen Konföderation Christlicher Arbeiter CFTC (Confédération française des travailleurs chrétiens), die größte Gewerkschaftsorganisation Frankreichs. Nachdem er die CFTC im Stahlwerk Pompey geleitet hatte, wurde er mit dem Aufbau und der Entwicklung der CFTC-Stahlarbeitergewerkschaft in Lothringen beauftragt und wirkte maßgeblich an der Umwandlung der CFTC in die Französische Demokratische Arbeiterkonföderation CFDT (Confédération française démocratique du travail) mit, die heute mit etwa 800.000 Mitgliedern der größte Gewerkschaftsbund Frankreichs ist. 1971 wurde er Generalsekretär des Allgemeinen Metallurgieverbandes FGM-CFDT (Fédération générale des mines et de la métallurgie CFDT) und 1979 stellvertretender Generalsekretär der CFDT. Als Mitglied der Vereinigten Sozialistischen Partei PSU (Parti socialiste unifié) trat er nach der von Michel Rocard[1] organisierten Sozialistischen Konferenz vom 12. bis 14. Oktober 1974 der Sozialistischen Partei PS (Parti socialiste) bei. 1984 wurde er Beigeordneter Präfekt für die industrielle Umstrukturierung in Lothringen und bekleidete diese Funktion bis 1988. Für seine Verdienste wurde er am 20. Dezember 1985 Ritter der Ehrenlegion.

Am 10. Mai 1988 wurde Chérèque als Beigeordneter Minister für Raumplanung und Deindustrialisierung im Ministerium für Industrie, Außenhandel und Raumplanung (Ministre délégué auprès du ministre de l’Industrie, chargé de l’aménagement du territoire et des reconversions) in das Kabinett Rocard I berufen und bekleidete dieses Amt vom 22. Juni 1988 bis zum 15. Mai 1991 auch im Kabinett Rocard II. Zugleich wurde er 1988 Mitglied sowie zeitweise Vizepräsident des Generalrates des Département Meurthe-et-Moselle und vertrat in diesem bis 1992 den Kanton Pompey. Aufgrund seiner Verdienste wurde er 1993 Offizier der Ehrenlegion sowie am 25. Juni 1993 auch Offizier des Ordre national du Mérite. Er war des Weiteren Präsident der örtlichen Mission von Pompey und wurde am 7. Juli 1993, 7. März 1994 sowie am 14. Oktober 1998 Mitglied des Nationalen Rates der Ortsmissionen CNML (Conseil national des missions locales). Daneben war er Mitglied des Regionalrates (Conseil régional) der Region Lothringen und wurde als solcher am 20. Dezember 1994 Mitglied des Nationalen Rates für Integration durch wirtschaftliche Aktivität (Conseil national de l’insertion par l’activité économique). Am 16. November 1999 wurde er zum Kommandeur des Ordre national du Mérite, am 1. Januar 2005 zum Offizier der Ehrenlegion sowie am 15. November 2012 auch noch zum Großoffizier des Ordre national du Mérite ernannt.

Jacques Chérèque war Vater von drei Söhnen, darunter Marc Chérèque (* 1953), der von 2005 bis 2016 Präsident des Rugby-Union-Vereins FC Grenoble war, sowie der Gewerkschaftsfunktionär François Chérèque (1956–2017), der zwischen 2002 und 2012 als Generalsekretär der CFDT fungierte.[2]

Veröffentlichungen

  • Mit Stéphane Bugat: La Rage de faire. Vorwort von Jacques Delors, Éditions Balland, Paris 2007, ISBN 978-2-35315-016-8.

Literatur

  • Pierre Toussenot: Jacques Chérèque, une culture syndicale et politique de la reconversion industrielle. In: Jean El Gammal, Jérôme Pozzi (Hrsg.): Le Grand Est, 1870–2019. Forces et cultures politiques. Presses universitaires de Nancy, 2019.
Commons: Jacques Chérèque – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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