Jacques Pelletier

französischer Politiker, Senator, Staatssekretär und Minister From Wikipedia, the free encyclopedia

Jacques Pelletier (* 1. August 1929 in Villers-en-Prayères, Département Aisne; † 3. September 2007 in Paris) war ein französischer Politiker der Union für die französische Demokratie (UDF)-Radikalen Partei (PRV), der unter anderem Mitglied des Senats, Staatssekretär und zwischen 1988 und 1991 Minister für Zusammenarbeit und Entwicklung war.

Leben

Grabstätte von Jacques Pelletier auf dem Friedhof Villers-en-Prayères in Les Septvallons.

Jacques Pelletier absolvierte nach dem Besuch des Lycée Janson de Sailly ein Studium an der Landwirtschaftshochschule ESA École supérieure d’agricultures d’Angers und war als Landwirt tätig. Er wurde am 4. Mai 1953 Bürgermeister seiner Geburtsgemeinde Villers-en-Prayères und bekleidete dieses Amt mehr als 54 Jahre bis zu seinem Tode am 3. September 2007. Zugleich wurde er am 28. April 1958 Mitglied des Generalrates des Département Aisne und vertrat in diesem fast 46 Jahre lang bis zum 28. März 2004 den Kanton Braine. Darüber hinaus war er als Nachfolger von Jean Risbourg[1] vom 16. Mai 1964 bis zum 25. März 1979 Präsident des Generalrats des Département Aisne. Am 26. Juni 1966 wurde er nach dem Tode von Louis Roy[2] für das Département Aisne erstmals Mitglied des Senats (Sénat) und gehörte diesem nach seiner Wiederwahl am 26. September 1971 bis zum 7. Mai 1978 an, woraufhin Paul Girod[3] neuer Senator wurde.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Senat wurde Pelletier am 6. April 1978 in das Kabinett Barre III berufen und bekleidete in diesem bis zum 2. Oktober 1980 den Posten als Staatssekretär im Bildungsministerium (Secrétaire d’État à l’Éducation). Er wurde bei der Wahl am 28. September 1980 als Nachfolger von Gilbert Devèze[4] erneut Mitglied des Senats und vertrat das Département Aisne bis zum 13. Juni 1988, woraufhin François Lesein ihn als „Nachrücker“ ablöste.[5] Er löste 1982 René Touzet[6] als Vorsitzender der Fraktion der Demokratischen Linken (Gauche démocratique) und behielt diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Josy Moinet[7] 1988. Während seiner Parlamentszugehörigkeit fungierte er zudem zeitweise als Sekretär des Senats und als Sekretär des Ausschusses für Verfassungsrecht, Gesetzgebung, allgemeines Wahlrecht, Geschäftsordnung und allgemeine Verwaltung (Commission des lois constitutionnelles, de législation, du suffrage universel, du Règlement et d'administration générale).

Am 10. Mai 1988 wurde Jacques Pelletier als Minister für Zusammenarbeit und Entwicklung (Ministre de la Coopération et du Développement) in das Kabinett Rocard I berufen und bekleidete dieses Ministeramt zwischen dem 29. Juni 1988 und dem 16. Mai 1991 auch im Kabinett Rocard II.[8] Bei der Senatswahl am 24. September 1989 wurde er im Département Aisne wieder zum Mitglied des Senats gewählt. Er verzichtete aber wegen seines Ministeramtes auf sein Mandatsmandat und wurde deswegen am 2. November 1989 von François Lesein erneut als „Nachrücker“ abgelöst. Als Nachfolger von Paul Legatte übernahm er am 5. März 1992 das Amt als Bürgerbeauftragter (Médiateur de la République)[9] und übte diese Funktion bis zu seiner Ablösung durch Bernard Stasi[10] am 2. April 1998. Für seine Verdienste wurde er am 7. April 1996 zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

Bei der Wahl am 27. September 1998 wurde Pelletier für das Département Aisne noch einmal zum Mitglied des Senats gewählt und gehörte diesem vom 1. Oktober 1998 bis zu seinem Tode am 3. September 2007 an. Er schloss sich der Fraktion der Gruppe der Europäischen Demokratischen und Sozialen Sammlung RDSE (Groupe du Rassemblement démocratique et social européen) an und war als Nachfolger von Guy-Pierre Cabanel[11] von 2001 bis zu seinem Tode 2007 auch Vorsitzender der RDSE-Fraktion, woraufhin Pierre Laffitte[12] neuer Fraktionsvorsitzender wurde. Zum Ende seiner Senatszugehörigkeit gehörte er dem Wirtschaftsausschuss (Commission des affaires économiques) sowie der Delegation für die Rechte der Frau und die Gleichstellung von Männern und Frauen (Délégation aux droits des femmes et à l’égalité des chances entre les hommes et les femmes) als Mitglied an. Nach seinem Tode am 3. September 2007 wurde Yves Daudigny[13] neuer Senator für das Département Aisne. Nach seinem Tode wurde er auf dem Friedhof Villers-en-Prayères in Les Septvallons beigesetzt.

Einzelnachweise

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