Jacques Schmid (Lautensänger)

Schweizer Lehrer und Lautensänger From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Als Kind lebte Jacques Schmid in Dietikon, wo sein Vater als Primarlehrer unterrichtete. Als der Vater als Lehrer an die Schule Zürich-Wiedikon gewählt wurde, zog die Familie in die Stadt Zürich, wo Jacques die Volksschulen absolvierte. Anschliessend besuchte er das Lehrerseminar in Küsnacht. Seine erste Anstellung erhielt er im Dorf Hegnau.

Während des Ersten Weltkriegs diente Schmid als Korporal. 1917 wurde er als Primarlehrer nach Zürich-Aussersihl gewählt, zunächst ins Schulhaus Hard, später ins Schulhaus Hohlstrasse, wo er definitiv blieb. Er unterrichtete mehrere Jahre über das Pensionierungsalter hinaus und trat erst 1964 in den Ruhestand.

Ab 1918 war Schmid verheiratet mit Anna Sax; gemeinsam hatten sie zwei Söhne.

Musikalisches Wirken

In der Schule pflegte Schmid das Singen mit den Klassen als wesentlichen Bestandteil eines lebendigen Unterrichts im Sinn von Pestalozzi. In seiner Freizeit trat er als Unterhaltungskünstler mit seiner Laute an Familien- und Vereinsanlässen auf, teils als Solist, teils zusammen mit seinem Kollegen Sepp Eckerli. Die beiden waren Lehrer im selben Schulhaus und gehörten als Sänger dem Jodeldoppelquartett des FC Zürich an.

Oft trat Schmid auch mit seinem engen Freund Emil Hegetschweiler auf. Von 1929 bis 1934 realisierte Schmid mehrere Schallplattenaufnahmen. Bei den Einspielungen nahmen Soldatenlieder einen breiten Platz ein. Andere Aufnahmen waren Scherz- und traditionelle Volkslieder sowie Eigenproduktionen. Um das Jahr 1940 schuf Jacques Schmid das Zürihegellied.

Politisches Engagement

In den 1930er Jahren gründete Jacques Schmid zusammen mit einigen Gesinnungsgenossen die «Zürcher Arbeitsgemeinschaft für demokratische Erziehung». Während des Zweiten Weltkriegs tat Schmid als Landsturmwachtmeister Dienst. Als entschiedener Gegner des Faschismus stellte er sich der Organisation «Heer und Haus» zur Verfügung, um in Vorträgen und mit Liedern bei den Soldaten Mut und Zuversicht zu verbreiten.

Werke

  • als Redaktor: Liederheft für das Zentralfest des Schweiz. Grütlivereins in Biel 1911. Herausgegeben vom Zentralvorstand der Schweiz. Grütlimännerchöre. Zentralvorstand der Schweiz. Grütlimännerchöre, Zürich 1910.
  • Lach’ und sing’. Heitere Volkstümlichkeiten in Vers und Lied. Verlag bei Kempter, Muzzano-Lugano 1933.
  • Vertiefte Schulgemeinschaft. Briefe eines Volksschullehrers. Hrsg. von der Reallehrerkonferenz des Kantons Zürich. Biefer, Winterthur 1946.

Literatur

  • Frank Erzinger: Lautensänger Jacques Schmid. In: Schweizer Musiker-Revue. 70. Jg., Nr. 12 (Dezember), 1993, S. 20–22.

Einzelnachweise

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