Jahrbuch für Islamophobieforschung
wissenschaftliche Fachzeitschrift
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Das Jahrbuch für Islamophobieforschung ist eine seit 2010 zeitweise jährlich erscheinende Publikation, herausgegeben von Farid Hafez.
| Jahrbuch für Islamophobieforschung | |
|---|---|
| Fachgebiet | Islamwissenschaft |
| Sprache | Deutsch, Englisch |
| Verlag | New Academic Press (Österreich) |
| Hauptsitz | Wien |
| Erstausgabe | 2010 |
| Erscheinungsweise | jährlich |
| Herausgeber | Farid Hafez |
| ZDB | 2573716-8 |
Erscheinungsweise und Personen
Das Jahrbuch für Islamophobie erschien von 2010 bis 2016 jährlich, des Weiteren 2019, 2021 und seit 2023 wieder jährlich.[1]
Ab der Ausgabe 2015 wurde das Jahrbuch einem double blind Peer Review (doppelt-blindes Begutachtungsverfahren) unterzogen, das die akademische Qualität des Journals sichern soll. Seit 2015 werden alle Beiträge in deutscher und englischer Sprache angeboten.
Dem wissenschaftlichen Beirat gehören u. a. Iman Attia, Klaus J. Bade, Wolfgang Benz, Fritz Hausjell und Damir Skenderovic an. Das Jahrbuch ist interdisziplinär angelegt und vereinigt Beiträge aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Eine konkrete Theorieschule wird nicht vorgegeben, Autoren können ihre Beiträge zur Ausgrenzung unter einer der gängigen Kategorien wie Islamfeindlichkeit, Neorassismus, Kultureller Rassismus, Orientalismus und Diskriminierung von Muslimen und verwandten Themenbereichen einreichen. Weitere Beiräte waren John Bunzl, Heinrich Neisser und Anton Pelinka.
Der Herausgeber Farid Hafez gab auch den zwischen 2015 und 2019 jährlich erschienenen „European Islamophobia-Report“ heraus,[2] der nach Ansicht einiger Kritiker unter der Schirmherrschaft der „AKP-nahen“ Stiftung SETA steht.[3] Im Jahr 2020 sandten 20 Unterzeichner einen Offenen Brief an die Europäische Kommission in Bezug auf die Förderung des Reports durch die EU. Die Unterzeichnenden stellten den Begriff „Islamophobie“ grundsätzlich in Frage, da es keine wissenschaftliche Definition gebe; eine Phobie sei eine krankhaft übertriebene Angst und könne nicht auf Religionskritik übertragen werden.[3]
Rezeption
Laut Wiener Zeitung meine Hafez in der ersten Ausgabe des Jahrbuches von 2010 in einem Beitrag zur FPÖ, dass auch Medien Islamophobie erzeugen könnten‚ „vor allem bei Menschen, die nie persönlich Kontakt zu Muslimen gehabt haben“.[4] Die Tageszeitung Der Standard merkte an: „Da die wissenschaftliche Behandlung der Islamophobie jüngeren Datums ist, gibt es in jedem Land wenige ‚Spezialisten‘, deren Namen in Publikationen immer wieder auftauchen. In Österreich ist das Farid Hafez.“[5] Die Salzburger Nachrichten berichteten, Hafez sei „es mit dem ersten, 2010 erschienenen Jahrbuch gelungen, eine längerfristige wissenschaftliche Beobachtung von Ängsten und Vorurteilen gegenüber ‚dem‘ Islam auf den Weg zu bringen“. Das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel komme im Jahrbuch 2011 schlecht weg.[6]
Natalie Wohlleben merkte in ihrer Rezeption im Portal für Politikwissenschaft für das Jahrbuch 2012 an, dass „in den Beiträgen weniger der Alltag der Muslime in Europa im Mittelpunkt, sondern das Phänomen der Islamophobie in seinen theoretischen Bezügen“ stehe. In den Beiträgen werde dies eingeordnet als aktuelle Form des Rassismus, der „in weiten Teilen der europäischen Bevölkerungen, so der Eindruck bei der Lektüre, verbreitet zu sein scheint“. Es fehle „allerdings ein Beitrag mit belastbaren Zahlen, mit denen das Phänomen konkret hätte eingeordnet werden“.[7]
Armin Pfahl-Traughber schrieb 2018 im Humanistischen Pressedienst, dass das Jahrbuch „mit fehlender Trennschärfe“ arbeite und darin „kritische Gesichtspunkte zum Islamophobie-Verständnis überhaupt nicht thematisiert werden“. Islamophobie meine Angst vor dem Islam, werde aber im Jahrbuch 2017 eher als „Muslimenfeindlichkeit“ interpretiert.[8]
Literatur
- Thomas Schmidinger: Antisemitismus und Islamophobie: Einige Neuerscheinungen zum Vergleich von Antisemitismus und antimuslimischen Ressentiments. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, Jg. 22, Nr. 3, 2011, S. 153–165, online veröffentlicht unter: https://doi.org/10.25365/oezg-2011-22-3-8.
- Nina Scholz und Heiko Heinisch: Kampfbegriff „Islamophobie“ – „Wissenschaft“ im Dienste des politischen Islam? In: Mena-Watch, 19. April 2017, online verfügbar unter: https://www.mena-watch.com/kampfbegriff-islamophobie-wissenschaft-im-dienste-des-politischen-islam/.
- Armin Pfahl-Traughber: „Islamophobie“ – eine unwissenschaftliche Kategorie. Eine kritische Analyse zu inhaltlicher Diffusität und mangelnder Trennschärfe. In: SIAK-Journal − Zeitschrift für Polizeiwissenschaft und polizeiliche Praxis, Nr. 3/2021, S. 4–15, online veröffentlicht unter: http://dx.doi.org/10.7396/2021_3_A.