Jakob Roth

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Jakob Alois Roth (* 10. Juli 1798 in Bellach; † 2. November 1863 in Oberdorf SO) war ein Schweizer Geistlicher, Pädagoge und Oberlehrer des Kantons Solothurn.

Das Jakob-Roth-Denkmal in Solothurn

Leben

Jakob Roth wurde 1798 als jüngstes Kind einer Handwerkerfamilie in Bellach geboren und besuchte die Schulen in Solothurn. Nach Abschluss des philosophischen und theologischen Jahreskurses am dortigen Kollegium studierte er ein Jahr lang Theologie an der Universität Landshut bei Johann Michael Sailer und wurde nach seiner Rückkehr 1821 zum Priester geweiht. Roth wurde Lehrer an den städtischen Schulen Solothurns und führte hier gemeinsam mit seinem Freund Bonaventura Zweili die Lehrmethoden Jean Baptiste Girards ein. Ab 1834 bekleidete er die in der Regeneration neu geschaffene Stelle eines «Oberlehrers», dem die kantonale Lehrerausbildung oblag, und amtete gleichzeitig als Kaplan in Oberdorf. Aus den anfänglich nur sechswöchigen Bildungskursen entwickelte sich 1852 das Lehrerseminar. 23 Jahre lang organisierte Roth die Solothurner Volksschule, verfasste neue Lehrmittel und war in der Schulaufsicht tätig. Nach der Verfassungsrevision 1856 legte er sein Amt 1857 nieder, woraufhin das Seminar nach Solothurn verlegt wurde. Roth verblieb in seiner Kaplanei in Oberdorf und starb hier 1863 mit 65 Jahren an einem Halsleiden.[1][2]

Botanik

Roth bekundete schon früh ein grosses Interesse an Botanik und betrieb lebenslang Studien auf diesem Gebiet. Er arbeitete an einem Werk Robert James Shuttleworths über die Flora des Jura mit und lieferte Beiträge für Johannes Hegetschweilers Flora der Schweiz. 1823 gehörte er zu den Gründern der Naturforschenden Gesellschaft des Kantons Solothurn. Ebenfalls nahm er an den Exkursionen teil, deren Ergebnisse Franz Joseph Hugi 1830 in Naturhistorische Alpenreisen veröffentlichte.[1]

Gedenken

Schüler und Verehrer gründeten nach Roths Tod mit Unterstützung der staatlichen Behörden eine «Roth-Stiftung» zur Unterstützung von Lehrern. Am 13. September 1884 wurde in Solothurn ein von Richard Kissling geschaffenes Denkmal zu seinen Ehren enthüllt.[1]

Literatur

Einzelnachweise

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