James Bolivar Manson
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James Bolivar Manson (geboren am 26. Juni 1879 in Brixton, London; gestorben am 3. Juli 1945 in Chelsea, Royal Borough of Kensington and Chelsea) war ein englischer Maler, Kunsthistoriker und Direktor der Tate Gallery.

Leben
Manson war das zweite von sechs Kindern des Schriftstellers und Herausgebers James Alexander Manson (18. August 1851 – 8. Februar 1921) und dessen Frau Margaret Emily (geborene Deering), der jüngsten Tochter von Charles Deering. Er wurde nach seinem Großvater James Bolivar Manson († 1868),[1] dem Herausgeber der Edinburgh Daily Review, benannt und hatte zwei Schwestern und drei jüngere Brüder, von denen einer 1915 in der Schlacht bei Richebourg gefallen ist.
Er besuchte die Alleyn’s School in Dulwich. Nach seinem Schulabschluss im Jahr 1895 arbeitete Manson zunächst als Bürogehilfe bei George Newnes. Er studierte ab 1890 Malerei an der Heatherley’s School of Art und später an der Lambeth School of Art in London. Dem Wunsch seines Vaters folgend nahm er widerwillig eine Stelle als Bankangestellter an. Er setzte von 1903 bis 1904 sein Studium bei Jean-Paul Laurens an der Académie Julian in Paris fort.[2] Manson teilte sich ein Atelier mit den Künstlern Jacob Epstein (1880–1959, Bildhauer), Bernard Gussow (1881–1957, Maler und Lithograf) und Charles Polowetski (Maler).
Er kehrte 1904 mit seiner Frau nach London zurück, wo sie sich in der Adelaide Road 184 in Hampstead niederließen. Manson wurde Mitglied mehrerer Künstlervereinigungen, darunter der Camden Town Group, der London Group und des New English Art Clubs. Nachdem seine Frau zur Musikdirektorin der North London Collegiate School for Girls ernannt worden war, zog die Familie 1908 um. Manson fertigte als Maler zumeist Porträts oder Ölgemälde mit Blumen oder Landschaften und schloss um 1910 Freundschaften mit Lucien Pissarro und später auch mit Walter Sickert. Er verfasste zahlreiche Artikel für Kunstzeitschriften wie Apollo, das Burlington Magazine oder die Gazette des Beaux-Arts und war als Kunstkritiker für den Daily Herald und The Outlook tätig. Der Verkauf seiner eigenen Werke lief nur schleppend, obwohl er an mehreren Verkaufsausstellungen teilnahm.[3]
Manson begann 1912 als Assistenzkurator, englisch Assistent Keeper, in der National Gallery of British Art in London (seit 1917 Tate Gallery) und wurde im Mai 1930 als Nachfolger von Charles Aitken deren Direktor.[4] Künstlerisch eher konservativ orientiert, sorgte er dafür, dass keine Werke von Künstlern wie Henri Matisse oder Georges Rouault in die Sammlung aufgenommen wurden. Über einige Künstler, denen er zugetan war, verfasste er Monografien, so beispielsweise zu Ernest Biéler, Edgar Degas oder John Singer Sargent. Manson wurde 1938 aufgrund zunehmender Alkoholprobleme zum Rücktritt gezwungen und John Rothenstein wurde sein Nachfolger. Im selben Jahr trennte er sich von seiner Frau.
Familie
Manson war seit 1903 mit der Violinistin Lilian Beatrice (geborene Laugher; 1871 – 27. April 1960) verheiratet, die nach ihrer Rückkehr aus Berlin im Haus seiner Eltern in Dulwich wohnte. Sie arbeitete als Musiklehrerin an der James Allen’s Girls School in Dulwich. Kurz nach der Hochzeit zog das Paar nach Paris, kehrte jedoch schon 1904 zurück. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.
- Mary Mandon (1904/1905–1991)
- Jean Manson (1906 – nach 1966) ⚭ Goullet
Seine letzten Jahre soll er gemeinsam mit seiner ehemaligen Sekretärin Cicely Constance Hayward (geborene Kettle; 28. März 1889 – Juli 1976) verbracht haben, der geschiedenen Ehefrau des Malers Alfred Robert Hayward (1875–1971), die sich etwa ab 1938 „Elisabeth Manson“ nannte.
Werke (Auswahl)

- The Sunlit Valley (Gemälde)
- Michaelmas Daisies (Blumenbild)
- Stillleben mit Tulpen
- The Harbour, St. Valery-sur-Sorame
- Nocturne: St. Ives, Cornwall
Schriften
- The paintings of Alexander Jamieson. In: The Stodio. Band 51, Nr. 214, Januar 1911, doi:10.11588/DIGLIT.20971, S. 274–282 (digi.ub.uni-heidelberg.de).
- The Camden Town Group. In: Outlook. 9. Dezember 1911, S. 823–824.
- Rembrandt 1607–1669. Funk & Wagnalls, New York 1923 (archive.org).
- Hours in the Tate Gallery. Duckworth, London 1926 (babel.hathitrust.org).
- The Life and Work of Edgar Degas The Studio Limited, London 1927.
- The Tate Gallery. T. C. & E. C. Jack, London 1930 (archive.org).
- The English oil colour painters. E. Benn, ltd., London 1930 (babel.hathitrust.org).
Übersetzungen
- Tristan Klingsor: Cézanne. Dodd, Mead, New-York 1924 (babel.hathitrust.org).
Literatur
- William Sutton Meadmore: Lucien Pissarro. Constable & Company Ltd., London 1962, XI. Lucien Meets James Bolivar Manson, 1910, S. 129–133 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Manson, James Bolivar. In: Who was who. Band 4: 1941–1950. Adam & Charles Black, London 1967, S. 760–761 (englisch, Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- David Buckman: James Bolivar Manson: An English Impressionist, 1879–1945. Maltzahn Gallery Ltd., London 1973.
- Bernard Dolman: Manson, James Bolivar N.A.C.E. In: A Dictionary of contemporary British artists, 1929 : a series of alphabetically arranged biographies of the leading men and women in the world of art (artists, collectors, critics, and curators). Baron Publishing, Woodbridge, Suffolk 1981, ISBN 0-902028-99-5, S. 301 (englisch, Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Wendy Baron: Manson, James Bolivar (1879–1945). In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X; doi:10.1093/ref:odnb/34864 (Lizenz erforderlich), Stand: 2004 (Stand 23. September 2004).
- Steffen Egle: Mason, James Bolivar. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 87: Mandelstamm–Matielli. De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-023253-0, S. 72.
Weblinks
- Manson, J. B. im Dictionary of Art Historians
- James Bolivar Manson (britisch, 1879–1945) artnet.de