James Harden-Hickey

französisch-US-amerikanischer Autor, Zeitungsredakteur und Abenteurer From Wikipedia, the free encyclopedia

James Aloysius Harden-Hickey (* 8. Dezember 1854 in San Francisco als James Aloysius Harden; † 9. Februar 1898 in El Paso) war ein französisch-US-amerikanischer Autor, Zeitungsredakteur und Abenteurer. Er war der Gründer und „Fürst“ des selbsternannten Fürstentums Trinidad und beanspruchte erfolglos die unbewohnte Insel Trindade im Südatlantik.

James Harden-Hickey

Leben

James Aloysius Harden wurde am 8. Dezember 1854 in San Francisco geboren. Um der gewalttätigen Stadt zu entkommen, die noch immer im Bann des Goldrauschs war, nahm James’ in Frankreich geborene Mutter, die aus einer Familie irisch-katholischer Exilanten namens Hickey stammte, ihn mit nach Paris, das damals unter der Herrschaft von Kaiser Napoleon III. stand. Als Kind war James fasziniert vom französischen Hof mit all seinem Glanz und Prunk und beeindruckt von Pariser Theateraufführungen, die in ihm die Lust auf Abenteuer weckten.[1]

Während seiner Kindheit wurde er in Belgien von Jesuiten unterrichtet und studierte später Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Mit 19 Jahren bestand er die Aufnahmeprüfung für die renommierte französische Militärakademie École spéciale militaire de Saint-Cyr, die er 1875 mit Auszeichnung abschloss. Er war außerdem ein talentierter Schwertkämpfer. 1878 heiratete er die Gräfin de Saint-Pery, womit er sein Ziel erreichte, in die Ränge der Aristokratie aufzusteigen. Sie hatten einen Sohn und eine Tochter.[1]

Am 10. November 1878 veröffentlichte Harden-Hickey erstmals die Zeitung Triboulet, benannt nach einem Hofnarren von König Ludwig XII., acht Jahre nach Napoleons Sturz. Obwohl die Zeitung sehr beliebt war, brachte ihre stark antirepublikanische Haltung Harden-Hickey mehrere Dutzend Gerichtsverfahren und zahlreiche Geldstrafen ein. Er wurde aufgrund seiner politischen Einstellungen auch in mehrere Duelle verwickelt, welche er allerdings alle überlebte. Als den Royalisten das Geld ausging, musste er jedoch die Publizierung der Zeitung einstellen.[1]

Bis 1880 hatte er außerdem als Schriftsteller unter dem Pseudonym Saint Patrice 11 Romane veröffentlicht. Zwei der Romane sind Anleihen aus Michael Strogoff von Jules Verne, ein weiterer basiert auf Don Quijote von Miguel de Cervantes Saavedra. Seine Romane waren antidemokratisch und monarchistisch, wurden in einer zeitgenössischen Kritik jedoch als naiv und flach kritisiert. Außerdem veröffentlichte er prokatholische Pamphlete. Für seine entschiedene Verteidigung der Kirche in seinen Werken erhielt er den deutschen Adelstitel Freiherr.[1]

James Harden-Hickey ließ sich schließlich von seiner ersten Frau scheiden und wendete sich vom Katholizismus ab; er begann sich für den Buddhismus und die Theosophie zu interessieren. Dies war ein Wendepunkt in seinem Leben, und er nutzte die Gelegenheit, um die Welt zu bereisen. Er verbrachte ein Jahr in Indien, lernte Sanskrit und studierte die Philosophie des Buddha, wobei er auch Tibet besucht haben soll. Er kehrte nach Paris zurück und lernte Annie Harper Flagler kennen, die Tochter eines reichen amerikanischen Stahlmagnaten, die 1891 seine zweite Frau wurde. Danach lebte er in New York City und bereiste Mexiko, wo er eine Ranch erwarb.[1]

1893 erklärte Harden-Hickey sich selbst zum Fürsten der Principality of Trinidad unter dem Titel James I und plante als Diktator zu regieren. Harden-Hickey hatte zuvor bei einem Zwischenstopp mit einem Schiff auf dem Weg nach Asien im Südatlantik bemerkt, dass die winzige Insel Trinidade noch nie von einem Land beansprucht worden und rechtlich gesehen „res nullius“ war. Er entwarf Briefmarken, eine Nationalflagge und ein Wappen und gründete einen Ritterorden, das Kreuz von Trinidad. Er kaufte einen Schoner für den Transport von Kolonisten, ernannte M. Le Comte De la Boissiere zum Staatssekretär und eröffnete ein Konsulat in New York City. Er gab Staatsanleihen aus, um den Bau der Infrastruktur auf der Insel zu finanzieren. Einige Staaten sollen sogar seine Ansprüche auf die Insel anerkannt haben.[1]

Trinidade wurde jedoch 1895 von Großbritannien beschlagnahmt, und James I. war gezwungen, den Briten sein „Fürstentum“ zu überlassen, sodass ihm nur noch eine selbstgefertigte Krone und ein Schoner blieben. Während Brasilien und Großbritannien wegen ihrer jeweiligen Ansprüche mit Krieg drohten, gerieten die Ansprüche James I. in Vergessenheit. Appelle an die Vereinigten Staaten, als Vermittler zu fungieren, halfen seiner Sache nicht weiter, als US-Außenminister John Milton Hay seinen Brief, in dem er um amerikanische Vermittlung bat, an die Presse weitergab, die ihn verspottete.[1] Ein Filibuster namens Ralston J. Markowe soll ihm jedoch angeblich sogar die Königskrone von Hawaii angeboten haben, ein Plan, der allerdings nie umgesetzt wurde.[2] Im Jahr 1897 stellte Harden-Hickey Pläne für eine Invasion Englands von Irland aus fertig, sein Schwiegervater weigerte sich allerdings die Finanzierung für das Vorhaben bereitzustellen und auch der Verkauf seiner mexikanischen Ranch scheiterte.[1]

Der Spott der Presse hatte Harden-Hickey schwer zugesetzt und er versank in einer tiefen Depression. Vor seinem Tod hatte er einst ein Buch mit dem Titel Euthanasie geschrieben, in dem er Suizid als eine „Kunstform“ und „ein Privileg“ verherrlicht hatte. Schließlich nahm er am 9. Februar 1898 in einem Hotel in El Paso, Texas, eine Überdosis Morphium. Unter seinen Habseligkeiten fand man einen Abschiedsbrief an seine Frau und Erinnerungsstücke aus seiner Zeit als Fürst, darunter seine handgefertigte Krone.[3]

Commons: James Harden-Hickey – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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