James O’Connor (Rugbyspieler)

australischer Rugby-Union-Spieler From Wikipedia, the free encyclopedia

James David O’Connor (* 5. Juli 1990 in Southport, Queensland) ist ein australischer Rugby-Union-Spieler. Er spielt auf der Position des Verbindungshalbs und des Innendreiviertels für den englische Verein Leicester Tigers und die australische Nationalmannschaft. Aufgrund seiner spielerischen Vielseitigkeit steht er gelegentlich auch als Außendreiviertel oder Schlussmann zum Einsatz. Im Verlaufe seiner Karriere stand er bei mehreren Teams in Australien, England, Frankreich und Neuseeland unter Vertrag.

Schnelle Fakten Verein, Vereine als Aktiver ...
James O’Connor
Voller Name James David O’Connor
Geburtstag 5. Juli 1990
Geburtsort Southport, Queensland
Größe 180 cm
Gewicht 84 kg
Verein
Verein Leicester Tigers
Position Verbindungshalb, Innendreiviertel
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Punkte)
2013 West Harbour RFC 1 (10)
2013–2014 London Irish 15 (100)
2014–2017 RC Toulon 51 (116)
2017–2019 Sale Sharks 32 (15)
2025– Leicester Tigers 21 (201)
Franchises als Aktiver
Jahre Franchise Spiele (Punkte)
2008–2011 Western Force 39 (306)
2012–2013 Melbourne Rebels 51 (116)
2015 Queensland Reds 13 (44)
2019–2024 Queensland Reds 57 (379)
2025 Crusaders 16 (48)
Mannschaften in der Jugend
Jahre Mannschaft
–2008 Brothers Old Boys
Nationalmannschaft
Jahre Nationalmannschaft Spiele (Punkte)
2008– Australien Australien 70 (315)

Stand: 1. Februar 2026

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Biografie

Vereinskarriere

Als Kind lebte O’Connor mit seiner Familie fünf Jahre lang in Auckland, ehe er als Elfjähriger nach Australien zurückkehrte.[1] Er wuchs mit Rugby League auf und erhielt ein Stipendium der Parramatta Eels.[2] Schließlich wurde er Internatsschüler am Nudgee College in einem nördlichen Vorort von Brisbane.[3] 2006 erlitt er einen Milzriss[4], spielte aber dennoch 2007 für die australische Schulauswahl gegen England, Samoa und Neuseeland.[3] Er unterschrieb seinen ersten Profivertrag bei Western Force in Perth und hatte in der zehnten Runde der Saison 2008 von Super Rugby seinen ersten Teileinsatz, als er gegen die Queensland Reds eingewechselt wurde. Mit 17 Jahren war er der jüngste Debütant in der Geschichte von Super Rugby.[5]

2012 unterschrieb O’Connor einen Zweijahresvertrag bei den Melbourne Rebels.[6] Aufgrund anhaltender Disziplinverstöße außerhalb des Spielfelds zogen sich die Rebels am Ende der Saison 2013 aus den Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung zurück, und O’Connor wurde vom Franchise entlassen.[7] Im Oktober 2013 gab er bekannt, dass er auf dem Weg nach London sei, um dort „für ein paar Monate“ Rugby zu spielen.[8] Dort angekommen, unterschrieb er bei London Irish bis zum Ende der Saison 2013/14. Am 3. November gab er sein Debüt in der Premiership gegen die Northampton Saints. 2015 kehrte O’Connor nach Australien zurück, um sich in Brisbane bei den Queensland Reds für einen Platz im Nationalmannschaftskader für die Weltmeisterschaft 2015 zu empfehlen (letztlich ohne Erfolg). Er zeigte solide Leistungen und war einer der besseren Spieler der ansonsten schwachen Mannschaft. In den ersten Partien wechselte er zwischen den Positionen hin und her, bevor er sich gegen Ende der Saison einen Stammplatz als Schlussmann sicherte. Im Oktober desselben Jahres wurde er mit sofortiger Wirkung aus seinem Vertrag entlassen. Als Grund nannte er „persönliche Angelegenheiten“.[9]

Daraufhin wechselte O’Connor nach Frankreich zum RC Toulon. Mit diesem Verein erreichte er 2016 und 2017 das Meisterschaftsfinale der Top 14, das jedoch beide Male verloren ging. Nach Vorwürfen wegen Kokainkonsums entschied sich Toulon, seinen Vertrag nicht zu verlängern, sodass er den Verein am Ende der Saison 2016/17 verließ.[10] Kurz vor Beginn der Saison 2017/18 unterschrieb er beim englischen Verein Sale Sharks. Er verzichtete auf eine Vertragsverlängerung und kehrte nach Australien zurück.[11] Im Juli 2019 unterzeichnete er einen Zweijahresvertrag mit den Queensland Reds, der strenge Auflagen bezüglich seines Verhaltens enthielt.[12] Für die Saison 2021 von Super Rugby AU wurde O’Connor zum Mannschaftskapitän bestimmt. Unter seiner Führung blieben die Reds unbesiegt; sie setzten sich im Finale gegen die Brumbies durch und gewannen den Meistertitel. Beim Wettbewerb Super Rugby Trans-Tasman im selben Jahr war O’Connor Co-Kapitän neben Liam Wright. 2022 gab er die Kapitänsbinde ab und erklärte, er habe sich zu viel zugemutet, was zu einem Burnout geführt habe.[13]

2023 verlängerte O’Connor seinen Vertrag bei den Reds um ein Jahr, kam aber 2024 nur noch als Ersatzspieler zum Einsatz und lehnte am Ende der Saison eine weitere Vertragsverlängerung ab.[14] Im Oktober 2024 wurde bekannt, dass er für ein Jahr zu den Crusaders im neuseeländischen Christchurch wechseln wird.[15] In der Super-Rugby-Saison 2025 kam er zu 16 Einsätze, unter anderem im Finale, das die Crusaders mit 16:12 gegen die Chiefs gewannen. Nach diesem Meistertitel zog es O’Connor ein weiteres Mal nach England, nachdem er von den Leicester Tigers verpflichtet worden war.[16]

Nationalmannschaft

Im Alter von 18 Jahren gab O’Connor am 8. November 2008 im Alter sein Debüt für die Wallabies, die australische Rugby-Union-Nationalmannschaft, als er beim 30:20-Sieg gegen Ialien eingewechselt wurde. Er war damals der zweitjüngste Nationalspieler in der Geschichte der Wallabies.[17] Seine Eltern stammen aus Neuseeland, seine Großeltern mütterlicherseits aus Südafrika. Aufgrund dessen und seiner Geburt in Australien wäre er für alle drei Tri-Nations-Teams spielberechtigt gewesen.[5] Durch seine Entscheidung, für die Wallabies anzutreten, verlor er seine Spielberechtigung für die All Blacks und die Springboks. 2008 spielte er auch für die Siebener-Rugby-Nationalmannschaft.[3] Erstmals in der Startformation stand er am 13. Juni 2009 wieder gegen Italien, als er beim 31:8-Sieg in Canberra drei Versuche erzielte.[5]

O’Connor war beim Tri Nations 2011 maßgeblich am Turniersieg der Australier beteiligt. Ebenso stand er im Kader für die in Neuseeland stattfindende Weltmeisterschaft 2011. Die Wallabies erreichten den dritten Platz und O’Connor schloss das Turnier als zweitbester Spieler der Skorerwertung ab.[18] Als die British and Irish Lions im Jahr 2013 durch Australien tourten, spielte er in allen drei Test Matches; ebenso gehörte er der fünfköpfigen Führungsgruppe des Teams an.[19] Nach einer Reihe von Verfehlungen außerhalb des Spielfelds und einem Vorfall unter Alkoholeinfluss am Flughafen Perth wurde er für den Rest der Test-Match-Saison suspendiert[20] und blieb daraufhin sechs Jahre lang unberücksichtigt.

Am 27. Juli 2019 kehrte O’Connor in die Nationalmannschaft zurück, als er beim 16:10-Sieg gegen Argentinien eingewechselt wurde.[21] Zwei Wochen später war er beim 47:26-Rekordsieg gegen Neuseeland überzeugte er als einer der besten Spieler auf dem Feld.[22] Mit seinen herausragenden Leistungen sicherte er sich einen Platz im Kader für die Weltmeisterschaft 2019 in Japan, bei der die Wallabies im Viertelfinale an England scheiterten.

Erfolge

RC Toulon:

  • Meisterschaftsfinalist Top 14: 2016, 2017

Queensland Reds:

Crusaders:

Nationalmannschaft:

Persönlich:

  • 2. Platz Topskorerliste der Weltmeisterschaft 2011
  • 2. Platz Topskorerliste der Tri Nations 2011

Einzelnachweise

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