James Robert Hightower

US-amerikanischer Sinologe From Wikipedia, the free encyclopedia

James Robert Hightower (* 7. Mai 1915 in Sulphur (Oklahoma); † 8. Januar 2006 in Elsen bei Herscheid (Sauerland)) war ein US-amerikanischer Sinologe, Hochschullehrer und Übersetzer klassischer chinesischer Literatur. Er lehrte über mehrere Jahrzehnte an der Harvard University und war dort zuletzt Victor S. Thomas Professor of Chinese Literature, Emeritus.[1]

James Robert Hightower

Leben

Hightower wuchs nach dem frühen Tod seiner Mutter in Salida (Colorado) auf, wo sein Vater als Schulsuperintendent tätig war. An der University of Colorado studierte er zunächst Chemie, wandte sich aber im Lauf des Studiums zunehmend der Literatur zu und begann, Chinesisch zu lernen. Nach dem Abschluss 1936 erhielt er ein Stipendium an der Universität Heidelberg und hielt sich anschließend auch in Paris auf.[2] 1937 begann er das Graduiertenstudium in Far Eastern Languages und Comparative Literature an der Harvard.

Im Juni 1940 reiste er – gefördert durch ein Fellowship des Harvard-Yenching Institute – nach Beijing, um an seiner Dissertation zu arbeiten. Während des Krieges wurde er dort zeitweise von den japanischen Besatzungsbehörden interniert und 1943 repatriiert. Nach der Rückkehr arbeitete er in der U.S. Army im Bereich militärischer Nachrichtendienste (u. a. in der Code-Entzifferung) und schloss 1946 seine Promotion in Harvard ab.

Seine akademische Laufbahn führte ihn an Harvard vom Assistant Professor (1948) über den Associate Professor (1952) zum Professor (1958). Von 1960 bis 1964 leitete er das Committee on East Asian Studies, von 1961 bis 1965 das damalige Department für Far Eastern Languages.[3] 1971 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Er blieb bis zu seiner Emeritierung 1981 in Lehre und Forschung aktiv.

Privates

Hightower heiratete 1940 Florence "Bunny" Cole. Das Paar hatte vier Kinder.[4]

Nach dem Tod seiner Frau 1981 lebte er zunächst weiterhin in Massachusetts. In seinen letzten Lebensjahren zog er erst zu einem Sohn in Ohio und schließlich zu einer Tochter nach Deutschland, wo er am 8. Januar 2006 starb.

Nachlass und Sammlung

Ein Teil seiner wissenschaftlichen Hinterlassenschaft wirkt auch über Sammlungen fort: Die University of Alberta erwarb 1986 die von ihm aufgebaute Hightower Collection of Chinese Books (rund 11.000 Bände), die als bedeutender Bestand für Ostasienstudien beschrieben wird.

Werke (Auswahl)

  • Han shih wai chuan: Han Ying’s illustrations of the didactic application of the classic of songs, with an annot. transl. by James Robert Hightower (= Harvard-Yenching Institute monograph series, 11), Cambridge, Mass., Harvard University Press 1952; teilw. zugl. (Übers. d. Kap. 1 und 2): Cambridge, Mass., Harvard University, Diss., 1950.
  • (Hrsg.), Han Yü’s poetische Werke, übersetzt von Erwin von Zach, Cambridge, Mass., Harvard University Press 1952.
  • Topics in Chinese literature. Outlines and Bibliography, rev. ed., Cambridge, Mass., Harvard University Press 1953.
  • The poetry of Ta’o Ch’ien, transl. with commentary and annotation by James Robert Hightower, Oxford, Clarendon Press 1970.
  • zusammen mit Florence Chia-Ying Yeh, Studies in Chinese Poetry (= Harvard-Yenching Institute monograph series, 47), Cambridge, Mass./London, Harvard University Press 1998.

Einzelnachweise

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