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Jan Lerøy

norwegischer Kaufmann, Fischhändler und Widerstandskämpfer From Wikipedia, the free encyclopedia

Jan Martin Lerøy (geb. 27. Juli 1893 in Lerøyna; gest. 16. Juni 1944 im KZ Natzweiler) war ein norwegischer Kaufmann, Fischhändler und Widerstandskämpfer während der deutschen Besatzung Norwegens.

Leben und Widerstand

Jan Lerøy wuchs auf Lerøyna in Fischermilleu auf, besuchte die Volksschule und legt das Küstenschifferexamen ab. Gemeinsam mit Ole Lerøen und den Brüdern Martin und Oluv Strudhavn investierte er 1927 jeweils 5.000 Kronen als Gründungskapital in die neu gestifte Gesellschaft für Fischhandel und -export, Lerøy & Strudshavn, deren Disponent er wurde. Die Firma wuchs schnell und 1930 zog Lerøy mit seiner Familie nach Bergen, wo ein Kontor am Fisketorget bezogen wurde. Im gleichen Jahr stiegen auch sein Bruder Ingebrigt und sein Vetter Hallvard Lerøy mit Kapital ein, er selbst trat 1931 als Disponent zurück. 1935 wurde die Lebendfischabteilung als eigene Gesellschaft Jan Lerøy & Co ausgegliedert, mit Jan Lerøy als Disponent.[1]

Nach der Besetzung Norwegens wurde Jan Lerøy in Bergen im Widerstand der „Exportgruppen“ aktiv in der Organisation von Transporten von Material und Menschen zwischen Norwegen und den Shetland-Inseln, für die mehrere Schiffe der Jan Lerøy & Co eingesetzt wurden. Die Kutter Flyfisk und Ester (der Waffen und Radioteile nach Bergen brachte) und die Quatze Blia, die als Teil des Shetland Bus Flüchtlinge transportierte. Der Untergang der Blia im November 1941 wurde zum größten Unglück der Operation Shetland Bus. Nachdem der Exportgruppen-Leiter Kjeld Kos im April 1943 aus Bergen flüchten musste, wurde Lerøy bis zu seiner Verhaftung wenige Wochen später kurzzeitig Leiter der Organisation.

Verhaftung und Tod

Lerøy wurde am 13. Mai 1943 verhaftet und in das Gestapo-Hauptquartier Veiten 3 in Bergen gebracht. Nachdem er zunächst im Kreisgefängnis inhaftiert war, wurde er in das Lager Ulven nahe Os verlegt, wo die Familie das letzte Mal an seinem 50. Geburtstag Kontakt mit ihm hatte.[2] Seine Frau Anna übernahm seine Funktionen in der Leitung der Firma, deren Betrieb trotz Beobachtung durch die Gestapo weiterlief.[1] Vermutlich im November 1943 wurde Jan Lerøy als Nacht-und-Nebel-Gefangener in das KZ Natzweiler deportiert, wo er am 16. Juni 1944 ermordet wurde. Seine Familie erfuhr erst nach Kriegsende von seinem Schicksal.[2]

Literatur

  • Endre Heggen, Martin Stavland: Martin minnest dei som var med: englandsfarten frå Bømlo 1940-1945. 1992, S. 172–174, Jan Lerøy - Ein av dei villige i hjerta (norwegisch).

Einzelnachweise

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